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Empor-Torjäger Martin Kempter darf nochmal Gefahr produzieren - diesmal vor dem Tasmania-Tor. Foto: BAFPics.Lehner


Titelkampf: Tasmania – Empor (Fr.), Hertha 03 bei Stern (So.) +++ Letzte Chance für „Tas“ zum Überholmanöver? +++ Abstiegskampf: Füchse mit erstem Endspiel in Rudow +++ Staaken und Hermsdorf mit Heimvorteil
Nachdem die beiden Top-Teams der Berlin-Liga am vergangenen Wochenende ihre Auswärtshürden erfolgreich genommen haben, spricht alles dafür, dass das Rennen um die Berliner Meisterschaft und den Aufstieg in die Oberliga bis zum Schluss kriminell spannend bleibt.
Für Tabellenführer Hertha 03 kam die Aufgabe bei Sparta Lichtenberg offenbar gerade zur rechten Zeit – bereits frühzeitig konnten die Zehlendorfer die Weichen an der Fischerstraße auf Sieg stellen und damit jegliche Zweifel vom Tisch wischen. Wie bereits letzte Woche an dieser Stelle angedeutet, könnte der Weg zurück ins Glück für die Mannschaft von Timo Szumnarski über die gegnerischen Plätze der Liga führen – nachdem die letzten Heimauftritte nicht sehr glücklich ausfielen, stehen nun...

noch zwei weitere Auswärtspartien für den Spitzenreiter an.
Vorlegen muss an diesem 32. Spieltag aber erst mal Aufstiegskonkurrent SV Tasmania. Nachdem man das Geduldsspiel in Wilmersdorf für sich entscheiden konnte, bleibt den Neuköllnern der denkbar knappe Vorteil in der Tordifferenz erhalten. Ansonsten heißt die Devise an der Oderstraße weiterhin: Siegen und auf einen Hertha-Ausrutscher warten. 
Bereits am ungewohnten Freitagabend trifft „Tas“ zuhause auf den SV Empor. Da die Mannschaft von  Abou Njie ja kommenden Mittwoch noch auf der zweiten Hochzeit im Finale des Berliner Pilsner-Pokals tanzt, wurde die Liga-Partie vorgezogen. Was soll man noch viele Worte über die Hausherren verlieren? Seit 18 Spielen ungeschlagen, 50 von 54 möglichen Punkten errungen – besser geht’s nicht. Aber es steigt nur der Erste auf, und je weniger Spiele verbleiben, desto mehr kann auch die Rolle des Verfolgers zur Belastung werden. Doch der Lauf, den die Mannschaft hat, lässt zur Zeit eigentlich kaum Zweifel daran aufkommen, dass der SV Tasmania seinen Teil der Hausaufgaben erledigen wird. So könnte man mit einem Sieg erstmals diese Saison die Aussicht von ganz oben genießen – zumindest für rund 40 Stunden. Der Gast aus dem Prenzlauer Berg ist nach fünf Siegen in Folge aller Sorgen ledig, hat sich seine schöne Mini-Serie aber vergangenes Wochenende durch eine Heimniederlage ausgerechnet gegen Schlusslicht Johannisthal zerstört.

Der Knaller dieser Runde findet allerdings am Sonntag in Steglitz statt, wenn der FC Hertha 03 – zu ungewohnter Stunde (ab 11.30 Uhr!) - bei SFC Stern 1900 gastiert. Schaut man auf das Restprogramm, könnte man meinen, dass eine Wachablösung an der Tabellenspitze nur noch an diesem Spieltag möglich ist. Nichts gegen die kommenden 03-Gegner aus Staaken und Gatow – aber die Wahrscheinlichkeit, dass der Liga-Primus noch Punkte liegen lässt, scheint an der Kreuznacher Straße am größten. Die „kleine Hertha“ hat inzwischen allerdings ihre überragende Auswärtsbilanz ausgebaut (in der Fremde holte man bislang sieben Punkte mehr als zuhause – bei einem Gastspiel weniger) und scheint für den schweren Gang nach Steglitz gerüstet. Torjäger René Robben traf zuletzt gleich doppelt und rückte mit 23 Saisontoren wieder an die Top-Scorer Zorn (Mahlsdorf, 26 Tore) und Fuß (TeBe, 24 Tore) heran. Für Stern ist die Saison hingegen seit längerem gelaufen. Das liegt auch daran, dass der Tabellen-6. seine überragende Heimstärke aus der Hinrunde nicht konservieren konnte. Gegen den Spitzenreiter anzutreten, dürfte aber Motivation genug für die Mannschaft von Manuel Cornelius bedeuten. Im Hinspiel fügten die Gelb-Blauen den Zehlendorfern am 15. Spieltag sogar die erste Heimniederlage zu. Kurios: damals bereitete „Oldie“ Andreas Thurau beide Treffer zum 2:0-Sieg mit Einwürfen vor.  Auch Stern-Torhüter Fritz Waldhecker dürfte gegen seinen ehemaligen Klub wieder besonders motiviert sein – was natürlich, angesichts des Hinspielergebnisses, auch für die komplette Elf  aus Zehlendorf gilt.

