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Sebastian Polter ist wieder da - auf dem Platz und mit Toren. Foto: berlinreporter.Obuchoff


Mit seinem schwer erkämpften 2:1-Sieg am Freitag gegen den VfL Bochum rückte der 1. FC Union auf den vierten Tabellenrang der 2. Fußball-Bundesliga. Spieler und Trainerkollektiv wissen nun auch, wo sie leistungsmäßig nach der Winterpause stehen.
Mit der Verpflichtung von Stürmer Sebastian Polter können Aufstiegsambitionen kaum noch abgestritten werden. Indes dürfte er als alleiniger Heilsbringer kaum funktionieren. Selbst wenn die Medien die Rückkehr des »verlorenen Sohns« – Polter stürmte vor knapp zwei Jahren schon einmal für Union – groß abfeiern, letztlich, so Trainer Jens Keller »ist die Mannschaft als Ganzes entscheidend.« Und am Freitagabend sah jeder, dass nicht nur bei Polter – »wäre das Spiel zehn Minuten länger gewesen, hätte ich Krämpfe bekommen« – sondern auch im Zusammenspiel aller noch eine Menge »Luft nach oben ist«, wie es der Trainer ausdrückte.
Dass der athletische Stürmer ein Gewinn ist, wurde allerdings...

...bei seinem Ausgleichstor in der 67. Minute klar als er den Ausrutscher seines Gegenspielers Felix Bastians eiskalt nutzte. »Ich hatte darauf spekuliert«, so der Torschütze, denn Bastians sei vorher schon einmal gestolpert. Interessant: eine Minute zuvor hatte Keller mit Philipp Hosiner einen zweiten Stürmer für den defensiven Michael Parensen eingewechselt und damit seine Taktik offensiver ausgerichtet. Die bislang dichte Bochumer Abwehr war irritiert.
Gerade die Abwehr der Gäste aus dem tiefen Westen hatte es den Hausherren schwer getan. Nicht nur hinten, sondern in der 40. Minute auch vor dem Uniontor. Plötzlich nutzte Bochums Rechtsverteidiger Hoogland die freie Bahn, weil sein Gegner Christian Pedersen gerade außerhalb des Spielfelds behandelt wurde, zu einem Kopfball. Michael Parensen fälschte den unglücklich ab, so dass Jakob Busk im Tor der Berliner keine Chance hatte, dass 0:1 zu verhindern.
Dass die Bank der Berliner gut besetzt ist, zeigten später Kenny Prince Redondo, der nach 78 Minuten für Simon Hedlund auf die linke Offensivseite rückte, ohne dass es zu einem Bruch im Spiel der Hausherren kam. Im Gegenteil: Nur zwei Minuten später schoss sein Gegenpart auf rechts, Steven Skrzybski, nach einem brillanten Pass von Felix Kroos zum 2:1 ein.
Letztlich könnte diese Ausgeglichenheit im Spielerkader entscheidend sein, ob Union der Aufstieg gelingt. Aber die Rückrunde wird hart: Bereits am nächsten Sonntag wartet Dynamo Dresden auf Union im Hexenkessel an der Elbe. Und auch Hannover, Stuttgart und Braunschweig sind noch Reiseziele für die Eisernen von der Alten Försterei.