Blickpunkt 26. April 1958: Fast immer landet die Berliner Schnauze einen Volltreffer.
So auch bei der heute vor 52 Jahren an Berlin übergebenen „Schwangeren Auster“, die hochoffiziell den  Namen „Berliner Kongresshalle“ erhalten hatte und zumindest bis zum 21. Mai 1980 auch trug. An diesem Tag nämlich stürzte die fehlerhaft berechnete Konstruktion während einer Tagung teilweise ein und tötete einen SFB-Redakteur.
Nach dem Wiederaufbau 1987 wurde sie zum ...

Haus der Kulturen der Welt und damit pünktlich zur 750-Jahr-Feier Berlins wiedereröffnet. Zuvor erhielt sie noch straßenseitig eine Plastik von des Altkanzlers Kohl Lieblingsbildhauer Henry Moore. „Large Divided Oval: Butterfly” war Moores letztes großes Werk bevor er 1986 im Alter von 88 Jahren verstarb.

Trotz mühseliger Recherche kann der Chronist an dieser Stelle leider nicht klären, ob der Name „Säuferleber“, den die Berliner alsbald der recht hübschen Plastik verpassten, mit der Form der Skulptur, dem Einsturz, dem Altkanzler, dem Ableben des Künstlers oder mit allem ein Bisschen zu tun hat.
Wie auch immer: Das hübsche Ensemble am Spreeufer „hinter“ dem Kanzleramt, dessen futuristischer Bau im Auftrag der eigens dafür gegründeten Benjamin-Franklin-Stiftung 1956 / 1957 von Hugh Stubbins entworfen und errichtet worden war und als Geschenk der Schutzmacht USA anlässlich der „Interbau“-Austellung übergeben wurde, ist auch nach so langer Zeit immer noch ein wichtiger Bestandteil der Sightseeing-Touren.
Kein Wunder, gibt’s doch für die Stadtbilderklärer jede Menge dramatischer Fakten (und possierlicher Spitznamen) zu berichten.

 

 

   
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