Friedrichsfelde. Berlin ist ja schon geübt in „nicht enden wollenden Geschichten“. Warum nicht auch beim Tierpark. Der alte geht, der neue Chef kommt – irgendwann. Es herrscht also entwicklungspolitischer Stillstand in den Berliner Zoos.

Besonders schlecht ist diese Situation für den defizitären Tierpark Friedrichsfelde. Ideen sind also gefragt. Ein neue hat die Lichtenberger SPD-Fraktion: Ein Spaßbad soll her – auf dem Tierpark-Gelände.
Morgen will sie einen entsprechenden Antrag in Sitzung der Lichtenberger Bezirksverordnetenversammlung (BVV) einbringen. Am selben Tag wollen die Kollegen in Marzahn-Hellerdorf mitziehen und Ähnliches in ihrer BVV beantragen.

Gemeinsames Ziel sei, einen Standort für ein Spaß- und Freizeitbad an der Bezirksgrenze Lichtenbergs zu Marzahn-Hellersdorf an der B1 / B5 zu finden und in den nördlichen Teil des Tierparks zu integrieren, heißt es. Gleichzeitig könnte damit ein Eingang zum Tierpark auf der Nordseite geschaffen werden. Darin ist man sich schon mal mit...

dem Förderverein und der CDU einig. SPD-Fraktionsschef Erik Gührs (Bild): “Dieses Bad könnte in den Tierpark integriert werden und gleichzeitig dessen Attraktivität steigern.“
Damit haben sich schon viele bunte Vorschläge zur Tierpark-Sanierung angesammelt: „Rocky Mountains“ mit Seilbahn, Riesenrad, Streichelzoo „Farm der Tiere“, „Erlebniswelt Galapagos“, Spaßbad und diverse Sonder-Eintrittstarife stehen zur Debatte.

Ein Bisschen drückt auch der Satz des Föderverein-Vorsitzenden Thomas Ziolko aus dem vergangenen Jahr in der Berliner Zeitung die aktuelle Plan- und Hilflosigkeit aus: „Wir sollten mit den Mitarbeitern und mit den Besuchern darüber debattieren, was sie sich wünschen, was sinnvoll und was auch machbar ist.“ Genau, sollte man – auch.

Und bei all’ den Diskussionen hält sich Lichtenbergs Bezirksbürgermeister Andreas Geisel ziemlich bedeckt. Unsere Fragen zum Tierpark von voriger Woche hat er bisher nicht beantwortet. Naja – vielleicht kommt noch die eine oder andere Positionierung des Bezirkschefs nach der morgigen BVV-Sitzung. Aber er scheint den Tierpark zumindest auch zu mögen. Schließlich wurde er kürzlich 2100-stes Fördermitglied. Das könnte ja auch eine politische Bedeutung haben.

Und: Warten wir auch mal ab, was der neue Chef der Berliner Tiere und ihrer Betreuer so alles anschiebt. „Ich bin kein Freund von Schnellschüssen“, sagte Andreas Knieriem jüngst im rbb. Der Chronist mag ja nicht unken. Aber ein Klitzebisschen klingt das schon nach BER-Syndrom…  

Am 2.Juli nächsten Jahres wird der international renommierte Park 60 Jahre alt. Vielleicht gibt es ja zum runden Geburtstag einen brauchbaren Plan!?

   
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