Entspannte Atmosphäre bei den Herthanern - das Geheimnis des Erfolgs?    Foto:BAFPics


Fernduell im Meisterrennen: Hertha 03 in Staaken (So.), Tasmania gegen Makkabi (Mo.) +++ Leistet sich eines der beiden Topteams einen unerwarteten Ausrutscher? +++ Fünf Spiele bereits am Freitagabend
Nachdem die Abstiegsfrage am vergangenen Spieltag bereits geklärt wurde, konzentriert sich die Spannung in der Berlin-Liga auf den Titelkampf zwischen Hertha 03 und Tasmania. Doch was heißt hier nur? Manche Liga würde sich freuen über ein derart packendes Saisonfinale....

Da sei auch an dieser Stelle nochmal festgestellt: beide Mannschaften spielen eine überragende Saison – da ist es beinahe schade, dass sich das zwischendurch aufkeimende Gerücht über den möglichen Aufstieg der ersten beiden Teams nicht bewahrheitet hat. Als Fan der Berlin-Liga hingegen kann man sich hingegen freuen, nächstes Jahr einen der beiden Klubs wiedersehen zu dürfen. Wenn man Altglienicke und TeBe als Meisterschaftsaspiranten 2014/15 bewertet, dazu Hertha 03 oder Tasmania und ein immer mögliches Überraschungsteam rechnet – so könnte die kommende Saison vorne noch spannender werden.
Doch bleiben wir in dieser Saison und dem kommenden Spieltag. Der ist ja eigentlich...

der 34., aber nicht der letzte. Auf Bitten zahlreicher Berlin-Ligisten wurde die Runde auf das eigentlich freie Pfingstwochenende vorgezogen. Das hat natürlich auch Auswirkungen auf den Kampf um die Meisterschaft.

So tritt Hertha 03 am Sonntag (schon um 12 Uhr!) beim SC Staaken an. Für die Zehlendorfer ist es bereits das dritte Auswärtsspiel in Folge. Doch diese Konstellation  kam den 03ern im Grunde genommen gerade zur rechten Zeit. Nachdem nämlich aus drei Heimpartien zuvor nur ein Zähler geholt wurde und der kommode Vorsprung auf Tasmania wie Eis in der Sonne geschmolzen war, fand der Spitzenreiter in der Fremde wieder in die Spur. Auch die vermeintlich kniffligste der abschließenden Aufgaben - die bei Stern 1900 -  löste die Mannschaft von Timo Szumnarski erfolgreich. Der Rest , d. h. die Spiele in Staaken und zuhause gegen Gatow – scheint Formsache für den Spitzenreiter. Zwei Siege, und Hertha 03 ist durch. Doch natürlich wollen diese Partien auch erst mal gespielt werden – und natürlich muss man damit rechnen, dass der Konkurrent aus Neukölln auch auf der Zielgerade hartnäckig bleibt. Stellt sich die Frage, was die Zehlendorfer am Sonntag in Staaken erwartet. Der SC hat vergangenes Wochenende den Klassenerhalt unter Dach und Fach bringen können. Können die Spandauer also noch die Spannung und die Spieler auf den Platz bringen, um fokussierten Zehlendorfern entsprechend Paroli bieten zu können? Mit Sicherheit will sich die Mannschaft von Jörg Riedel nicht nachsagen lassen, als Zünglein an der Waage im Titelkampf  nicht alles gegeben zu haben – aber das erreichte Saisonziel steckt sicher auch in den Köpfen. Motivierend könnte allerdings die Erinnerung an das Hinspiel wirken – in Zehlendorf kassierten die Staakener eine 0:9-Klatsche, das höchste Resultat in der gesamten Saison 2013/14. Für einen Abstiegskandidaten ist im Übrigen Platz 9 in der Heimtabelle eine ordentliche Platzierung. Torjäger Erhan Bahceci (14 Saisontore) zeigte sich obendrein zuletzt in trefflicher Verfassung. Der Spitzenreiter wird also einen Teufel tun und diese Aufgabe auf die leichte Schulter nehmen. Dazu hat man eine herausragende Bilanz in der Fremde vorzuweisen: 13 Siege, 2 Unentschieden und nur eine Niederlage.  Auch bei Hertha 03 lohnt sich der Blick auf  den Torjäger; René Robben (23 Saisontreffer) trat bei Stern 1900 zwar nicht als Torschütze in Erscheinung, ging aber unglaublich weite Wege. So half Robben häufig in der Defensive mit aus, bewies aber auch vor dem  entscheidenden Führungstreffer zum 1:0 als Vorbereiter Übersicht sowie Uneigennützigkeit. Im Rennen um die Torjägerkanone – die hat ein Goalgetter natürlich immer im Blick – hat er im Übrigen dadurch auch nicht entscheidend an Boden verloren.

