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 TeBe mit Freitagsspiel gegen Nordberliner SC +++ Spitzenduo am Sonntag: Hertha 06 gegen Empor, Tasmania in Staaken +++ Zwei Ostderbies: BFC II – Altglienicke, Mahlsdorf-KSC +++ TSV Rudow weicht erneut aus

 Heimlich, still und leise hat sich in der Spielpause der Berlin-Liga etwas in der Tabelle getan. Der CFC Hertha 06 ist nämlich zum alleinigen Tabellenführer vor dem bislang punkt- und torgleichen SV Tasmania avanciert, denn der Aufsteiger profitierte in der Zwischenzeit  von einem Urteil des Sportgerichts. Demnach setzte der SC Staaken den noch nicht spielberechtigten Emre Özbek an den ersten beiden Spieltagen ein, was eine 0:6-Wertung der besagten Partien zur Folge hat. Dadurch bekamen die 06er, die am ersten Spieltag 1:0 in Staaken gewannen, einen Bonus von weiteren fünf Toren  gut geschrieben und brauchen den Platz an der Spitze vorerst nicht mehr zu teilen.

Wie die „Fußball-Woche“ meldete, stehen zwei weitere Vereine – der SC Gatow gleich in vier Fällen, der 1. FC Wilmersdorf bezüglich des Heimspiels gegen Rudow (2:2) – vor einer vergleichbaren Wertung bzw. deren Gegner vor einer entsprechenden „Gutschrift“. Inzwischen sollten alle Berlinligisten aber ihre Hausaufgaben gemacht haben, sodass es zu keinen weiteren Überraschungen solcher Art kommen dürfte. Entscheidungen auf dem grünen Rasen gibt es in Berlins höchster Spielklasse nun wieder an diesem Wochenende zu bewundern.

Alle Partien des 6. Spieltags finden dabei am Sonntag statt – bis auf die von Tennis Borussia gegen den Nordberliner SC, die am heutigen Freitagabend stattfindet.  Durch die Spielabsage in Köpenick haben die Veilchen in der Tabelle gewissermaßen eine Lauerstellung eingenommen. Mit einem Sieg im heimischen Mommsenstadion könnten die Charlottenburger zumindest bis Sonntag punktemäßig mit der Spitze gleich ziehen – und sich damit dort, falls nötig, schon mal in Erinnerung bringen. Zuhause waren die Borussen bislang zweimal siegreich, auch wenn es dabei eng zuging. Im Pokalspiel gegen A-Kreisligist Schmöckwitz/Eichwalde (6:0) am vergangenen Wochenende zeigte sich Stürmer Arafa El-Moghrabi mit vier Treffern gut in Form.  Die Gäste aus Heiligensee gehen angesichts von nur einem Sieg aus dem Startprogramm als Außenseiter ins Spiel – auf des Gegners Platz gingen sie sogar beide Male leer aus.

Am Sonntag dann bekommt es Tabellenführer Hertha 06 mit dem SV Empor zu tun. Rund um die Brahestraße scheint derzeit die Sonne: zu dem sportlich guten Start kommen – siehe oben – fünf Tore Bonus am Grünen Tisch. Und sollte auch die Partie gegen Gatow (5:1) mit 6:0 gewertet werden, kämen weitere zwei Treffer plus auf’s Konto. Das Glück des Tüchtigen, denn die Mannschaft von Trainer Murat Tik hat mit dem 1:1 bei Tasmania vor 14 Tagen auch ihren ersten richtigen Härtetest bestanden. In der ersten Pokalrunde (8:0 beim Spandauer SV) konnten im Übrigen einige Stammkräfte verschnaufen, sodass die CFC-Elf am Wochenende wieder frisch ans Werk gehen dürfte. Gegner SV Empor ist dabei allerdings schwer auszurechnen: nach zwei Auftaktsiegen folgten drei Pleiten in Folge. Im Pokal lagen die Prenzlauer Berger zur Pause in Staaken auch schon 0:2 zurück, ehe man im zweiten Durchgang mit drei Treffern noch die Wende schaffte.

Trotz des 9:0-Siegs im Spandauer Derby gegen Gatow ist beim SC Staaken durch das Pokal-Aus also etwas Ernüchterung eingekehrt.  Mit dem SV Tasmania kommt am Sonntag obendrein ein Verein in den Sportpark, der Schwächephasen wie in der 2. Halbzeit im Pokal ebenso gnadenlos wie Empor ausnutzen dürfte. Tas-Trainer Abu Njie wiederum muss bei seinem Team die Spannung hoch halten, nachdem die „Spitzenspielwochen“ in der Öffentlichkeit quasi für beendet erklärt wurden. Dass es in der Berlin-Liga im Allgemeinen und mit dem SCS im Besonderen keinen leichten Gegner gibt, ist dabei vor allem angesichts des schwierigen Startprogramms der Neuköllner alles andere als nur eine Binsenweisheit Njies. Die Rückkehr des im Pokalspiel (3:1 bei Stern Marienfelde) gesperrten Kapitäns und Motivators Zvonimir Penava spricht dafür, dass Tasmania das erforderliche Level an Konzentration in Staaken auf den Platz bringen wird.

