Die „Crew“ des Kulturkahns Helene will auch Nichtberlinern die hiesige Lebensart nahe bringen. Schon die Lage des Schiffs im Historischen Hafen Berlin atmet Geschichte: Hier, um die Fischerinsel herum ist die Stadt gewachsen, deren besondere Luft schon immer die Zugereisten begeisterte. Einige davon  gehörten später zu den ganz Großen dieser Stadt: Otto Reutter, Kurt Tucholsky oder auch Erich Mühsam haben Berlin in Prosa und Versen „besungen“.
„Zille sein Milieu“ waren die engen Hinterhöfe in denen ordentlich berlinert wurde. Der Dialekt  transportiert viel von der Berliner Mentalität, die als „Schnauze mit Herz“ gut beschrieben ist.  Genau das kann der Besucher der „Helene“ erleben. Intendant Paul Kapaulke (Bild) steht parat, seine Begeisterung für die Berliner Mundart unters Publikum zu bringen. Der Dichter und Musiker hat sich den Berliner „Gassenhauern“ verschrieben. In deren Tradition hat er seitdem 30 Lieder geschrieben, die es auf dem Kulturkahn zu hören gibt.
Der hat auf nur 6,20 Metern Breite Platz für zwei Veranstaltungsräume, die bis zu 90 Gästen Platz bieten, eine Garderobe für die Künstler sowie...

eine Tischlerwerkstatt für den Requisitenbau und Lagerräume. Luxus für die Mundart-Enthusiasten, die hier regelmäßig arbeiten. Neben Paul Kapaulke sind die Spreeräuberin Katja Popow, Frau Pepper (demnächst auch mit Gesang), der Pianör Dieter Janik, der Wortmagier Andreas Hähle und Peter Krause (die Stimme Donald Ducks) an Deck.
Es gibt vormittags Märchen und Legenden für Kinder, nachmittags Konzerte mit Berliner Couplets und abends eigenes Programm, das auch mal den Nachbarn eine Anlaufstelle gegen Vereinzelung in der großen Stadt der Singles bieten soll: Da gibt es das Vollmondsingen oder auch die „Holzkonzerte“, für die als Eintritt Holzscheite für den Kamin mitzubringen sind.
Sogar die Preise erinnern an Zilles Zeiten: schon für einen Euro ist ein Selter zu haben, Eintritt gibt es ab 20 Euro bei freiem Verzehr - das ist vor allem im direkten Umfeld unschlagbar!

Foto: berlinreporter.Anja Röbekamp

   
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