Hier werden Freitagsspiele besonders zelebriert: bei TeBe im Mommsenstadion.
Fotos: Sportbilanz.Hagen Nickelé


Top-Teams Tasmania und TeBe eröffnen den Spieltag jeweils unter Flutlicht +++ Gegner Stern 1900 bzw. Hermsdorf mit guten Erinnerungen

Der Berlin-Marathon macht's möglich - oder besser nötig: nachdem das Spiel zwischen Tennis Borussia und dem VfB Hermsdorf ohnehin am Freitag angesetzt war, entschied man sich auf Seiten des SFC Stern 1900 und Tasmanias, die gemeinsame Begegnung vom wegen der Anreise problembehafteten Lauf-Sonntag ebenfalls auf den Flutlichttermin vorzuziehen.

Seit vergangenem Spieltag grüßt der SV Tasmania ja alleine von der Tabellenspitze. Die Niederlage von Konkurrent Hertha 06 in Köpenick hat den Neuköllnern so an der Spitze schon mal drei Punkte Vorsprung auf den Rest der Spielklasse beschert. Allerdings ist Tennis Borussia da eine Ausnahme, denn die Veilchen haben zwar als Dritter auch drei Zähler Rückstand, aber bekanntermaßen ja noch ein Spiel in der Hinterhand. Die Nachholpartie beim KSC muss man dabei jedoch - siehe oben - nicht unbedingt als punktemäßigen Selbstläufer ansehen.

 Tasmania will nun also seine Position beim SFC Stern 1900 verteidigen. Die Steglitzer aber sind auch nicht schlecht drauf als Tabellen-6. und somit "droht" Tasmania ein weiteres Spitzenspiel. Na, zumindest Topspiel, denn ein Aufeinandertreffen von Klubs mit besserer Platzierung hat diese Runde nicht zu bieten. Die Mannschaft von Abu Njie hat sich nach den zahlreichen Highlights - mit dem Auftritt in Steglitz wird sie die aktuellen Top Six allesamt gespielt haben -  der Pflichtaufgaben in Staaken und gegen Sparta sachlich entledigt. Den Hurra-Stil der vergangenen Saison vermisst man ein wenig bei den Neuköllnern, aber das mag auch der veränderten Wahrnehmung geschuldet sein, sind die Tasmanen doch vom Jäger zum Gejagten avanciert. Den Ausfällen wichtiger Spieler fügte sich vor zwei Wochen noch Jack Grubert hinzu - der beste Schütze beim Spitzenreiter fällt wohl noch weitere 14 Tage aus. Da tat es den Mannen von der Odertraße gut, dass Emre Demir zuletzt sein Comeback gab. Der muss allerdings von Abu Njie eher noch vorsichtig aufgebaut werden, ob wohl er auf weitere Einsätze brennt.

Der SFC Stern 1900 wird sich gerne zurück besinnen auf das letzte Aufeinandertreffen vor fast genau einem Jahr: die Steglitzer setzten sich damals - ebenfalls am 8. Spieltag - deutlich mit 5:2 durch und boten dabei vor allem einen furiosen ersten Durchgang, an dessen Ende bereits ein klarer 4:1-Vorsprung herausgeschossen worden war. Damals allerdings war der Gegner auch noch keine Spitzenmannschaft. Die Sterne haben diese Spielzeit sogar den einen oder anderen Zähler liegen lassen. Vergangenes Wochenende drohte gar eine Blamage, als man bis 15 Minuten vor Ende beim punktlosen Schlusslicht SC Gatow 0:1 zurücklag. Aber wohl dem, der einen Yannick Woithe in seinen  Reihen weiß - mit einem lupenreinen Hattrick brachte der Torjäger seine Farben am Ende noch auf die Siegerstraße. Woithe fehlte beim besagten 5:2 noch wegen eines Kreuzbandrisses - um so erstaunlicher, wie gut es  bei dem Knipser aus Steglitz wieder läuft.

Tennis Borussia scheint gerade erst richtig in Fahrt zu kommen. Unentschieden und knappe Siege bestimmten ja den Saisonauftakt der Charlottenburger - zuletzt aber gab's zwei Siege mit insgesamt 9:0 Toren. Diese Bilanz könnte sogar dazu führen, dass - bei Sieg TeBe und Niederlage Tasmania - die Mannschaft von Daniel Volbert trotz eines Spiels weniger die Tabellenführung aufgrund des besseren Torverhältnisses zumindest bis Sonntag übernehmen könnte. Die Offensivmaschine läuft jedenfalls bei den Lila-Weißen auf Hochtouren: beim 5:0 gegen den Nordberliner SC vor 14 Tagen ging das Toreschießen erst so richtig los, als die Borussen in Unterzahl spielen mussten. Der damals mit Gelb-Rot bedachte Ertan Turan dürfte aber gegen Hermsdorf wieder mit von der Partie sein. Beim 4:0 in Altglienicke lieferte TeBe gleich eine doppelte Lehrstunde ab. Erste Halbzeit kompakt stehen und nichts  zulassen, dann nach der Führung den Gegner durcheinander wirbeln. Michael Fuß traf dabei zum zweiten Mal in Folge doppelt, sein "Vertreter" Arafa El-Moghrabi zweimal hintereinander als Joker.

Dennoch: Gegner VfB Hermsdorf hat bislang genau so viele Treffer erzielt wie TeBe - nämlich 15. Den feinen Unterschied machen die kassierten Tore aus: die Lila-Weißen mussten nur ganze dreimal, die VfB-Spieler aber schon 12-mal den Ball aus dem eigenen Netz holen. Also auch in Saison 1 nach der 18-jährigen Amtszeit von Trainer Jörg Schmidt scheinen sich die Hermsdorfer treu zu bleiben: bei Spielen der Rot-Weißen gibt's auch weiterhin Tore satt. Als Einzige (außer Gatow) haben sie diese Saison noch kein Mal Unentschieden gespielt. Mit Platz 7 hat die Mannschaft des neuen Trainers Sascha Krakowski dabei einen ordentlichen Start hingelegt. Zuletzt besiegte man den unangenehmen Aufsteiger BFC Dynamo II zuhause mit 2:1 - der Siegtreffer gelang dabei sogar in Unterzahl (Mittelfeldspieler Yasin Al Moussa wird also gesperrt fehlen). Gerne wird man sich auch bei den Hermsdorfern an das letzte Aufeinandertreffen im Mommsenstadion erinnern: vor fast genau einem halben Jahr drohte man nach fünf Pleiten in Serie in akute Abstiegsgefahr zu geraten. Da gelang ausgerechnet bei den heimstarken Charlottenburgern ein 2:0-Sieg - die Torschützen von einst, Venz (zum NoSC) und Zellner (zu Hertha 03), haben den Verein allerdings inzwischen verlassen.

Damals vielleicht der Wendepunkt für den VfB zum Klassenerhalt - und vielleicht der Beginn des vorzeitigen Endes der Ära Markus Schatte bei Tennis Borussia. Zwei Spieltage später kam das Aus für den damaligen TeBe-Trainer - nach dem 1:1 zuhause gegen den SV Tasmania, an einem Freitag, unter Flutlicht...


Freitag, 19 Uhr: Tennis Borussia (3.) - VfB Hermsdorf (7.) Mommsenstadion
Freitag, 20 Uhr: SFC Stern 1900 (6.) - SV Tasmania (1.)  Kreuznacher Str.


Der 8. Spieltag wird am Sonntag fortgesetzt, kurze Vorschau folgt.

   
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