Ein weiterer Fokus des Spieltags liegt auf dem Osten der Stadt: um 14 Uhr werden gleich drei Partien in Lichtenberg, Hohenschönhausen und Mahlsdorf angepfiffen. Der SV Sparta könnte dabei gegen Schlusslicht SC Gatow nach dem 4:0-Sieg in Wilmersdorf  einen Aufwärtstrend einläuten. Die Gatower wiederum müssen langsam beweisen, dass es bei Ihnen zumindest ergebnismäßig um mehr als nur um Schadensbegrenzung geht.

Das eigentliche Topspiel des Spieltags findet im Sportforum in Hohenschönhausen statt: mit dem BFC Dynamo II und der VSG Altglienicke treffen dort nämlich die unmittelbaren Verfolger des Spitzenduos aufeinander. Der Gastgeber und Aufsteiger stellt bislang die beste Heimelf der Liga, tritt nun aber auch schon zum vierten Mal in dieser Spielzeit zuhause an. Die Altglienicker verfügen wiederum mit 15 erzielten Toren über die erfolgreichste Offensive – bemerkenswert, da man ja am 1. Spieltag bei Tasmania (0:4) leer ausging. Besonders Gaudian und Kroll (je vier Treffer wie auf Seiten des BFC Zurawski) haben ihr Visier schon gut eingestellt. Vor gerade mal drei Monaten trat die VSG übrigens letztmals im Sportforum an – damals noch zum Saisonabschluss 2013/14 gegen die Erste des BFC Dynamo und unterlag 0:5.

Auch bei Eintracht Mahlsdorf kommt es zu einem „Ostderby“: die Mannschaft des Trainer Duos Sven Orbanke /Torsten Boer (hören Sie auch das Interview mit dem Ex-Zweitligaprofi in unserer Mediathek) empfängt den Köpenicker SC. Nach drei Spielen und sieben Punkten reichte es für die Mahlsdorfer zuletzt nur zu einem Unentschieden in zwei Partien. Wieder Zeit also für ein Erfolgserlebnis bei der Eintracht, die trotz Platz 5 noch nicht in die angestrebte Rolle einer Spitzenmannschaft gefunden hat. Noch gar nicht im Rhythmus ist der KSC – kein Wunder, möchte man meinen, angesichts von allein zwei Partien Rückstand. So steht bei der Elf von Trainer Heiko Schickgram nur ein Zähler zu Buche. Die Partie in Mahlsdorf läutet dazu eine schwere „Englische Woche“ für die Köpenicker (Nachholspiel gegen Rudow am Mittwoch, dann gegen Hertha 06) ein – danach dürfte man an der Wendenschloßstraße schon eher wissen, wo die Reise hinführt.

Zur Mittagszeit bereits duellieren sich im Grunewald der Berliner SC und Aufsteiger FC Internationale sowie in Steglitz Stern 1900 und der 1. FC Wilmersdorf. Den Abschluss der 6. Runde bildet die Partie TSV Rudow – VfB Hermsdorf, die am Sonntag um 15 Uhr angepfiffen wird. Da der neue Kunstrasenplatz an der Stubenrauchstraße immer noch nicht freigegeben wurde, muss der TSV ein weiteres Mal in das Stadion Britz-Süd ausweichen.

 

Alle Partien des 6. Spieltags im Überblick:

Freitag, 19 Uhr

Tennis Borussia (7.) – Nordberliner SC (15.)  Mommsenstadion

Sonntag, 14 Uhr

Berliner SC (11.) – FC Internationale (6.)  12.30 Uhr, Hubertusallee

SFC Stern (12.) – 1. FC Wilmersdorf (16.)  12.45 Uhr, Kreuznacher Str.

SC Staaken (8.) – SV Tasmania (2.)  Sportpark Staaken

SV Sparta (13.) – SC Gatow (18.)  Fischerstraße

BFC Dynamo II (4.) – VSG Altglienicke (3.)  Sportforum

Eintracht Mahlsdorf (5.) – Köpenicker SC (17.)  Am Rosenhag

CFC Hertha 06 (1.) – SV Empor (9.)  Brahestraße

TSV Rudow (14.) – VfB Hermsdorf (10.)  15 Uhr, Stadion Britz-Süd

Foto:Sportbilanz.Haehnel