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Ein Bisschen Biergarten darf auch vor Jazzkellern sein. Im Quasimodo gibt's neben Live-Musik auch Leckeres. Fotos(2): berlinreporter.Haak


Früher waren sie verraucht und ein klein wenig verrucht – die typischen Jazzkeller mit Live-Musik bis weit nach Mitternacht. Aktuell ist aber auch bei Berliner „Institutionen“ der um 1900 in den US-Südstaaten entstandenen Musikrichtung Wohlfühl- Atmosphäre eingezogen.
Einer der ältesten von ihnen befindet sich in der Charlottenburger Kantstraße 12a.
Althergebracht treten im Keller des Quasi Größen des Jazz und...

vieler weiterer Musikrichtungen, mit direkten Kontakt zum Publikum auf. Der Jazzkeller liegt direkt unter dem Delphi-Filmpalast und dem gut gehenden Quasimodo-Café. Unter dem Namen „Quartier von Quasimodo" eröffnete 1967 der Keller des Delphi. Anfänglich machte die damalige Studentenkneipe mit einem abwechslungsreichen Live-Programm auf sich aufmerksam.  

Abwärts: ein Keller ist ein Muss bei Jazz!


Ende der 60er Jahre organisierten freie Musiker alternative Veranstaltungen, als Pendant zu den kommerziellen Berliner Jazztagen. Im November 1968 wurde dann der Grundstein für das erste Total Music Meeting, einem mehrtägigen internationalen Künstlerfestival in Berlin gelegt. 
Das Kellerlokal des Quasi entwickelte sich schnell unter Musikern als Treffpunkt nach Konzerten. 1975 übernahm der Italiener Giorgio Carioti das Geschäft und kürzte den Namen auf Quasimodo. 
Carioti öffnet seinen Club nicht nur dem Jazz, längst haben andere Musizierende im Bereich Live Music Einzug gehalten. 
So traten auch internationale Musiker wie beispielsweise Chaka Khan und Pat Metheny im Keller des Quasi auf.
Allgemein wurde das Erscheinungsbild des Clubs ein wenig verändert. Der Betreiber investierte in neue Aufnahmetechnik und eine größere Bühne.
Nach einem Konzert in der Deutschlandhalle im Jahre 1987 verschaffte ein unangekündigter Auftritt von Prince dem Quasimodo besondere Aufmerksamkeit. Ebenso nahm 1989 der Bluesmusiker Sidney Selby ein Livealbum unter dem Namen "Live at Quasimodo Berlin" auf. Das ehemalige Quasimodo Café, das "modo" wurde zu einem großräumigen Restaurant umgebaut und bietet Sitzplätze für ungefähr 120 Personen.
Einen entspannten Aufenthalt finden die Besucher vor oder nach den Konzerten, bei einem Snack oder einem guten Drink, auch auf der großen Sommerterrasse. Man sitzt inmitten von steinernen Säulen, alten Linden und Platanen. Wer einmal hier war, kommt immer wieder.