Schwere Hürde: Spitzenreiter Hertha 03 beim KSC +++ Verfolger unter sich: Tasmania-Stern, Wilmersdorf-Sparta +++ Füchse - Gatow: Wer beendet die Pleitenserie?

Wie vergangenen Spieltag konzentriert sich das Geschehen in der Berlin-Liga auch am 22. Spieltag auf den Sonntag – einzig die Partie SV Empor – Berliner SC findet bereits am Sonnabend statt. Dafür können sich mobile Fußballfans beide Spitzenteams der höchsten Berliner Spielklasse zu Gemüte führen. Beide? Nun ja: nachdem die bisherige Konkurrenz von Spitzenreiter Hertha 03 weiter an Boden verloren hat, wurde inzwischen von den Experten der neue Tabellenzweite, der SV Tasmania, als Rivale Nr. 1 für die Zehlendorfer auserkoren. Die aktuell 10 Punkte Rückstand wurden dabei – aufgrund eines Nachholspiels der Neuköllner und dem noch ausstehenden direkten Aufeinandertreffen – auch schon mal virtuell auf vier Zähler herunter gerechnet. Das setzt natürlich erst mal voraus, dass Tasmania ansonsten nicht patzt: die nächsten Gegner Stern 1900, Eintracht Mahlsdorf oder auch TeBe haben es allerdings in sich und im Berliner Pilsner-Pokal spielt man ja auch noch mit.
Der Rest der Widersacher in der Spitzengruppe hat sich allerdings....

schon auf 11 und mehr Punkte Distanz verabschiedet. Da wird also nur noch etwas gehen, wenn der Tabellenführer sich auch mal einen oder eher mehrere Ausrutscher erlaubt. Immerhin: an diesem Wochenende hat Hertha 03 eine hohe Auswärtshürde zu nehmen, denn es geht zum Köpenicker SC. Da treffen die zweitbeste Heimmanschaft und die beste Auswärtself aufeinander. Bereits Anfang November bewiesen die Mannen von Trainer Heiko Schickgram beim 2:1 über Tasmania, wie man einen spielstarken Gegner in die Knie zwingen kann. Die „kleine Hertha“ hingegen bewies gegen die Füchse, dass sie auch die nicht so berauschenden Auftritte mit einem Sieg zu krönen weiß. Beruhigend dabei, dass auf René Robben bei seinem Startelf-Comeback nach Verletzungspause gleich wieder Verlass war: der Top-Schütze der 03er erzielte sogleich das Tor des Tages.

Wer sich zur Mittagszeit nach Köpenick begeben haben sollte, könnte es – wie erwähnt –  auch noch zum Spiel SV Tasmania – SFC Stern 1900 nach Neukölln schaffen. Für den Tabellenzweiten wird es der Abschluss einer kräftezehrenden „Englischen Woche“, die am Mittwoch im Pokal sogar noch in die Verlängerung ging. Die Bilanz der Elf von Trainer Abou Njie ist allerdings glänzend: aus den letzten 10 Spielen gab’s 27 Punkte, dazu nun der Einzug ins Pokal-Halbfinale. Bleibt abzuwarten, wie Tas mit der Rolle des „Verfolgers Nr. 1“ umzugehen weiß – schließlich ist Platz 8 auch nur drei Punkte entfernt. Gegner Stern könnte zum Beispiel mit einem Sieg am Sonntag wieder vorbeiziehen. Allerdings ist den Steglitzern der Glanz zuletzt abhanden gekommen – nur ein Sieg aus fünf Spielen bedeutete das Abrutschen auf Rang 4. Hoffnung macht da, dass die Mannschaft von Trainer Manuel Cornelius (früher auch mal bei Tasmania aktiv) aus den letzten drei Auswärtsauftritten sieben Zähler verbuchen konnte (darunter der 2:0-Sieg bei Hertha 03).

Sollte Tasmania das Duell nicht für sich entscheiden können, hätte Tennis Borussia gute Aussichten, auf den Platz des Liga-Kronprinzen zurück zu kehren. Bei allen Aufs und Abs bleibt die Heimstärke der Veilchen ihre Konstante. Das Pokal-Aus unter der Woche beim BAK sollte dabei zumindest für die Moral der Mannschaft von Trainer Markus Schatte kein Problem sein. Der Gegner VfB Hermsdorf hat dazu eine bedrohliche Abwärtstendenz aufzuweisen: die letzten fünf Partien in der Liga gingen allesamt verloren. So verhinderte lediglich die Tatsache, dass die Kellerkinder Staaken und Füchse zuletzt ebenfalls nicht dreifach punkten konnten, einen Absturz des VfB auf einen Abstiegsplatz.


Mit dem 1. FC Wilmersdorf  und dem SV Sparta treffen dann außerdem noch zwei Vereine aus dem derzeitigen „Klub der 38er“ direkt aufeinander. Allerdings unter umgekehrten Vorzeichen: für die Wilmersdorfer geht der Aufzug nach fünf Siegen in Folge kontinuierlich nach oben. Die Lichtenberger dagegen siegten nur in einem der letzten vier Spiele und mussten den 1. FCW zumindest nach dem Torverhältnis schon mal passieren lassen. Der Heim- bzw. Auswärtsvergleich sieht da schon etwas ausgeglichener aus: Wilmersdorf gewann die vier letzten Partien im Volkspark, Sparta siegte zuletzt zweimal auf des Gegners Platz.

