Blickpunkt 15.01.: Man stelle sich vor, es gebe kein Wetter. Wie traurig und eintönig wären doch unsere Small-Talks. Und so schießen bei den üblichen Wetter-Diskussionen die wildesten Spekulationen ins Kraut. Noch vor einem Jahr, als der zweite „richtige“ Winter infolge Berlin „überraschte“ hörte man, dass...


von Klimaerwärmung ja keine Rede sein könne und die nächste Eiszeit ins Haus steht. „Na klar, Eiszeit“ meinten andere, aber nur weil durch den Klimawandel der Golfstrom abreiße.
Und dieses Jahr? Frühling im Januar mit über zehn Grad?
Sehen Sie, macht doch Spaß, die Wetterdiskussion. Fakt ist: wir befinden uns in einer Eiszeit, nämlich in ihrer Warmphase. Aha. Also, lasst uns ein wenig smalltalken:
Heute ist ja der 15. Januar. Schauen wir also mal auf diverse Wetter in Berlin am 15. Januar.
1963 war der Winter extrem kalt und hart. Und obwohl Ofenheizung damals noch flächendeckend verbreitet war, lieferte die Gasag bis zum 15. Januar schon den Rekordwert von 1,63 Millionen Kubikmeter Gas an die Westberliner.
1968 war der 15. Januar besonders extrem. Von 13 frostigen Graden nachts schnellte das Thermometer am Tag auf plus 10 Grad. In der Folge tobten Orkane mit Windstärken von zehn bis elf.
1975 kam der Tag noch drastischer daher: ein Zitronenfalter wird in Neukölln gesichtet und in den Parks werden Amseln beim Nestbau beobachtet.
1981 gab es dann wieder (wie 2009 und 2010) durch anhaltenden Schneefälle eine 14 Zentimeter hohe Schneedecke – nahezu über Nacht.
1984 zeigte sich der 15. Januar wieder einmal anders extrem. Diesmal fegten Stürme mit Windstärke 12 und einer Geschwindigkeit bis zu 130 Stundenkilometern über die Stadt.
Und heute? Naja. Sagen wir, es hat einen typischen durchschnittlichen Berliner 15. Januar. Nachts ein Bisserl Frost, tags ein Klitze über Null.
Tja, was will der Chronist nun damit verdeutlichen? Er hält sich an die sinnigste Bauernregel aller Zeiten: „Kräht der Hahn auf dem Mist, ändert sich’s Wetter oder bleibt wie es ist.“ Und das finden auch die Meteorologen.

   
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