Können die Jungs von Sparta-Coach Dragan Kostic den Herthanern "in die Suppe spucken"? Foto: BAFpics.Lehner


Spitzen-Duo: Hertha 03 und Tasmania vor kniffligen Auswärtsaufgaben +++ Staaken - Makkabi, Füchse - TeBe: Vorentscheidung im Abstiegskampf? +++ NoSC - Hermsdorf: Nordderby um den vorzeitigen Klassenerhalt
Und wieder ist der Vorsprung des Spitzenreiters ein wenig abgeschmolzen: nachdem Hertha 03 vergangenes Wochenende zuhause nicht über ein Remis hinaus kam, ist der Abstand zu Verfolger Tasmania auf lediglich einen Zähler geschrumpft. Dazu konnte der Tabellenzweite die Zehlendorfer in punkto Tordifferenz überflügeln. Keine Frage: die „kleine Hertha“ schwächelt auf der Zielgeraden – hat ihr Schicksal aber weiterhin selbst in der Hand.  Findet man zurück in die Erfolgsspur, kann Tasmania nur zusehen. Insofern steht der Titelkampf um die Berliner Meisterschaft vor einem höchst interessanten Spieltag – haben die beiden Aspiranten doch unangenehme Auswärtshürden zu bewältigen.
Der FC Hertha 03 tritt dabei am Sonntag beim SV Sparta an. Trotz eines...

respektablen 7. Platzes ist der Aufsteiger im Abwärtstrend: nur ein mühsamer Sieg daheim gegen Makkabi steht aus den letzten acht Spielen zu Buche. In der Hinrunde war das Aufeinandertreffen mit der "kleinen Hertha" jedoch noch das Topspiel Erster gegen Zweiter – das die Zehlendorfer damals in der Nachspielzeit knapp für sich entscheiden konnten. Von daher hat die Mannschaft von Dragan Kostic noch eine Rechnung offen mit dem Tabellenführer. Dabei ist der Platz an der heimischen Fischerstraße längst keine Festung mehr wie in der Hinrunde: ein Sieg, zwei Unentschieden, vier Niederlagen – so die Bilanz der Heimauftritte im Jahr 2014. Mit Hertha 03 kommt nun die immer noch mit Abstand beste Auswärtself nach Lichtenberg. Nur einmal verließ die Mannschaft von Timo Szumnarski diese Saison als Verlierer einen gegnerischen Platz – dagegen stehen 11 Siege und zwei Unentschieden. So könnte es dem Spitzenreiter in der momentanen Situation vielleicht sogar gelegen kommen, dass der Spielplan nun drei Gastspiele in Folge vorsieht. Die drei letzten konnten die 03er allesamt für sich entscheiden – das sah auf dem heimischen Ernst-Reuter-Sportfeld zuletzt ganz anders aus.

Der SV Tasmania muss – ebenfalls am Sonntag – zum 1. FC Wilmersdorf. Die Mannschaft  von Trainer Michael Michels hat sich inzwischen auf Tabellenplatz 5 festgesetzt, nachdem sie lange Zeit im Mittelmaß verbracht hatte. Zuletzt sieht die Bilanz nach „Hop oder Top“ aus: sechs Siege, vier Niederlagen aus den zehn vergangenen Spielen. Darunter auch die überraschende 0:3-Heimpleite vor 14 Tagen gegen Hermsdorf. Torjäger Efraim Gakpeto (18 Saisontore) ging dabei ebenso leer aus wie vergangenes Wochenende – da aber kam Kollege Timur Binerbay mit zwei Toren zu Hilfe beim 3:1-Sieg in Johannisthal. Dazu kann die Mannschaft des 1. FCW mit dem Selbstbewusstsein auflaufen, Tabellenführer Hertha 03 bislang die einzige Saisonniederlage in der Fremde zugefügt zu haben. Am 8. Spieltag siegten die Rot-Schwarzen mit 1:0 im Volkspark. Tasmania ist also gewarnt – schon im Hinspiel gab es „nur“ ein umkämpftes 2:1 gegen die Wilmersdorfer. Ansonsten scheint die Mannschaft von Abou Njie im Moment aber schwer zu bremsen zu sein. Eine halbe Saison ist sie ungeschlagen (15 Siege, zwei Unentschieden) und auch im Pokal spülte die Erfolgswelle Tasmania bis ins Finale. Vergangenes Wochenende traf auch der bislang beste Tas-Torschütze, Emre Demir, wieder einmal - beim 6:1 gegen den KSC gelang  ihm mit Saisontor Nr. 13 der erste Treffer seit Mitte Februar. Bei der Offensivabteilung der Neuköllner aber kein Problem: allein die Winterzugänge Salvatore Rogoli und Safa Sentürk trafen zusammen schon 14-mal, „Edeljoker“ Jack Grubert war gegen den KSC gleich 3-mal in der zweiten Halbzeit erfolgreich. Nur, wenn diese Offensivkraft nicht zur Entfaltung kommt, haben die Gegner des SV Tasmania eine Chance. So war es beim 1:1 bei TeBe bzw. beim 0:0 gegen Rudow. Entsprechend dürften die Hausherren agieren, wenn sie dem Favoriten ein Bein stellen wollen.
Das Restprogramm der beiden Spitzenklubs:
Hertha 03 (66 Punkte):
Stern (A), Staaken (A), Gatow (H)

SV Tasmania (65 Punkte): Empor (H), Makkabi (H), NoSC (A)