Die Partie zwischen den Füchsen Berlin und dem SC Gatow kann man hingegen als Duell der Desperados bezeichnen. Die Reinickendorfer haben aus den letzten acht Spielen nur drei Punkte erzielt und werden dabei von den Spandauern noch unterboten, die im selben Zeitraum ein mageres Pünktchen ergattert haben. Da kann man beim SC nur froh über die vorher eingefahrenen 24 Zähler sein, sonst stünde das Wasser in West-Spandau schon viel höher, als es das derzeit auf Platz 13 tut. Immerhin ist man noch fünftbeste Auswärtself der Berlin-Liga - vielleicht erinnert sich die Mannschaft von Neu-Trainer Christoph Herrmann ja am Freiheitsweg an diese Tatsache. Allerdings gewinnen die Hausherren (mit einer Ausnahme) ausschließlich dort - nur ist das mit dem Gewinnen, wie erwähnt, eben zur Zeit so eine Sache bei der Mannschaft von Markus Zschiesche. Selbst zuletzt, nach ordentlicher Leistung bei Spitzenreiter Hertha 03, unterlag man mit 0:1.

Aufatmen beim Nordberliner SC: der bis dato eher auswärtsschwache Aufsteiger verbuchte ausgerechnet beim SFC Stern einen wichtigen Dreier und kann nun gegen Schlusslicht TuS Makkabi den Abstand zur Gefahrenzone weiter ausbauen. Für die Charlottenburger ist das Spiel die "nächste letzte Chance", nachdem vergangenes Wochenende zuhause gegen Empor 0:1 verloren wurde. Dabei gab's zum wiederholten Male Lob vom Kontrahenten, für das sich Makkabi aber immer weniger kaufen kann. Das Prädikat "stets bemüht" steht schließlich in den Zeugnissen mancher Absteiger...

Auch der Tabellenvorletzte, die SF Johannisthal, ist schon wieder zwei Spiele ohne Sieg. Zwar machte der Aufsteiger nach der Winterpause zunächst Boden gut, kann sich Stagnation oder gar Rückschläge aber kaum noch leisten. Sonntag müssen die Kleeblätter bei Eintracht Mahlsdorf antreten. Mit dem Trainergespann Thorsten Boer und dem in der Winterpause zurückgekehrten Sven Orbanke hat die Eintracht die deprimierende Bilanz zum Ende der Hinrunde vergessen machen können. Zuletzt vier Siege aus fünf Spielen haben die Mahlsdorfer auf Platz 7 geführt - bei dem engen Feld zwischen Rang 2 und 8 könnte es da schnell weiter bergauf gehen.

Auch der SC Staaken will wieder etwas mitnehmen - diesmal beim TSV Rudow . Wenn die Konkurrenz leer ausgeht, hilft eben auch schon mal ein Remis im Abstiegskampf weiter. So wie letztes Wochenende, als der SCS daheim ein spektakuläres 3:3 gegen TeBe erkämpfte. Wichtig für die Moral, die auch unter der Woche beim Pokal-Aus bei Regionalligist Viktoria 89 stimmte. Fragt sich allerdings, wieviel Kraft diese Energieleistungen gekostet haben. Die Rudower bleiben als Tabellen-9. im Mittelfeld jenseits von Gut und Böse. Da hatte man sich vor der Saison sicher etwas mehr ausgerechnet - aber zuletzt wechselten sich beinahe wöchentlich Siege und Niedelagen ab. Vorsicht ist beim TSV also geboten - denn vergangene Runde gab's einen 2:1-Sieg in Gatow...

Die Spiele des 22. Spieltags der Berlin-Liga im Überblick

Samstag:
SV Empor  (11.) – Berliner SC (10.)    Jahn-Sportpark, 14 Uhr
Sonntag:

Köpenicker SC (8.) – FC Hertha 03 (1.)   Wendenschloßstr., 12 Uhr
Füchse Berlin (16.) – SC Gatow (13.)   Freiheitsweg, 14 Uhr
Tennis Borussia (3.) – VfB Hermsdorf (14.)  Mommsenstadion, 14 Uhr
Nordberliner SC (12.) – TuS Makkabi (18.)  Elchdamm, 14 Uhr
Eintracht Mahlsdorf (7.) – SF Johannisthal (17.)  Am Rosenhag, 14 Uhr
SV Tasmania (2.) – SFC Stern (4.)  Werner-Seelenbinder-Sportpark, 14.30 Uhr
TSV Rudow (9.) – SC Staaken (15.)  Stubenrauchstr., 14.30 Uhr
1. FC Wilmersdorf (5.) – SV Sparta (6.)  Volkspark, 15 Uhr

Foto: berlinreporter.Haehnel