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Redaktionspraktikant Sören über Essen und Trinken in öffentlichen Verkehrsmitteln und den Umgang mit "BVG-Transportgut".
Redaktionspraktikanten haben’s nicht leicht. Kaffee kochen müssen sie, Umfragen machen müssen sie und Ausputzer müssen sie auch sein, wenn einer der „Star-Reporter“ mal ausfällt. Prompt hetzt mich der Alte wieder quer durch die Stadt.
Hier eine Recherche, da ein Interview und dann noch eine Pressekonferenz in Köpenick. Schnell noch ein Baguette und ab in die Tram 62. Puuuh ...


Jetzt aber einen Happenpappen abbeißen. Und prompt werde ich mit der neuen Service-Offensive der BVG konfrontiert: „Packen Sie ...
den Imbiss wieder ein, det is hier keene Imbissbude“, pöbelt der Fahrer über die Lautsprecheranlage. Ist doch schön – hat er auch mal was zu sagen, oder? Nur ich finde das nicht so toll – besonders die „Pranger-Methode“ nicht. Aber mal ehrlich – hat mich nicht wirklich interessiert. Wenn’s ihm nicht passt, kann er ja die Polizei rufen und mich wegen Essens verhaften lassen.
Zurück in der Redaktion habe ich natürlich in den Beförderungsbedingungen nachgeschlagen. Und siehe da: Essen und Trinken sind tatsächlich verboten. Aha! Schnauze halten! Leben verboten! Befehlsempfänger Fahrgast hat zu spuren! Aber warum nennen die dann ihr Transportgut "Kunden“?
Scheint inzwischen eine Art Schimpfwort geworden zu sein, wie beim Militär „Schütze Arsch“ vielleicht? Die Mühe, mal nach dem „Warum“ zu fragen, habe ich mir dann geschenkt. Ich hatte einfach keinen Bock auf irgendeine schwachsinnige Antwort, dass das im Interesse der "BVG-Fracht" sei.
Aber eins gibt mir doch zu denken. In BVG und S-Bahn ist das verboten – in den Fern- und Regionalzügen der Bahn nicht. Da wird sogar Essen und Trinken verkauft. Und bei den Privaten sowieso. 
Also: Entweder mit den Privaten oder der Regionalbahn fahren, wo immer es geht (die VBB-Tickets gelten auch dort) oder doch lieber mit dem Auto? Ist zwar nicht so toll für die Umwelt, aber viiiiiiiiel gemütlicher. Da darf man Atmen, Essen, Trinken, Furzen und vieles mehr – leben eben.
Der Rest der "BVG-Fracht" kann sich ja weiter dem Unsinn unterwerfen.
So jetzt will ich nicht weiter stören.
Bis denne - euer Sören!