Das Restprogramm der beiden Spitzenklubs:
Hertha 03 (69 Punkte):
Staaken (A), Gatow (H)

SV Tasmania (68 Punkte): Makkabi (H), NoSC (A)

In der Abstiegszone gelang Füchse Berlin vergangenes Wochenende mit dem 1:0-Sieg über TeBe eine echte Überraschung. Allein: Konkurrent Staaken gewann ebenfalls, und so bleibt der Rückstand von fünf Punkten zum rettenden Ufer für den Tabellen-16. erhalten – bei jetzt allerdings nur noch drei ausstehenden Partien. Auch für die Füchse gilt also: jede verbleibende Partie ist ein Endspiel, alles muss gewonnen werden. Unter diesen Vorzeichen fährt die Mannschaft von Markus Zschiesche nun zum TSV Rudow. Dabei sind die Reinickendorfer nach wie vor die schwächste Auswärtsmannschaft der Berlin-Liga – diese Tatsache sollte man am Sonntag also tunlichst ausblenden. Die Rudower gehören zu den neun Teams im Klassement, für die es um nichts mehr geht. Zwei Siege aus den vergangenen 10 Spielen hat der Tabellen-10. vorzuweisen – gegen die inzwischen fest stehenden Absteiger Makkabi und Johannisthal. Nicht nur deshalb könnte die Partie für die Füchse also auch zum ultimativen Abstiegstest werden.

Ganz schön durchbeißen musste sich der SC Staaken am 31. Spieltag bei Makkabi. Am Ende stand ein wichtiger Dreier – auch wenn der Vorsprung auf die Füchse dadurch nicht vergrößert werden konnte. Fünf Punkte bei drei ausstehenden Spielen – das scheint die halbe Miete zu sein. Das Restprogramm (gegen Hertha 03 und bei Sparta) ist allerdings nicht ohne. Also ist der SCS schon diese Runde besonders gefordert – zuhause gegen den Berliner SC. Auch bei den Grunewaldern geht es nur noch um einen ehrenhaften Saisonausklang – diese Konstellation tat ihnen zuletzt allerdings gar nicht schlecht. Die vier letzten Partien blieb der Neunte jedenfalls unbesiegt – und das gegen Kontrahenten wie etwa Stern oder Hertha 03.

‚Jetzt oder nie’ heißt es für den VfB Hermsdorf daheim gegen TuS Makkabi. Zwar gelang dem Tabellen-14. zuletzt ein Punktgewinn beim NoSC, doch aktuell ist man damit nun neben punktgleichen Staakenern erster Anlaufpunkt für die Füchse auf Abstiegsplatz 16 geworden. Da scheint der Absteiger aus Charlottenburg gerade recht zu kommen, der auf der Zielgeraden noch Gefahr läuft, mit der Roten Laterne in die Landesliga zu müssen. Die Hermsdorfer müssen dabei das 0:7-Desaster vor 14 Tagen auf eigenem Platz gegen Empor komplett aus den Köpfen bekommen – sonst wird es auch gegen das bis zuletzt motivierte Makkabi eng.

Eine Vorentscheidung kann der Nordberliner SC bei SF Johannisthal im Kampf um den Klassenerhalt erzwingen. Dies kann der Aufsteiger allerdings schon seit drei Wochen - seither gab es nur einen Zähler. Zeit für den NoSC also, den entscheidenden Schritt beim Tabellenletzten zu machen. Auch wenn ein Abstieg in Heiligensee nicht mehr sehr wahrscheinlich ist: mit Mahlsdorf und Tasmania warten zum Abschluss zwei Gegner, die nochmal unnötig zum Rechnen Anlass geben könnten. Die Johannisthaler „schulden“ ihrem Anhang dagegen noch den ersten Heimsieg der Saison – und haben dazu am Sonntag zum vorletzten Mal Gelegenheit.

Rein theoretischer Natur erscheint auch nur noch die Abstiegsgefahr für den SC Gatow. Sieben Punkte Vorsprung auf Abstiegsplatz 16 sind reichlich. Dazu hat der Tabellen-12. mit elf Zählern aus den letzten fünf Spielen offenbar die Kurve gekriegt. Es gilt im Grunde also nur noch, die letzten Zweckpessimisten zum Schweigen zu bringen. Am besten schon daheim gegen den Tabellen-7. SV Sparta, dessen Abwärtstrend (nur ein Sieg aus neun Spielen) weiter anhält. Sonst würden sich wohl besagte Pessimisten wieder zu Wort melden - vor allem angesichts der ausstehenden Gatower Gegner Stern und Hertha 03. Dann wäre wohl einmal mehr die Rede von den Pferden und der Apotheke...

Das Restprogramm der abstiegsgefährdeten Vereine:
Füchse Berlin (32 Punkte):
KSC (H), SFC Stern (A)

SC Staaken (37 Punkte): Hertha 03 (H), SV Sparta (A)
VfB Hermsdorf (37 Punkte): Sparta (H), BSC (A)
Nordberliner SC (38 Punkte): Mahlsdorf (A), Tasmania (H)
SC Gatow (39 Punkte): SFC Stern (H), Hertha 03 (A)

Die Partien des 32. Spieltags der Berlin-Liga im Überblick
Freitag:
Tennis Borussia (3.) – Köpenicker SC (8.)  19 Uhr, Mommsenstadion
SV Tasmania (2.) – SV Empor (11.)  19 Uhr, W.-Seelenbinder-Sportpark
Sonntag:
SFC Stern (6.) – FC Hertha 03 (1.)  11.30 Uhr , Kreuznacher Straße
VfB Hermsdorf (14.) – TuS Makkabi (17.)  14 Uhr, Seebadstraße
SC Staaken (15.) – Berliner SC (9.)  14 Uhr, Sportpark Staaken
SC Gatow (12.) -  SV Sparta (7.)  14 Uhr, Sportplatz Gatow
TSV Rudow (10.) – Füchse Berlin (16.)  14.30 Uhr, Stubenrauchstraße
SF Johannisthal (18.) – Nordberliner SC (13.)  14.30 Uhr, Segelfliegerdamm
Eintracht Mahlsdorf (4.) – 1. FC Wilmersdorf (5.)  15 Uhr, Am Rosenhag