Blickpunkt 5. Dezember: Litfaß heißt er, der Berliner Verleger und Druckereibesitzer, der aus dem 19. Jahrhundert.
Litfaß? – Das ist doch die berühmte Reklamesäule, werden Sie jetzt sagen. Richtig. Das ist sie. Und er, der Verleger durfte Sie heute vor 156 Jahren erstmals in Berlin aufstellen. Der geistige Gründervater von Hans Wall (Wall AG), quasi. Der „möbliert“ ja heutzutage auch die Städte mit allerlei Nachfolgern und Schnickschnack und modernen Formen der Litfaß-Säule.
Mit vollständigem Namen heißt der Urvater der Werbesäule übrigens...

Ernst Litfaß und hat für seine Idee sogar einen Orden bekommen – das Rote Johanniterkreuz. Der eigentliche Grund für die Verleihung war aber ein kriegerischer, wie in Preußen meist nicht anders zu erwarten. Litfaß hatte nämlich 192 Kriegsdepeschen gratis an seine Litfaß-Säulen geschlagen. Na, wenn das kein Grund für einen Orden ist.

Aber auch wirklich Sinnvolles tat er für die Verwundeten der Kriege von 1864, 1866 und 1870/1871. Den Erlös selbstfinanzierter Veranstaltungen stiftete er den entsprechenden Komitees. Und für sein Gewerbe führte der Hof-Buchdrucker wichtige Neuerungen ein. Mit Schnellpressen, aus denen die Offsetdruckerei entstand und dem Farbdruck brachte er in der Druckkunst wichtige Fortschritte.

Die Litfaß-Säule selbst entwickelte sich dadurch und durch Litfaß’ Vergrößerungstechniken enorm weiter. Und es gibt sie immer noch. Modern, ganz in Edelstahl und unter Glas präsentieren sich auf Wall’s Säulen die Werbebotschaften.

Zu seinen und der Säule Ehren steht an der Münzstraße in Berlin-Mitte nahe dem Alexanderplatz ein Denkmal in  Form einer Litfaß-Säule. Und ein Oberstufenzentrum in Berlin-Wittenau trägt seinen Namen.

 

   
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