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 ... so hätte wohl einer aus der Armada der ungezählten Fernsehköche den  2:0-Sieg des 1. FC Union gegen Energie Cottbus am Montagabend auf einen  Nenner gebracht. Der blonde Sören Brandy war der überglückliche Matchwinner des Abends. Er ragte allein seiner  Tore wegen aus einer insgesamt überlegen auftretenden und kämpferisch beeindruckenden Mannschaft hervor.

Trainer Uwe Neuhaus hatte seinen Kader augenscheinlich in einem Mixbecher gerührt – nicht geschüttelt – so dass ein völlig neuer Cocktail entstanden war. Den Zuschauern jedenfalls war dieser am Ende ganz nach ihrem Geschmack geraten. Obwohl – eine ganz kleine Dosis an Torgefährlichkeit fehlte im Abgang. Denn Cottbus strahlte gestern dermaßen wenig Energie aus, so dass eins, zwei Tore mehr niemanden verwundert hätten.
Dabei waren durchaus...

genügend Chancen vorhanden. Christopher Quiring – sehr agil immer wieder die Lausitzer Abwehr beschäftigend – hatte die erste bereits in der zweiten Minute auf dem Latschen. Von Björn Kopplin mit einem feinen Pass bedient tauchte er urplötzlich frei vor Torhüter René Renno auf, verzog aber um etwa 20 Zentimeter vorbei am Pfosten der Gäste. Die akut abstiegsgefährdeten Kicker von Trainer Jörg Böhme reagierten erstaunlich zurückhaltend. In der ersten Halbzeit war es allein Marco Stiepermann, der es mal versuchte, auf das Tor von Daniel Haas zu zielen – genau in dessen Arme.

Besser machte es dann Brandy. Obwohl unmittelbar vor seinem 1:0 noch von einem Cottbusser umgestoßen, rappelte er sich im Nu auf und wühlte sich in den Strafraum, wo der Ball nach einem Freistoß von Torsten Mattuschka zwischen den Beinen der Spieler landete und schoss ein. Ein typischer Brandy – immer dort zu sein, wo es weh tut.

Weitere Chancen folgten, aber die in der gesamten Rückrunde zu beobachtende Schwäche der Eisernen, ihre Chancen exakt auszuspielen, war wieder zu beobachten. Von den Gästen ging zwar nur wenig Beunruhigendes aus, aber jeder Freund des Spiels auf dem grünen Rasen weiß, dass auch ein blindes Korn mal ein Huhn findet, und dann entsteht nicht selten Chaos auf dem Hühnerhof.

Diesmal ging alles gut. Auch in der zweiten Halbzeit. Und dazu muss man sogar einmal den Schiedsrichter Deniz Aytekin lobend erwähnen, nicht, weil er in der 76. Minute den bulligen Energie-Verteidiger Uwe Möhrle wegen eines Fouls an Steven Skrzybski mit Gelb-Rot an weiteren Foulspielen hindert und den Cottbusser Kapitän in die Katakomben schickte. Viele Zuschauer haben zwar schlechte Erfahrungen mit Aytekin und empfingen ihn zu Beginn mit Pfiffen, aber der Mann in schwarz-blauer Kluft selbst pfiff an diesem Abend ausgesprochen gut. Ob die Gäste auch so denken, kann ich nicht beurteilen.
Fakt ist, dass ohne Möhrle mehr Raum vor dem Tor von Renno war. Den nutzten in der 82. Minute erst der flinke Skrzybski auf der rechten Seite, flankte unbedrängt nach innen, wo Brandy – wer sonst – frei die Kugel einschießen konnte. Bald darauf war Schluss. Mit dem netten Hinweis „wir sind eure Hauptstadt, ihr Bauern“ wurden die etwa 2000 Fans aus dem Spreewald von dem Rest der 20.766 Zuschauer nach Hause verabschiedet. Noch eine Stunde später klangen Lieder von den umliegenden Bier-Ausschank-Stellen in die Nacht.

Die Mega-Bilderschau von Hajo Obuchoff:
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