Spitzenspiel: Mahlsdorf - Hertha 03 am Sonntag +++ Freitagabend: TeBe im ersten Spiel nach der Entlassung von Trainer Schatte gegen SV Sparta +++ Kellerkinder unter sich: Füchse - Makkabi,  Johannisthal - Staaken

War's das nun endgültig mit der Berliner Meisterschaft? Vergangene Woche wurde das an dieser Stelle für den Fall prophezeit, dass Tasmania nicht bei TeBe siegen und sich Hertha 03 bei Empor durchsetzen würde. So kam es ja bekanntermaßen dann auch. Zwölf Punkte Vorsprung der Zehlendorfer auf Tasmania lassen eigentlich keinen weiteren Zweifel zu. Selbst, wenn die Neuköllner ein Spiel weniger haben: die Nachholpartie beim zuletzt starken Abstiegskandidaten Makkabi am Ostermontag ist inzwischen alles andere als ein Selbstläufer. Die "kleine Hertha" zeigt dazu keinerlei Schwächen - neun Siege in Folge bedeuten die aktuell längste Erfolgsserie in der Liga. Auch die Auswärtshürde bei Empor wurde - trotz des von Zehlendorfer Seite monierten Auflaufens auf Kunstrasenplatz - erfolgreich genommen. So bleibt der Konkurrenz nur, den Hut gen Südwesten zu ziehen und abzuwarten, was passiert, wenn der Spitzenreiter  seiner Unbezwingbarkeit beraubt wird.

Sollte dieser Fall überhaupt nochmals eintreten, dann wäre die...

Wahrscheinlichkeit darauf an diesem Spieltag wohl mit am größten, denn Hertha 03 gastiert am Sonntag bei Eintracht Mahlsdorf. Die Mannschaft hat sich unter den Trainern Sven Orbanke und Thorsten Boer nach langer Durststrecke wieder bis auf Platz 3 hoch gearbeitet. Bei 15 Punkten Rückstand auf die Spitze wird am Rosenhag zwar nicht mehr geträumt, aber eine gute Platzierung am Saisonende hat man sicherlich im Sinn. Zuletzt gewannen die Mahlsdorfer fünf von sechs Spielen - die 1-6-Klatsche bei Tasmania kann man dabei wohl getrost als "Streichresultat" werten. Der Aufwärtstrend ist dabei eng verbunden mit der Treffsicherheit von Christoph Zorn: der lupenreine Hattrick, der dem Kapitän der Eintracht im letzten Spiel gegen Stern 1900 gelang, beförderte ihn an die Spitze der Torjägerliste (22 Saisontreffer). Damit gehen fünf der letzten sieben Mahlsdorf-Treffer  auf Zorns Konto. Allerdings gilt es am Sonntag, die mit Abstand beste Defensive der Liga zu knacken - bislang kassierte Hertha 03 lediglich 20 Gegentore. Zum Vergleich: die Eintracht stellt mit 32 Gegentoren die drittbeste Abwehr. So kann es also sein, dass im Spitzenspiel des 25. Spieltags Tore trotz der Qualitäten von Zorn und Herthas René Robben (19 Saisontore) eher Mangelware sind und Kleinigkeiten den Ausschlag geben. Im Hinspiel trennten sich beide Teams 1:1 nach Toren von Zorn und Arber Shuleta.

Eröffnet wird die 25. Runde einmal mehr mit einem Flutlichtspiel am Freitagabend im Mommsenstadion. Mit Tennis Borussia und dem SV Sparta treffen dabei zwei Mannschaften aufeinander, die diese Saison bislang das Geschehen im vorderen Tabellendrittel mitbestimmten. Vor allem der Gast aus Lichtenberg sorgte dabei für Furore - als Aufsteiger hatten das viele nicht für möglich gehalten. Doch gerade auch der 2:1-Heimsieg am 3. Spieltag über TeBe machte frühzeitig klar, dass mit der Mannschaft von Dragan Kostic zu rechnen ist. Zwar geht den Spartanern angesichts von nur zwei Siegen aus den letzten sieben Spielen gerade ein wenig die Luft aus, Platz 4 ist aber nach wie vor eine bemerkenswerte Platzierung. Nur einen Punkt dahinter liegt zur Zeit TeBe. Die Veilchen plagen sich allerdings ein wenig mit der Problematik, sich schon für die neue Saison aufstellen zu können - da will man an der Waldschulallee sicher mehr als Platz 5 - und gleichzeitig die noch 10 Spiele währende Saison 13/14 vernünftig zu Ende zu bringen. Nur ein Sieg aus den letzten vier Partien steht dabei zu Buche - zweimal blieben die sonst so heimstarken Charlottenburger obendrein im Mommsenstadion ohne Dreier. Als Resultat trennte man sich am Donnerstag von Trainer Markus Schatte. Am Freitagabend werden die Lila-Weißen daher vom bisherigen Co-Trainer Davide Masullo und TeBe-Torjäger Michael Fuß betreut, bevor kommende Woche Daniel Volbert (Ex-Lichtenberg 47)  das Training übernimmt.

