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Zum Siegen verdammt: Zweiter Tasmania am Freitag bei TeBe +++  Spitzenreiter Hertha 03 am Samstag beim SV Empor +++  Kellerduell im Norden: Füchse - Hermsdorf +++ Ganz unten: Macht Makkabi weiter Boden gut?

An den letzten beiden Spieltagen musste Spitzenreiter Hertha 03 vorlegen - und gab sich dabei keine Blöße. Nun muss der vielleicht letzte verbliebene Konkurrent der Zehlendorfer, der SV Tasmania, am Freitagabend die Karten auf den Tisch legen. Denn bei Tennis Borussia steht ein echter Härtetest für die Neuköllner an. Angesichts der lösbar erscheinenden Aufgabe des Tabellenführers am Samstag beim SV Empor, zählt für Tasmania im Mommsenstadion eigentlich nur ein Dreier. Nicht, dass die Mannschaft von Abou Njie vom Siegen nichts verstünde: neunmal blieb man inzwischen hintereinander ohne jeden Punktverlust. Zuletzt zeigte Tasmania vor allem im zweiten Durchgang gegen Mahlsdorf (6:1) die ganze Offensivkraft, die in der Truppe steckt - auch ohne den Top-Torschützen Emre Demir, der noch längere Zeit gesperrt ausfallen wird. Gegner TeBe ließ es bei Johannisthal (5:2) allerdings ebenfalls nach dem Wechsel krachen. Herausragend dabei Benjamin Hendschke, der gleich drei Treffer mit Standards vorbereitete. Fehlen wird den Lila-Weißen, für die die Saison eigentlich schon gelaufen ist, am Freitag dagegen der gesperrte Kapitän Daniel Bongartz.
Spannender wird der Kampf um die Berliner Meisterschaft aber nur, wenn...

Hertha 03 sich mal einen Ausrutscher leisten würde - diesen Gefallen tat die Mannschaft von Timo Szumnarski den Fußballfans außerhalb von Zehlendorf bislang aber nicht. Zwar folgen nun drei Auswärtsspiele am Stück für die 03er, doch scheint dabei die Partie nächste Woche in Mahlsdorf die einzig wirklich schwere Hürde. Doch tun wir dem SV Empor nicht Unrecht: immerhin erkämpften sich die Prenzlauer Berger zuletzt einen überraschenden Punkt beim Tabellendritten SV Sparta. Allerdings ist der Tabellen-13. nicht zuletzt wegen seiner eher dürftigen Heimbilanz noch längst nicht aller Abstiegssorgen ledig.

Der Sonntag in der Berlin-Liga gehört dann vor allem dem Abstiegskampf. Wie immer zur Mittagszeit will TuS Makkabi den kaum noch erwarteten Aufwärtstrend gegen den Berliner SC fortsetzen. Nach zwei Erfolgen auf des Gegners Platz stehen nun immerhin vier Siege aus den vergangenen sieben Spielen zu Buche - nicht schlecht, wenn man bedenkt, dass Makkabi zuvor ganz ohne Dreier geblieben ist. Immer noch zehn Punkte trennen die Charlottenburger aber vom rettenden 15. Platz, auf der heimischen Julius-Hirsch-Sportanlage konnte man bis dato nur einen Sieg einfahren (Anfang März gegen den KSC). Der Gast aus dem benachbarten Wilmersdorf steht dagegen vor der schwierigen Aufgabe, aus einer unbefriedigenden Saison noch etwas zu machen. Auf Platz 9 dümpelt der BSC und vermochte zuletzt nicht einmal, zuhause einen späten Führungstreffer in Überzahl gegen Aufsteiger Nordberliner SC über die Zeit zu bringen. Immerhin kennen die Grunewalder die Gegebenheiten bei Makkabi sehr gut: Anfang der Rückserie mussten sie  auf den Kunstrasenplatz an der Harbigstraße ausweichen und dort drei ihrer Heimspiele austragen - BIlanz: 2 Siege, 1 Niederlage.

