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Von wegen Männersport! Auch schnelle Ladies gehen an den Start!
Foto: berlinreporter.Haehnel


Von Fahren kann keine Rede mehr sein. Sie fliegen! Die Rede ist von einem der traditionellsten und spektakulärsten Sportereignisse im Bezirk. Beim 24. internationalen Motorbootrennen von Grünau dürfen sich in diesem Jahr drei Lokalmatadore am Samstag und Sonntag vor der heimischen Kulisse des Langen Sees präsentieren.
Während sich Peter Heibuch aus Neuzittau bei den Rennen zur Europameisterschaft der Formel R 1000 starker Konkurrenz aus Lettland, der Ukraine und Großbritannien gegenübersieht, schielen der Berliner Uwe Brettschneider bei den ADAC Masters und sein Schützling Marvin Liehr aus Henningsdorf im ADAC Motorboot Cup auf das Treppchen.
Brettschneider, der bereits...

...seit 17 Jahre über das Wasser fliegt, freut sich auf das Rennen vor heimischem Publikum: „Viele Freunde und Familienmitglieder werden dabei sein. Das ist einfach schön und motiviert noch einmal extra. Das soll sich auch im Ergebnis niederschlagen. Es sollte schon einer der ersten drei Plätze werden.“ Dass er mit 52 Jahren als Urgestein der Szene gilt, sieht der Pilot nicht als Nachteil: „Mit dem Alter legt man zwar das Draufgängerische ab, aber das kann man mit Erfahrung wieder wettmachen. Reinhard Gerbert ist mit 75 Jahren immerhin noch Europameister geworden.“

Newcomer mit Meistertiteln
Die Frage des Alters stellt sich auch bei Marvin Liehr. Nach einem Welt- sowie Europameistertitel im Jugend-Schlauchbootslalom und einem Jahr in der Jungendrennbootklasse GT 15 kämpft der erst 14-Jährige nun erstmals in der Nachwuchs-Rennserie des ADAC um Punkte. Dennoch zeigt sich der Youngster vor dem Rennen in Grünau keineswegs nervös: „Ich freue mich wahnsinnig auf dieses Rennen. Zu anderen Strecken müssen wir fünf, sechs Stunden fahren.“ Um trotz seiner Debütsaison auf dem Langen See zu triumphieren, zapft Liehr die Erfahrung seines Lehrers Brettschneiders an: „Er zeigt mir viele Tricks. Das hilft mir natürlich, um einige Sachen auf Anhieb besser lösen zu können.“

Die Bezeichnung Lehrer ist für den Rennboot-Oldie selbst aber zu viel des Guten: „Wir sind eher Freunde, denn ich muss ihm nicht viel sagen. Wenn man ihm dann was zeigt, setzt er es sofort um.“ Dennoch warnt Brettschneider vor den besonderen Tücken auf dem Langen See: „Die Spundwände, also die Sicherung der einen Uferseite, lassen die Wellen nicht auslaufen. Sie kommen zurück und treffen auf neue Wellen. Da kann sich ein Boot ganz schnell überschlagen.“

„Marvin wird seinen Weg gehen.“
Allen Widrigkeiten zum Trotz, traut Brettschneider Neuling Liehr ein erfolgreiches Rennwochenende zu: „Natürlich soll er in seinem ersten Jahr in erster Linie lernen. Aber er soll schon versuchen, die Rookie-Wertung zu gewinnen, sprich bester Neu-Fahrer zu werden. Alles, was darüber ginge, wäre ein absolutes Sahnehäubchen.“ Ob sich die beiden Lokalmatadoren eines Tages gegenseitig die Punkte bei den ADAC Masters streitig machen? Für Brettschneider ein durchaus wahrscheinliches Szenario: „Damit ist zu rechnen, denn er wird seinen Weg gehen. Aber dann wäre ich einfach nur stolz.“