Im Gegensatz zu den Akteuren im Stadion An der Alten Försterei zeigte Schiedsrichter Wolfgang Stark nicht seine stärkste Leistung an diesem Freitagabend beim Spiel 1. FC Union gegen den Spitzenreiter der zweiten Liga 1. FC Köln. Jedenfalls war es ein klares Handspiel des Kölner Verteidigers Dominic Maroh im Strafraum, das der Referee nicht für würdig fand, mit einem Elfmeter zu bestrafen. Vielleicht hätten die Zuschauer weniger gemurrt, hätte der Mann mit der Pfeife einige Minuten früher eine ähnliche Situation genauso gewertet. Aber als der Unioner Damir Kreilach in der 52. Minute der Ball an den Arm sprang und der Kroate danach mit einem satten Schuss ins Kölner Tor traf, gab er diesen Treffer nicht. So standen die Eisernen trotz einer guten und gleichwertigen Leistung gegen den fast sicheren Aufsteiger in die 1. Bundesliga letztlich im Regen.
Dabei hatte es gut begonnen. Vor mit 21. 717 Zuschauern ausverkauftem Haus setzten die Gastgeber die Kölner von Beginn an...

unter starken Druck. Und so war die Führung in der zehnten Minute folgerichtig. Marc Pfertzel hatte von der rechten Außenlinie eine hohe Flanke in den Strafraum geschlagen, die Martin Dausch mit einem Dropkick sehenswert aus etwa acht Metern in die Maschen hämmerte. Sein erstes und lang ersehntes Tor für Union. Das machte Hoffnung. Zumal es damit dem schnellen und kämpferisch starken Spieler gelang den Rheinländern das erste Tor nach fünf Spielen ohne Gegentreffer einzuschenken.

Nach 20 Minuten kam der Tabellenführer indes starker ins Spiel. In der 26. Minute flog ein langer und hoch geschlagener Ball in den Unionstrafraum. Slawomir Peszko erwischte ihn mit dem Kopf, aber leider erwischte auch Roberto Puncec den Gegenspieler mit dem Fuß am Oberschenkel und brachte ihn zu Fall. Den fälligen Strafstoß verwandelte Patrick Helmes sicher. Die Kölner jubelten innerlich wohl noch als der Ball wieder in ihrem Netz zappelte. Indes sahen die Schiedsrichter Kreilach leicht im Abseits stehen als er mit seinem Kopfball den Gästetorwart Timo Horn bezwang. Die Zuschauer, mit Ausnahme der 2.500 Kölner, wollten das nicht wahrhaben.

In der zweiten Halbzeit dann folgte die zweite Sache Kreilach – oben bereits geschildert. Also anstelle des 2:1 für die Hausherren, kamen die Kölner zur überraschenden Führung. Christopher Quiring foulte unnötigerweise kurz vor der Strafraumgrenze einen Kölner. Wieder legte sich Helmes die Kugel zurecht. Die Uhr zeigte die 59. Minute. Daniel Haas im Uniontor machte einen halben Schritt in Richtung der durch die Mauer gedeckten Torhälfte, aber der Ball flog in seine Ecke.

Nun stürmte Union frenetisch angetrieben von seinen Zuschauern. Die sich steigernden Eisern-Union-Wechselrufe zwischen den Tribünen erzeugten reines Gänsehautgefühl. Immer wieder mussten Horn und seine Vorderleute Kopf und Kragen riskieren gegen die wogenden eisernen Wellen. Als Stark den Elfer verweigerte, sang das Unionpublikum: „Ohne Schiri habt ihr keine Chance.“ Das ließ die Geißböcke aus dem tiefen Westen kalt. Und auch Haas, der in den 3 Minuten Nachspielzeit vor dem Kölner Tor zum Kopfball hochstieg, konnte seinen Lapsus nicht mehr wettmachen.

So ist das eben: Die da vorn dem Aufstieg entgegenstreben, haben dann auch ein Fünkchen mehr Glück am Stiefel hängen. So ähnlich lauteten dann auch die Kommentare der Spieler und des Trainers.
Aber nach diesem leidenschaftlichen Kampf schallten wieder einmal trotzige Gesänge durch die Regennacht: „Wir sind Unioner, wir sind die Kranken – wir durchbrechen alle Schranken...“

Die Mega-Bilderschau zum Spiel von Hajo Obuchoff.
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