Immerhin einen Punkt konnten die Füchse Berlin (in Unterzahl) aus Staaken mitbringen - keine Selbstverständlichkeit für das schwächste Auswärtsteam der Berlin-Liga. Der Sprung auf den ersten Nichtabstiegsplatz gelang den Reinickendorfern dadurch aber ein weiteres Mal nicht. Nun steht gegen den VfB Hermsdorf ein weiteres wichtiges Spiel für die Mannschaft von Markus Zschiesche an - ein Sieg, und nicht nur der direkte Kontrahent vom Sonntag würde wieder den Atem der Abstiegskandidaten im Nacken spüren. Nach sechs Niederlagen in Serie blieben die Füchse immerhin zweimal unbesiegt. Die Hermsdorfer scheinen allerdings ihre Durststrecke (fünf Niederlagen hintereinander) ebenso zuletzt überwunden zu haben. Zwei Siege fuhr der VfB ein - das 5:3 am vergangenen Spieltag bot dabei mal wieder Spektakel á la Hermsdorf. Satte 109 Tore gab es bereits zu bestaunen bei den bisherigen 23 Auftritten der Rot-Weißen. Und obwohl man lautTorstatistik nicht so viele Tore schießen kann, wie man sich fängt: wer schon 50-mal eingenetzt hat und einen Torjäger wie Mac Zellner (17 Saisontore) in seinen Reihen weiß, sollte mit dem Abstieg eigentlich nichts zu tun haben.

Den Big Point gegen die Füchse vergab der SC Staaken zwar zuletzt, dennoch sind die Spandauer seit Wochen kontinuierlich über dem Strich. Nicht zuletzt, weil man dreimal ungeschlagen blieb. Dennoch muss der SCS aufpassen, dass die vor ihm platzierten Klubs nicht den Abstand vergrößern. Sonst wird der Kampf im Keller möglicherweise zum reinen Duell mit den Reinickendorfern - Abstiegschance: 50 Prozent. Am Sonntag erwartet die Staakener beim Köpenicker SC dabei eine schwierige Aufgabe, ist der Aufsteiger doch die drittstärkste Heimmannschaft der höchsten Berliner Spielklasse. Zuletzt blieb die Elf von Heiko Schickerem allerdings zweimal ohne Punkt- und Torerfolg.

Ein Wechselbad der Gefühle erlebt der Nordberliner SC. Auf Rang 14 hat der Aufsteiger engen Kontakt zur Gefahrenzone. Dabei ist den Heiligenseern zuletzt ihre Heimstärke etwas abhanden gekommen. Am Elchdamm setzte es zwei Niederlagen, vor allem die 0:5-Schlappe gegen das damalige Schlusslicht Makkabi sorgte für Aufsehen. Davor und danach setzte der NoSC aber positive Achtungszeichen: mit dem Auswärtssieg bei Stern 1900 und dem Last-Minute-Ausgleich in Unterzahl beim BSC wurde demonstriert, dass die Moral intakt ist. Allerdings gastiert am Sonntag der Tabellendritte beim NoSC: der SV Sparta ist dabei inzwischen "aller Aufstiegssorgen ledig" und kann befreit aufspielen. Die Lichtenberger, ebenfalls  Neuling wie die Nordberliner, blieben zuletzt etwas hinter ihrer bis dato bärenstarken Bilanz zurück: zwei Sieg, zwei Unentschieden, zwei Niederlagen sind eben nur durchwachsen.

