...glückte am Montagabend nicht in letzter Konsequenz. Aber mit dem 1:1 gegen die Roten Teufel des 1. FC Kaiserslautern gelang den Kickern des 1. FC Union zumindest ein beachtliches Spiel, dass auch vor dem Hintergrund des kurz zuvor verkündeten Abschieds von Trainer Uwe Neuhaus und der nicht gerade grandiosen Saison-Rückrunde versöhnlich stimmte. „Wir haben gesehen, dass sich jeder Spieler den Arsch aufgerissen hat“, lobte der Union-Coach seine Mannschaft, die den Gästen doch ein ums andere Mal das Fürchten gelehrt hatten - an diesem milden Frühlingsabend. Immerhin reisten die Pfälzer um ihren Trainer Kosta Runjaic noch mit Aufstiegsambitionen an. „Natürlich bin ich enttäuscht“, gestand der, „wir wollten hier nach den beiden Siegen im Vorjahr gegen Union mit einem dritten nach Hause fahren. Aber wenn wir unsere Chancen nicht nutzen, müssen wir damit leben.“
Dasselbe gilt für die eisernen Kicker. Nachdem bereits in der...

neunten Minute Sören Brandy mit einem genialen Lupfer Torwart Tobias Sippel überwunden hatte, war vielleicht gerade die Verletzung des bissigen Stürmers der Knackpunkt im Spiel der Gastgeber. In der 23. Minute wollte Brandy einem Gegenspieler den Ball abjagen. Dabei riss ihm wohl ein Stollen des gegnerischen Schuhes eine tiefe und lange Fleischwunde ins Schienbein. Der für Brandy kalt ins Geschehen geworfene Steven Skrzybski führte sich zwar nahtlos ein und machte vor allem durch seine Schnelligkeit den Lauterern das Leben schwer, aber natürlich besitzt der junge Stürmer noch nicht die Cleverness eines Brandy. Doch Union drückte weiter und stand auch hinten sicher.

Die Gäste indes kamen erst etwa nach einer halben Stunde gefährlicher auf. Riesenglück in der 39. Minute als Simon Zoller urplötzlich frei vor Daniel Haas diese eigentlich totsichere Chance vergab. Gleich darauf musste Marc Pfertzel einen Schuss von Alexander Ring von der Linie kratzen. Aber nur fünf Minuten später war dafür Srdan Lakic für die Lauterer mit dem Kopf zur Stelle. Nur einen halben Meter zu weit weg stand sein Bewacher Fabian Schönheim. Das reichte dem Gast, um das Geschenk dankend anzunehmen und das Spielgerät am leicht ausrutschenden Haas vorbei ins lange Eck zu platzieren.

Nach der Pause entwickelte sich das kurzweilige Spiel weiter. Beide Mannschaften schenkten sich und dem Rasen nichts. Das Spiel wogte von einem in den anderen Torraum, Chancen wurden erspielt und vergeben. Die größeren hatten die Roten Teufel aus der Pfalz mit einem Lattenschuss von Lakic und einen an den Pfosten von Zoller. Auf Unionseite liefen Christopher Quiring und Skrzybski immer wieder schnelle Konterangriffe, aber konnten Sippel im Gästetor nicht überwinden. Auch Damir Kreilach scheiterte aus bester Position mit einem Kopfball und Kapitän Torsten Mattuschka fand in Sippel ein scheinbar unüberwindliches Hindernis. Letztlich endet die Partie unentschieden, und das entsprach wohl auch den Leistungen. Das Union-Publikum feierte ausgelassen. Nicht ganz so die etwa 2000 Lauterer Fans. Die hatten erwartet, dass ihr Team sich näher an Fürth und damit an den Relegationsrang heranpirscht. Aber so bleiben vier Punkte Differenz und nur noch zwei Spiele bis Ultimo.

Für die Unioner geht es nur noch um einen einstelligen Tabellenplatz. Zurzeit ist Rang 10 mehr als bescheiden. Gewiss ist dieser Situation dann auch geschuldet, dass der alte Spruch aus einem Schiller-Drama auch an der Alten Försterei seine Wahrheit findet: „Der Mohr hat seine Schuldigkeit  getan, der Mohr kann gehen.“ Uwe Neuhaus wurde von den Fans mit freundlichen Rufen gewürdigt. Und der ansonsten eher gefasste Mann schien durchaus gerührt. Nun begibt er sich noch auf die Abschiedstour nach Aalen und zurück. Wer sein Nachfolger wird, darüber zerreißen sich nun alle den Mund – die Fans und – vor allem – der Boulevard.

Aber an der Alten Försterei gibt es für jeden Neuen, egal wer er ist, nur eins: Niemals vergessen, „Eisern Union!“

Die Union-Bilderschau von Hajo Obuchoff
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