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Keine Rücksicht auf Denkmalschutz: Die Natur erobert sich die "Siemensbahn" nach und nach zurück...                                        Foto: Torsten Haak


Rund vier Kilometer zieht sich die S-Bahn Strecke "Siemensbahn" durch das nordwestliche Berlin. Und doch kennt sie kaum jemand. Denn seit dem Reichsbahnerstreik im September 1980 ist der Zugverkehr eingestellt und die Natur beginnt, sich die Anlagen zurück zu erobern.
1927 begann die Firma Siemens & Halske in Eigenregie mit dem zwei Jahre dauernden Bauprojekt. Am 18. Dezember 1929 wurde dann der Verkehr mit elektrischen Zügen aufgenommen. Die „Große Elektrisierung“ der Berliner Stadt-, Ring- und Vorortbahnen war...

damals gerade im vollen Gange. Die Zahl der Fahrgäste, ein Großteil davon Werksarbeiter, ging drastisch in die Höhe. Von rund 90.000 Mitarbeitern, die Siemens zu dieser Zeit allein in der Siemensstadt beschäftigte, benutzten etwa 17.000 Fahrgäste die im Fünf-Minuten-Takt verkehrende S-Bahn.

Der Streckenast der "Siemensbahn", mit damaligen Anschluss zur Ringbahn, begann am Bahnhof Jungfernheide. Das S-Bahngleis ist auf ganzer Länge als Viaduktbahn angelegt. Erste Station ist der S-Bahnhof Wernerwerk, der sich auf dem Betriebsgelände der Firma Siemens befindet. Weitere Haltepunkte waren die Stationen Siemensstadt und der ebenerdige Endbahnhof Gartenfeld in der gleichnamigen Ortslage. Hier entstand zusätzlich ein Reiterstellwerk mit einer sechsgleisigen Abstellanlage.
Leider blieben die im Jahre 2008 geführten Verhandlungen der Deutschen Regionaleisenbahn (DRE) mit der Deutschen Bahn (DB) zur Übernahme ergebnislos. 
Es wird noch immer spekuliert, ob jemals wieder ein Zug die Gleise befahren wird. Einige Teile der ehemaligen
S-Bahntrasse stehen bereits unter Denkmalschutz.

 

Befuhr 51 Jahre bis zum Reichsbahnerstreik die "Siemensbahn": Baureihe ET 165, auch "Stadtbahner genannt". Die Züge wurden unter anderem von Siemens Schuckert hergestellt.      Foto: berlinreporter.Haehnel