Noch lange nicht alle Wassertürme fallen so dekorativ aus wie der in Jungfernheide.                                                                       Foto: berlinreporter.Haak


Ja. Das gibt es tatsächlich. 1927 wurde in der Jungfernheide ein Wasserturm errichtet – einfach nur zum Spaß. Er diente nicht – wie üblich – der Versorgung von Haushalten sondern der Wasserlieferung für die Erholungsstätten und das Freibad des Parks und damit auch dem Freizeitvergnügen der Besucher - dem Spaß eben.
Die Konzeption des Landschaftsarchitekten Erwin Barths sah nur geringfügige Eingriffe in den damals dichten Waldbestand vor.
So erfolgte die Erschließung der Grünfläche nach seiner in den Jahren 1920-1926 entstandenen Planung über einen etwa vier Kilometer verlaufenden Rundpfad und mehrere geradlinige Wanderwege.
Der historische Turm wurde...

nach Entwürfen des Architekten Walter Helmcke im Jahre gebaut und bietet bis heute eine großartige Ansicht. Das 38 m hohe aus Eisenklinkern, mit skulpturalem Schmuck und einem Kupferdach versehene Bauwerk, entstand im Stile expressionistischer Bauweise.
In seinem Ursprung sollte er auch als Aussichtsturm dienen und eine Kaffeewirtschaft beherbergen. Daraus wurde aber nichts. Während des Zweiten Weltkriegs kam es im Volkspark zu zahlreiche Zerstörungen. Der Turm hatte Glück und wurde nur leicht beschädigt.
Anlässlich der Berliner 750-Jahr-Feier im Jahr 1987 wurde er nochmal aufgehübscht und im Sockelbereich mit einem sternförmigen Dachunterstand ausgestattet. Früher befand sich dort eine Gaststätte.
Seit 2001 ist der Turm außer Betrieb gesetzt und nicht mehr zugänglich. Und der Pavillion am Fußpunkt beherbergt aktuell ein kleines Cafe mit Sommergarten. Ein wenig Spaß ist also rund um das hübsche Türmchen geblieben.

 

   
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