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Redaktionspraktikant Sören über käufliche Freiheit, die Kämpfer für die Freiheit und die Opfer der Freiheit.
Wussten Sie schon, dass Sie eigentlich gar keine richtige Freiheit haben. Die müssen Sie nämlich kaufen, in Berlin und ganz Deutschland jedenfalls gibt’s Freiheit nur gegen Geld. Zumindest wenn man der Werbung des Ring-Centers glaubt: „Das ist kein Sonntag – das ist die große Freiheit.“
Also nichts wie los und rin ins Getümmel, heute am verkaufsoffenen Sonntag. Sonst ist ihre Freiheit womöglich früher zum Teufel als sie denken oder Sie hatten noch nie die richtige. Schließlich haben die Wendedeutschen des Ostens, die Brüder und Schwestern, ja darum...


gekämpft: „Kommt die D-Mark bleiben wir, kommt sie nicht, gehn wir zu Ihr“, war einer ihrer Sprüche. Echter Freiheitskampf eben. Mit Freiheit kannte man sich damals aus. Jetzt nutzen Sie die auch gefälligst!
Und so geht das mit dem Freiheit kaufen: „Boah, ey, das muss ich unbedingt haben! Losgestürmt, am besten noch verschuldet, die Kasse klingelt und dann ist sie endlich da, die Freiheit. Aber komisch, kaum ziehen ein paar Tage oder Wochen ins Land, ist das neue Spielzeug fast vergessen und neue Freiheiten wollen gekauft werden. Geld weg, neuer Kram da ... ... „und am Mittwoch kommt die Müllabfuhr und holt den ganzen Plunder“, sangen einst (1983) Geier Sturzflug. Komisch, wie sich die Zeiten nicht verändert haben. Also los! Kaufen Sie endlich ihre finale Freiheit.
Wie? Sie rennen sooft los und kaufen und das klappt nicht so richtig. „Komisch, kann man sie am Ende doch nicht kaufen, die Freiheit? Gibt es sie vielleicht gar nicht?“ höre ich Sie da fragen. Da könnten Sie Recht haben. Solange der Tanz ums „goldene Kalb“, sprich: der Raff- und Gier-Wahn nicht aufhört, gibt es die Freiheit nicht. Auch nicht oder schon gar nicht in Deutschland. Nicht mit der D-Mark, nicht mit dem Euro, nicht mit Gold, nicht mit dem neuen SUV, dem Urlaub auf Malle oder in Male.

So, und jetzt will ich beim Sonntagsshopping nicht weiter stören,
Viel Spaß bei der Jagd nach der Freiheit, euer Sören.
PS: "Wenn Ihr's nicht fühlt, Ihr werdet's nie erjagen", hat ollen Goethe schon gesagt, sagt mein Chef.