Für Schlusslicht SF Johannisthal scheint dagegen die letzte Messe gelesen zu sein. Der Aufwärtstrend zu Rückrundenbeginn ist verpufft und der Rückstand auf Platz 15 beinahe wieder so immens groß wie vor der Winterpause. Ein Musterbeispiel lieferte der Aufsteiger beim Heimspiel vergangene Woche gegen Tennis Borussia: klar überlegen und mit einem 2:0 im Rücken versiebten die Kleeblätter noch vor dem Wechsel eine Elfmeterchance, kassierten postwendend den Anschlusstreffer, um am Ende mit einer 2:5-Niederlage den Platz zu verlassen. Lediglich aus der Position des "Vogelfreien", der nichts mehr zu verlieren hat, können die Johannisthaler jetzt eventuell noch Kraft schöpfen. Nichtsdestotrotz steht beim TSV Rudow eine interessante Paarung an: die Begegnung im Hinspiel verfolgten immerhin 268 Zuschauer - die höchste Zahl bislang bei einem Berlin-Ligaspiel ohne Beteiligung von TeBe. Hier geht es also auch um ein Nachbarschaftsduell mit seinem ganz eigenen Reiz. Die Rudower wurden ihrer mittelmäßigen Spielzeit zuletzt dahingehend gerecht, dass sie mit zwei Niederlagen  ihre  Zwischenbilanz wieder komplett ausgeglichen gestaltet haben.

Beschlossen wird die 24. Runde am Sonntag ab 15 Uhr mit zwei Begegnungen. Dabei treffen mit Eintracht Mahlsdorf und dem SFC Stern zwei Mannschaften aufeinander, die in der Hinrunde das Geschehen in der Liga zumindest phasenweise bestimmten. Inzwischen mussten beide ihre Träume für diese Saison begraben. Die Gäste aus Stieglitz konnten zuletzt sogar nur eins der letzten sieben Spiele gewinnen. Die Erfolgsserie der Mahlsdorfer (vier Dreier am Stück) erhielt wiederum durch das 1:6 bei Tasmania einen herben Dämpfer. So bietet diese Ansetzung möglicherweise Kurzweil, aber weit weniger Spannung, als ein Aufeinandertreffen zwischen dem Tabellenfünften und -sechsten vermuten ließe.

Bis nach Mahlsdorf könnte man den Stein gehört haben, der Spielern und Verantwortlichen des SC Gatow vergangenen Spieltag vom Herzen gefallen ist: nach nur einem Zähler aus neun Auftritten gelang den Grün-Weißen zuhause gegen den KSC endlich wieder ein Erfolgserlebnis. Der Dreier verschafft erst mal wieder sechs Punkte Vorsprung auf die Abstiegsränge. Wenn die Gatower nun obendrein ihre frühere Auswärtsstärke wieder entdecken, könnte auch beim 1. FC Wilmersdorf etwas gehen. Der Tabellensiebte gehört zu den nicht gerade wenigen Klubs mit einer ordentlichen Punktausbeute, aber ohne großartige sportliche Perspektive für die restlichen elf Saisonspiele. Nach fünf Siegen gegen hinter den Wilmersdorfern platzierte Vereine setzte es zuletzt zwei Pleiten gegen die Spitzenteams Hertha 03 und SV Sparta.

Die Spiele des 23. Spieltags im Überblick:

Freitag
Tennis Borussia (4.) - SV Tasmania (2.)  19 Uhr, Mommsenstadion

Samstag
SV Empor (13.) - FC Hertha 03 (1.)  14 Uhr, Jahnsportpark

Sonntag
TuS Makkabi (17.) - Berliner SC (9.)  12 Uhr, Julius-Hirsch-Sportanlage
Köpenicker SC (8.) - SC Staaken (15.)  12 Uhr, Wendenschloßstraße
Füchse Berlin (16.) - VfB Hermsdorf (12.)  14 Uhr, Freiheitsweg
Nordberliner SC (14.) - SV Sparta (3.)  14 Uhr, Elchdamm
TSV Rudow (10.) - SF Johannisthal (18.)  14.30 Uhr, Stubenrauchstraße
Eintracht Mahlsdorf (5.) - SFC Stern 1900 (6.)  15 Uhr, Am Rosenhag
1. FC Wilmersdorf (7.) - SC Gatow (11.)  15 Uhr, Volkspark Wilmersdorf

Foto: berlinreporter.Haehnel