Der SV Tasmania muss dann  erst am Pfingstmontag (Anstoß: 16 Uhr!) gegen TuS Makkabi ran. Das Heimspiel gegen den bereits feststehenden Absteiger scheint ebenfalls ein Selbstläufer. Allerdings haben es sich die Gäste auch nach ihrem sportlichen Aus nicht nehmen lassen, ordentliche Leistungen auf den Rasen zu bringen. Dass sie sich nun ausgerechnet beim Aufstiegsaspiranten nun einmal mit einem entsprechenden Ergebnis belohnen, scheint jedoch unwahrscheinlich. Die Tasmanen gehen zwar auf dem Zahnfleisch nach dem harten Programm der vergangenen Monate mit Berlin-Liga und dem Erreichen des Pokalfinales. Zahlreiche verletzungsbedingte Ausfälle und angeschlagene Spieler belasten dadurch zur Zeit den Kader von Trainer Abou Njie. Top-Schütze Emre Demir musste etwa beim Pokalfinale zusehen, Safa Sentürk verletzt raus. Dennoch dürfte Tasmania am Montag genügend Qualität auf dem Platz stehen haben, um diese Aufgabe zu lösen. Njie, bekannt als Motivator, wird sein Bestes tun, auch die Enttäuschung über die Niederlage im Pokalfinale und das Verpassen des DFB-Pokals wieder aus den Köpfen seiner Spieler zu bekommen. Doch von fern zeichnet sich auch der mögliche Frust ab, dass man trotz einer unglaublichen Serie – im Moment 19 ungeschlagene Spiele in Serie, dabei 53 von 57 möglichen Punkten – am Ende mit leeren Händen da steht. Das wäre, auch wenn die Zielsetzung zu Saisonbeginn eine andere war, rein sportlich gesehen sicherlich bitter.

Zugegebenermaßen muss man etwas suchen, um sich die restlichen Partien der Berlin-Liga an diesem Wochenende schmackhaft zu machen. Bei der Frage nach dem besten Torschützen der Saison 13/14 wird sich Christoph Zorn (26 Tore) mit Eintracht Mahlsdorf gegen Aufsteiger Nordberliner SC, der den Klassenerhalt bereits in der Tasche hat, wohl nochmal mächtig ins Zeug legen – wenn er denn spielen kann. Vergangene Woche war er nicht im Einsatz. „Verfolger“ Michael Fuß (TeBe, 24 Tore) könnte allerdings in dieser Spielzeit auch nicht mehr auflaufen, was die Chancen von Zehlendorfs Robben im Rennen um die Torjägerkanone erhöhen könnte.

Das letzte Heimspiel in der Berlin-Liga auf unbestimmte Zeit könnte Nostalgiker am Freitag an den Reinickendorfer Freiheitsweg locken. Die Füchse Berlin sind wegen ihrer schlechten Tordifferenz in aussichtsloser Position für den Klassenerhalt  und empfangen den Köpenicker SC, der noch auf die Auszeichnung „Bester Aufsteiger 13/14“ schielt. Dazu müsste der zwei Punkte besser da stehende SV Sparta allerdings am Sonntag tunlichst beim VfB Hermsdorf patzen, der nach einer schwierigen Saison nochmal mit einem blauen Auge davon gekommen ist. Freunde des Flutlichtspiels wird es auch wieder ins Mommsenstadion locken, wenn Tennis Borussia seinen Heim-Kehraus gegen den SV Empor gibt.

Alle Partien des vorletzten Spieltags der Berlin-Liga im Überblick:
Freitag
Füchse Berlin (16.) – Köpenicker SC (8.)  18.30 Uhr, Freiheitsweg

Tennis Borussia (4.) – SV Empor (11.)  19 Uhr, Mommsenstadion
SF Johannisthal (18.) – Berliner SC (10.)  19 Uhr, Segelfliegerdamm
Eintracht Mahlsdorf (3.) – Nordberliner SC (12.)   19 Uhr, Am Rosenhag
TSV Rudow (9.) – 1. FC Wilmersdorf (5.)  19.30 Uhr, Stubenrauchstraße

Sonntag
SC Staaken (14.) – FC Hertha 03 (1.)  12 Uhr, Sportpark Staaken

VfB Hermsdorf (13.) – SV Sparta (7.)  14 Uhr Seebadstraße
SC Gatow (15.) – SFC Stern 1900 (6.)  14 Uhr, Sportplatz Gatow

Montag
SV Tasmania (2.) – TuS Makkabi (17.)  16 Uhr, W.-Seelenbinder-Sportpark

   
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