Unioner freuen sich fast immer: So kann man mit kleinen Sachen...
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Mit einer starken Leistung, vor allem in der zweiten Halbzeit, glichen die Kicker des 1. FC Union die zeitweilige Führung von Fortuna Düsseldorf zum Endstand von 1:1 aus. Das war hoch verdient. Trotzdem verschlug es für den Bruchteil einer Sekunde den 20 562 Zuschauern auf den Rängen den Atem als ausgerechnet in der zweiten Minute der Nachspielzeit nach einem Freistoß von Sergio da Silva Pinto der Ball an die Unterkannte des Tores von Daniel Haas knallte. Während im dahinter platziertem Gästeblock die Arme zuckten, um hoch gerissen zu werden, stockte beim Union-Publikum der Atem – das Spielgerät indes prallte zur Erleichterung der einen und zum Entsetzen der anderen vor der Torlinie zurück ins Spielfeld. Es wäre auch unverdient gewesen. Denn neben einem...

Pfostenschuss von Christian Gartner in der 49. Minute gab es von den Düsseldorfern kaum etwas zu sehen. Allein ihr Torhüter Michael Rensing brillierte mit einer fehlerlosen Leistung. Bereits in den Anfangsminuten als Union überlegen startete vereitelte der eine Top-Chance von Steven Skrzybski mit einem Blitzreflex seines linken Beins.
Dass die Düsseldorfer im Angriff aber durchaus brandgefährlich sein können, bemerkte das Publikum spätestens in der 35. Minute. Fortunas linker Außenverteidiger Heinrich Schmidtgal, immerhin Nationalspieler von Kasachstan, sprintete auf der Außenbahn davon und konnte unbedrängt in Unions Strafraum flanken. In dieser Situation hatten sich drei eiserne Abwehrspieler fast genauso schnell vor ihr Tor zurückgezogen. Dadurch klaffte aber eine Riesenlücke zu drei gegnerischen Angreifern. Schmidtgals Flanke sauste am ersten und auch am zweiten vorbei, doch der dritte, Michael Liendl erwischte die Kugel und konnte sie ziemlich ungestört den Unioner ins Netz legen.

Wer weiß, was Trainer Norbert Düwel seinen Spielern in der Pause geraten hatte. Auf jeden Fall kamen sie mit Wut im Bauch zurück. In der 56. Minute wühlte sich Benjamin Köhler durch mehrere Düsseldorfer in den Strafraum, passte überlegt zurück zu Björn Jopek, der den Ball aus etwa 17. Metern überlegt Richtung linkes unteres Toreck schlenzte. Aber wieder war es Rensing, der sensationell mit den Fingerspitzen rette. Aber dann war es soweit: In der 64. Minute verlängert Sören Brandy eine Ecke von Baris Özbek mit dem Kopf genau auf den in den Fünfmeterraum stürzenden Damir Kreilach. Der hämmerte den Ball in der Art einer Dampframme unter die Latte. Rensing und Schmidtgal schauten als hätte sie der Komet Tschurjumow-Gerasimenko passiert.

Kreilach – vom Trainer erst zu Saisonbeginn zum Kapitän gekürt – brüllte nun vor der Waldseite wohl 250 Prozent an Emotionen hinaus. In den folgenden Minuten, vor allem als Jopek wegen einer Verletzung aus dem Spiel musste, wurde der junge Kroate immer mehr zum Spielgestalter. Die Düsseldorfer schienen stehend K.O. und es schien nur noch eine Frage der Zeit, wann die Eisernen das Entscheidungstor erzielen würden. Christoper Quiring, der für den ausgepumpten Köhler gekommen war, scheiterte knapp ebenso wie Christopher Trimmel, das Glas voll zu füllen. Und dann noch dieser Schreck kurz vor dem Schlusspfiff auf der entgegengesetzten Seite. Das berühmte Glas wäre beinahe leer gelaufen, am Ende war es halbvoll. Auf den Rängen wurde auch das gefeiert. Warum auch nicht? Selbst der Mond strahlte hell und fast voll über der Anzeigetafel.