Im Abstiegskampf der Berlin-Liga könnte eine kleine Vorentscheidung gefallen sein. Nicht nur, dass mit SF Johannisthal und nun auch Makkabi zwei von drei Absteigern bereits feststehen -  auch die Füchse Berlin könnten am vergangenen Wochenende entscheidend an Boden eingebüßt haben. Dabei war die Leistung der Elf von Markus Zschiesche in Mahlsdorf in Ordnung – am Ende aber musste man sich trotzdem 0:1 geschlagen geben, während der Konkurrent aus Staaken auf fünf Punkte davon zog. Und auch an diesem Wochenende scheint es der Spielplan nicht gut mit den Reinickendorfern zu meinen, schließlich gastiert mit Tennis Borussia der Tabellen-3. am Freiheitsweg. Nach dem Ausrutscher zuhause gegen Stern haben die Veilchen mit dem 4:1 gegen Rudow wieder in die Erfolgsspur unter Neu-Trainer Daniel Volbert zurückgefunden (3 Siege, 1 Niederlage). Für den gesperrten Stürmer Michael Fuß sprangen dabei Benjamin Hendschke und Ramy Raychouni jeweils mit einem Doppelpack in die Bresche. Bei der anfälligsten Defensive der Liga (die Füchse haben schon 73 Gegentreffer, wie auch Hermsdorf) dürften da die Alarmglocken schrillen.

Verlieren dürfen die Reinickendorfer eigentlich nicht, denn der SC Staaken – der vielleicht letzte Kontrahent in der Gefahrenzone – spielt beim am letzten Wochenende endgültig abgestiegenen TuS Makkabi. Die Staakener könnten somit im nicht unwahrscheinlichsten Fall acht Zähler zwischen sich und die Füchse bringen – was einer Vorentscheidung gleich käme. So wird der SCS – wie zuletzt beim 3:0 gegen den NoSC – alles in die Waagschale werfen, um dem Saisonziel Klassenerhalt einen gewaltigen Schritt näher zu kommen.

Nach der 0:7-Klatsche zuhause gegen Empor herrscht beim VfB Hermsdorf Katerstimmung. Eine Vorstellung, die bewiesen hat, dass beim Tabellen-14. alles möglich ist – auch am Ende der Abstieg. Dazu müssten die Füchse aber aktuell sieben Zähler in den restlichen Spielen aufholen. Die Hermsdorfer dürften jedenfalls bei der kommenden Aufgabe an der Ehre gepackt sein – zumal es auch noch zum Derby beim Nordberliner SC geht. Der Aufsteiger lässt es – seit der Klassenerhalt nur noch Formsache scheint – etwas schleifen und kassierte zuletzt zwei Niederlagen. Die Aussicht auf einen Prestigeerfolg, verbunden mit dem endgültigen Erreichen des Saisonziels, könnte dem NoSC aber wieder Beine machen.

Zwei Gewinner im Abstiegskampf spielen bereits am Samstag. Zum Einen ist das der SV Empor, der mit zuletzt fünf Siegen - der besten Bilanz aller Berlin-Ligisten in diesem Zeitraum - endgültig aller Sorgen ledig ist. Der Klub aus dem Prenzlauer Berg hat sogar den Sprung in die obere Tabellenhälfte geschafft und erwartet nun den  Abstieger SF Johannisthal. Düstere Aussichten für die Kleeblätter: nur ein Gegentor kassierten die Emporianer in den besagten fünf Partien. Am letzten Spieltag ließen sie es in Hermsdorf beim 7:0 sogar richtig krachen.

Mit drei Siegen aus den letzten vier Spielen ist auch der SC Gatow zum richtigen Zeitpunkt wieder erwacht. Zwischenzeitlich schien bei den Spandauern auch ein "Worst-Case-Szenario" möglich, jetzt haben sie sich beinahe schon endgültig aus dem Tabellenkeller rausgebissen. Ein schweres Stück Arbeit war dabei der 2:1-Sieg vergangenes Wochenende gegen Makkabi - erst in der Schlussphase gegen neun Charlottenburger unter Dach und Fach gebracht, aber von enormem Wert. Nun gastiert die Mannschaft von Christoph Herrmann beim Berliner SC, der zuletzt den Spitzenreiter mächtig ärgerte, aber in der Tabelle auch schon in Reichweite der Gatower liegt

Das Restprogramm der abstiegsgefährdeten Vereine:
Füchse Berlin (29 Punkte):
Rudow (A), KSC (H), SFC Stern (A)

SC Staaken (34 Punkte): BSC (H), Hertha 03 (H), SV Sparta (A)
VfB Hermsdorf (36 Punkte): Makkabi (H), Sparta (H), BSC (A)
Nordberliner SC (37 Punkte): Johannisthal (A), Mahlsdorf (A), Tasmania (H)
SC Gatow (38 Punkte): Sparta (H), SFC Stern (H), Hertha 03 (A)

Die Partien des 31. Spieltags der Berlin-Liga:
Samstag
Berliner SC (10.) – SC Gatow (12.)  14 Uhr, Hubertusallee

SV Empor (9.) – SF Johannisthal (18.)  14 Uhr, Jahn-Sportpark

Sonntag
TuS Makkabi (17.) – SC Staaken (15.)  12 Uhr, J.-Hirsch-Sportanlage

Köpenicker SC (8.) – Eintracht Mahlsdorf (4.)  12 Uhr, Wendenschloßstr.
Füchse Berlin (16.) – Tennis Borussia (3.)  14 Uhr, Freiheitsweg
SV Sparta (7.) – FC Hertha 03 (1.)  14 Uhr, Fischerstraße
Nordberliner SC (13.) – VfB Hermsdorf (14.)  14 Uhr, Elchdamm
TSV Rudow (11.) – SFC Stern 1900 (6.)  14.30 Uhr, Stubenrauchstraße
1. FC Wilmersdorf (5.) – SV Tasmania (2.)  15 Uhr, Volkspark

   
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