Endlich, endlich gibt es die freie Verpflegung an Berliner Schulen – wenn auch zunächst „nur“ an Grundschulen. Und schwupps, sind sie wieder da, die Internettrolle, die erst zufrieden sind, wenn sie alles schlecht gemacht haben. Und auch der Trieb, prinzipiell auf der Politik rumzuhacken, bricht sich wieder Bahn. Frei nach dem Motto: Wir finden schon was zum Stänkern. Erstaunlich, dass auch so genannte seriöse Medien mit im Boot sind.

Vor allem wird gern der Irrtum unterhalten, dass an allen von rund 370 Grundschulen die Einführung des Gratis-Schulessens nicht oder mindestens schlecht funktioniert (hat).
Aus welcher Quelle nehmen sie diese Überzeugung? Sicher es gab einige wenige Schulen, die größere Probleme hatten. Und die hat auch die rbb-Abendschau versucht, angestrengt herauszuarbeiten.
Und das ging so:

Tagsüber wurde in der Vorankündigung vom Besuch dreier Schulen geschrieben. Abends waren es dann nur zwei, in denen man Mängel gefunden hatte. Einmal waren Möbel noch nicht angeliefert worden. Müsste man vielleicht rechtzeitig bestellen?
Die für den angekündigten Beitrag „gestrichene“ Schule ist in Lichtenberg. Und dort hat offenbar alles ganz gut geklappt. Wurde auch so kommuniziert und dem anwesenden rbb-Team in der Pressekonferenz in der Schule gesagt und gezeigt. Das passte dann aber scheinbar nicht in den Duktus des geplanten Beitrags. Oder was könnte sonst der Grund gewesen sein?
Andere – z.B. die Morgenpost oder dpa – haben dann sachgerecht darüber berichtet, obwohl diese Zeitung nicht im Verdacht steht, linkslastig zu sein. Link siehe unten!
Auch das hätten die Internet-Trolle bei gutem Willen auf Anhieb herausfinden können.
Und Bemerkungen wie  „…dilettantische Umsetzung durch die Verwaltung unter Leitung der zuständigen Senatorin…“ sind ja wohl auch – gelinde gesagt – knapp daneben und dienen offenbar der Diskreditierung der engagierten Schulsenatorin Sandra Scheeres (SPD).
Obwohl man wissen kann, dass die schulische Infrastruktur in der Regel die Hauptaufgabe der Bezirke ist. Und das hat ja scheinbar der Bezirk Lichtenberg mit Schulstadtrat Wilfried Nünthel (CDU) ganz ordentlich hinbekommen. Da wurde Wochen im Vorfeld mithilfe einer Begehung des Bezirksamtes geklärt, was bedacht werden muss.
Ich bleibe dabei: Ich finde dieses ständige verallgemeinernde Rund-um-Gemotze abstoßend.
Dazu passt, anderen die Fähigkeit zur qualifizierten Meinungsäußerung abzusprechen.
Ich bin übrigens gelernter Journalist und Redakteur, der seit vielen Jahren u.a. das Bildungssystem Deutschlands beobachtet… Und hier kommt es mir schon auf Genauigkeit an – auch wenn das in manchen Medien nicht mehr so wichtig zu sein scheint.
Hier der oben genannte Link zum Beitrag der Morgenpost