Stichwort SV Tasmania: Die Siegesserie der Neuköllner wurde zwar zuletzt von TeBe gestoppt, sie sind aber immer noch am längsten unbesiegt in der Berlin-Liga. Das soll am Wochenende auch im Heimspiel gegen den SC Gatow so bleiben. Denn immer noch gilt für Tasmania: zeigt Hertha 03 doch noch mal eine Schwäche, sollte man seine Hausaufgaben gemacht haben. Zumindest bis zum direkten Aufeinandertreffen mit dem Liga-Primus Ende des Monats. Außerdem hat der Tabellenzweite ja als einziger Berlin-Ligist noch im Pokal ein  Eisen im Feuer und sollte daher in der Liga den Rhythmus hochhalten. Die Gatower konnten vor zwei Wochen ihre gespenstisch anmutende Serie von einem Punkt aus neun Spielen mit einem Heimsieg über den KSC zwar beenden, doch ließ man gleich darauf eine 0:3-Niederlage in Wilmersdorf folgen. Der sicher anmutende Rang 12 ist bei lediglich fünf Zählern Vorsprung für den SCG auf die Abstiegsplätze kein Ruhekissen. So bleibt den Spandauern derzeit lediglich die Hoffnung, dass am Ende einer gebrauchten Saison nicht noch der "Worst Case" eintritt.

Eine spannende Konstellation bietet der 25. Spieltag im Tabellenkeller, da die letzten Vier in direkten Vergleichen aufeinandertreffen. Ausgerechnet der lange Zeit abgeschriebene TuS Makkabi sorgt dabei momentan für den größten Wirbel bei den Abstiegsaspiranten. Fünf der vergangenen acht Spiele gewannen die Charlottenburger, die letzten drei gar in Folge. Dazu konnte Makkabi zweimal einen Rückstand umbiegen - keine Frage, der Tabellen-17. ist gut drauf zur Zeit. Trotzdem fehlen der Mannschaft von Claudio Offenberg noch sieben Punkte zum rettenden Ufer. Ein Dreier bei Füchse Berlin am Sonntag wäre da (über)lebenswichtig. Schließlich ist der Klub aus Reinickendorf als derzeit Sechzehnter einer der ersten Kandidaten, die es auf dem Weg zum Klassenerhalt noch zu überflügeln gilt. Dreimal blieben  die Füchse immerhin zuletzt unbesiegt, davor allerdings bezog man sechs Niederlagen am Stück - weshalb man nicht nur seit Wochen auf dem ersten Abstiegsplatz stecken geblieben ist, sondern auch noch Vorsprung eben gegenüber Makkabi eingebüßt hat.

Seit Wochen über dem Strich hat sich der SC Staaken eingerichtet - von gemütlich kann dabei allerdings keine Rede sein. Zwar haben die West-Spandauer nach Eichhörnchen-Manier zuletzt den einen oder anderen Zähler gesammelt, am vergangenen Spieltag aber zeigte die Mannschaft von Jörg Riedel beim 0:3 in Köpenick aber eine schwache Leistung. Nun muss der SCS erneut auswärts ran - dabei kassierte man auf des Gegners Platz bislang so viele Tore wie kein anderer Verein der Berlin-Liga - fast drei pro Gastspiel. Da mag es ein wenig beruhigen, dass der Gastgeber vom Sonntag, SF Johannisthal, Saison und Spielklasse eigentlich schon abgehakt hat. Jedenfalls hat der Aufsteiger das Feld schon einmal bestellt und den Vertrag mit Trainer Dirk Bastian verlängert - Kontinuität wird also groß geschrieben am Segelfliegerdamm. Sicherlich wollen sich die Kleeblätter aber diese Saison nicht ohne Heimsieg von ihrem treuen Publikum verabschieden - Staaken käme da möglicherweise gerade recht…

