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Blickpunkt 8.Juni 1971: Ob der Senat noch heute so wie vor 39 Jahren entscheiden würde, ist eher fraglich. Denn damals beschloss man den Bau des „Kampfsterns Galactica“!
Wenn Sie jetzt denken, der Chronist hat leicht die Orientierung verloren, haben Sie nicht ganz Unrecht. Aber wenn Sie trotzdem einmal in Ruhe das Berliner Kongresszentrum ( ICC Berlin ) betrachten, werden Sie möglicherweise auch feststellen, dass der Autor dieser Zeilen doch nicht ganz falsch liegt. Da...


steht er also immer noch, der Prachtbau, der 5000 Menschen fasst - in seinem unwiderstehlichen „70er-Jahre-Bausünden-Charme“, total unwirtschaftlich, wegen riesiger, nebenkostenintensiver Flure und voller wunderbarem Asbest.
Ja, richtig. Das ist der Stoff, weswegen der „Palast der Republik“ abgerissen wurde. Nur die Kongresshalle, dieser architektonische Saurier, soll erhalten werden. Denn, so das Argument: der Abriss kommt viel zu teuer. So, so. Und zum Sanieren ist auch kein Geld da. Und jetzt?
Trotz des vielen Gifts scheint es völlig unbedenklich zu sein, das bei den unterschiedlichsten Großveranstaltungen und Messen die Besucher ein und aus gehen. Und so können sich die Berliner Architekten Ralf Schüler und Ursulina Schüler-Witte ruhig zurücklehnen. Vorerst wird ihrem 320 Meter langen, 80 Meter breiten und 40 Meter hohen, 1979 fertiggestellten Prachtbau also nichts Böses geschehen.
Und der Chronist kann sich bei gelegentlichen Besuchen auf dem Messegelände hin und wieder davor aufstellen und von „unendlichen Weiten“ träumen. Ach nee, das ist ja „Raumschiff Enterprise“ und nicht die „Galactica“. Obwohl – bei dem Preis von fast 500 (in Worten: fünfhundert) Millionen Euro müsste das Ding doch eigentlich fliegen können, oder?