Kennen Sie die noch? Stadtentwicklungssenatorin Ingeborg Junge-Reyer sagte vor rund drei Jahren in unser aller Pressemikrofone: "Verkehr in der Großstadt kann für alle Verkehrsteilnehmerinnen und Verkehrsteilnehmer besser organisiert werden, damit er flüssiger, schneller und umweltschonender wird.“
Das war anlässlich der, sagen wir mal: Umbenennung der Verkehrsmanagementzentrale (VMZ) in Verkehrsinformationszentrale (VIZ). Eine weise Entscheidung. Denn von Verkehrsmanagement scheinen die Herrschaften nichts zu verstehen, wie aktuell in Köpenick wieder zu beobachten.
Die seit Montag und voraussichtlich noch bis einschließlich Gründonnerstag gesperrte Rudolf-Rühl-Allee scheint ein neuer Beweis zu sein, dass Berlin...

Bauen und Verkehr einfach nicht kann.
Nicht dass diese stark belastete Hauptverbindung, die ja irgendwann mal durch eine neue Tangente ersetzt werden soll, nicht sanierungsbedürftig wäre…
Nicht dass die Zeit in den Osterferien sinnvoller wäre, weil dann möglicherweise weniger Verkehr herrscht…
Nein. Es ist die offenbar die schlichte Unkenntnis der Verkehrsströme.
Schließlich sind es überwiegend die Pendler von und nach Hellerdorf und Umgebung, die die Strecke von der südlichen Stadtautobahn und/oder aus Richtung Adlershof kommend benutzen.
Dass jetzt nur noch die Wege durch die ohnehin stark belastete Köpenicker City oder über die Karlshorster Treskowallee als Umleitung bleiben, ist auch nicht das Gelbe vom Ei. So sind Bahnhofstraße, Seelenbinderstraße und Hämmerlingstraße denn auch schon mittags hoffnungslos verstopft. Und in der Treskowallee gibt’s auch noch ein Klitzebisschen Baubetrieb.

Da dachten sich viele Autofahrer/-innen: „Okay, wir meiden das großräumig. Dann eben nicht über die Autobahn und durch Köpenick – fahren wir lieber durch die Stadt über die Frankfurter Allee und weiter über Alt Friedrichsfelde…
Überraschung! Natürlich ist zeitgleich die Frankfurter Allee vor der Bahnbrücke Lichtenberg teilgesperrt – mit dem passenden Rückstau bis zum Strausberger Platz.
Und so kann es der aktuelle Verkehrssenator Michael Müller ja seiner Vorgängerin gleich tun. Junge-Reyer hatte einst ein Faltblatt herausgegeben, warum grüne Wellen in Berlin nicht gehen oder vielleicht gar nicht sinnvoll sind.
Müller könnte jetzt - wieder mit Steuergeldern - diese kleine Reihe weiterführen, unter dem Motto: „Warum Verkehrsströme und Baustellen in Berlin nichts miteinander zu tun haben.“

Foto: berlinreporter