Vor schwierigen Auswärtsaufgaben stehen auch der SV Empor (beim 1. FC Wilmersdorf) und der Nordberliner SC (beim Köpenicker SC). Die Mannschaft aus dem Prenzlauer Berg muss nach drei Spielen ohne Dreier und dem Abrutschen auf Platz 14 wieder verstärkt in den Rückspiegel schauen. Der Aufsteiger aus Heiligensee - nur einen Punkt und einen Platz besser als Empor - hat zwar zuletzt zwei respektable Unentschieden geschafft, punktemäßig so aber noch nicht den ersehnten "Befreiungsschlag" in der Tabelle vollzogen.

Auch der VfB Hermsdorf ist auf Platz 11 nicht gänzlich aus dem Schneider. Mit zuletzt zwei Siegen und einem Unentschieden konnten die bösen Geister an der Seebadstraße aber immerhin auf Distanz gehalten werden. Schier Unglaubliches tat sich dabei am vergangenen Wochenende: nachdem der VfB Ende März bereits bei TeBe zum ersten Mal, wie Statistiker nachgerechnet haben, seit 30 Spielen ohne Gegentor blieb, trennte man sich bei den Füchsen komplett torlos. Wir wissen, ehrlich gesagt, nicht, wann die Hermsdorfer zuletzt 0:0 gespielt haben - Fakt ist aber, dass es vor allem bei Heimspielen der Rot-Weißen richtig klingelt. 66 der insgesamt 109 Tore bei den diesjährigen VfB-Auftritten fielen jedenfalls an der Seebadstraße - im Schnitt sechs pro Heimspiel! Da könnte also auch der eine oder andere Treffer für den SFC Stern 1900 am Sonntag abfallen. Die Steglitzer mussten zuletzt vier Niederlagen hintereinander hinnehmen und sind somit dabei, ihre gute Hinrunde komplett zu versenken - der derzeitige Platz 8 ist jedenfalls nicht das, was man sich vorgestellt hat.

Tabellarisch graues Mittelmaß bietet zu guter Letzt die Partie TSV Rudow - Berliner SC. Seit fünf Spieltagen bekleiden beide Vereine - mal der eine, mal der andere - die Plätze 9 und 10 im Tableau. Da die Rudower im Gegensatz zum Gegner ihren Abwärtstrend zuletzt aber stoppen konnten, haben sie aktuell die Nase wieder vor dem BSC . Ein weiterer Heimsieg (letzte Woche gab's ein 2:0 gegen Johannisthal) könnte dabei vielleicht die Grundlage für ein versöhnlicheres Saisonende an der Stubenrauchstraße sein. Die Grunewalder täten wiederum ihrerseits gut daran, die Niederlage bei Makkabi schnell zu vergessen und sich ihres Auftritts beim 3:0 über Empor zu besinnen - dem einzigen Sieg in den vergangenen fünf Spielen.

Die Partien des 25. Spieltags im Überblick
Freitag
Tennis Borussia (5.) - SV Sparta (4.)  19 Uhr, Mommsenstadion
Sonntag
Köpenicker SC (7.) - Nordberliner SC (13.)  12 Uhr, Wendenschloßstraße
Füchse Berlin (16.) - TuS Makkabi (17.)  14 Uhr, Freiheitsweg
SV Tasmania (2.) - SC Gatow (12.)  14 Uhr, Werner-Seelenbinder-Sportpark
VfB Hermsdorf (11.) - SFC Stern 1900 (8.)  14 Uhr, Seebadstraße
TSV Rudow (9.) - Berliner SC (10.)  14.30 Uhr, Stubenrauchstraße
SF Johannisthal (18.) - SC Staaken (15.)  14.30 Uhr, Segelfliegerdamm
1. FC Wilmersdorf (6.) - SV Empor (14.)  15 Uhr, Volkspark
Eintracht Mahlsdorf (3.) - FC Hertha 03 (1.)  15 Uhr, Am Rosenhag

Foto: berlinreporter.Hagen Nickelé