+++ Hertha 03 klarer Favorit gegen die Füchse  +++  Einziges Samstagsspiel: Stern - NoSC +++ Top-Aufsteiger im Duell: Sparta - KSC +++ Kann Johannisthal im Keller weiter Boden gut machen? +++

Die vergangene Runde war die der Spitzenmannschaften: nur eine der "Top 8" konnte nicht gewinnen. Da es sich bei der Ausnahme mit dem SFC Stern 1900 ausgerechnet um den ärgsten Verfolger von Hertha 03 handelte, konnte der Spitzenreiter seine Führung weiter ausbauen. Nun droht sie also doch, die Langeweile im Kampf um die Berliner Meisterschaft.
Zumindest an diesem 21. Spieltag scheint es so, als müssten sich die Verfolger darauf konzentrieren, die Zehlendorfer nicht noch weiter ziehen zu lassen. Denn beim Duell zwischen Hertha 03 und Füchse Berlin spricht eigentlich nichts dafür, dass die Nr. 1 der Berlin-Liga ins Straucheln kommen könnte. Da spielt nämlich die beste Heim- gegen die zweitschlechteste Auswärtself. Die letzten fünf...

Ligapartien hat die kleine Hertha allesamt gewonnen  - wie die Füchse die ihren verloren haben. Und ob vielleicht die Erinnerung an die bittere 0:8-Niederlage aus der Hinrunde (damals musste Trainer Lindhammer gehen) bei den Reinickendorfern für eine Trotzreaktion sorgt, die sich auch in Zählbarem niederschlägt,  ist ebenfalls zu bezweifeln. Eher dürfte am Freiheitsweg mit Sorge zur Kenntnis genommen worden sein, dass der vierfache Torschütze vom Hinspiel, René Robben, am vergangenen Wochenende nach Verletzungspause erstmals wieder für Hertha 03 zum Einsatz kam.

Vorlegen darf bzw. muss heute bereits der SFC Stern 1900. Der Tabellenzweite konnte nur eins seiner letzten vier Spiele gewinnen - zu wenig für einen ernst zu nehmenden Verfolger. Vor allem, wenn man bedenkt, dass drei davon an der heimischen Kreuznacher Straße stattfanden, wo der SFC im Verlauf der Saison eigentlich das Gros seiner Punkte eingefahren hat. Dieses Wochenende empfängt die Elf von Trainer Manuel Cornelius nun den Nordberliner SC. Der Aufsteiger gerät zunehmend in Schwierigkeiten, nicht zuletzt wegen seiner Auswärtsschwäche. Der einzige Sieg auf des Gegners Platz datiert vom September 2013, seither kassierte man in fünf Gastspielen vier Niederlagen bei stattlichen 20 Gegentoren. Vor allem die Pleite beim SV Empor am vergangenen Wochenende tat weh, da man den Klub aus dem Prenzlauer Berg in der Tabelle vorbeiziehen lassen musste und als Tabellen-13. nun selbst mehr denn je im erweiterten Abstiegskampf steckt. Im Hinspiel trennten sich der NoSC und Stern in einer packenden Partie übrigens 4:4 - damals erzielte Dennis Freyer alle Tore für die Steglitzer.

Mit dem Auswärtssieg bei den Füchsen in der vorhergehenden Runde konnte der SV Sparta den misslungenen Rückrundenauftakt wieder wettmachen. Nun wollen die eigentlich heimstarken Lichtenberger  nach zuvor zwei sieglosen Auftritten an der Fischerstraße zuhause wieder in die Erfolgsspur. Gegner Köpenicker SC weist in der Berlin-Liga die größte Diskrepanz zwischen Heimstärke und Auswärtsschwäche auf. Dabei gelang dem KSC mit dem 3:1 beim SFC Stern zum Rückrundenauftakt ein echter Paukenschlag. Die darauf folgende Niederlage bei Schlusslicht Makkabi sorgte allerdings für schnelle Ernüchterung. Bemerkenswert: durch den 4:2-Heimsieg am 7. Spieltag stürmte die Elf von Trainer Heiko Schickgram an Sparta vorbei auf Platz 2. Jetzt ist Sparta immer noch Dritter, die Köpenicker stehen auf dem 8. Platz - und beide können als Aufsteiger mehr als zufrieden in die Revanche am Sonntag gehen.

Erholt zeigte sich Tennis Borussia am vergangenen Wochenende von seiner Topspiel-Pleite bei Hertha 03. Gegen den SC Gatow gelang ein 2:0-Heimsieg, allein, auch die Veilchen konnten den Rückstand damit nicht verkürzen. Neun Punkte auf den Klassenprimus bleiben schier unaufhaltbar. Am Sonntag wartet auf TeBe nun der zweite Spandauer Klub, den die Liga zu bieten hat: der SC Staaken. Der Tabellen-15. kam zuletzt bei Eintracht Mahlsdorf unter die Räder und verbucht somit vier Niederlagen aus den letzten fünf Partien. Immerhin ging es bei den Heimniederlagen gegen Sparta und Tasmania zuletzt knapp zu. Ein Pünktchen gegen Tennis Borussia wäre - mühsam ernährt sich auch das Eichhörnchen im Tabellenkeller - sicherlich für den SCS nicht zu verachten. Und: auf des Gegners Platz sind die Charlottenburger nach wie vor nur Liga-Durchschnitt, auch wenn sie zwei der drei letzten Auswärtsspiele gewinnen konnten.

Viele Spiele wie das am letzten Wochenende in Wilmersdorf kann sich der TuS Makkabi nicht mehr leisten. Das Schlusslicht unterlag dabei knapp und unglücklich, von Lob und Moral kann man aber nicht mehr lange zehren. Sonntagmittag kommt nun der SV Empor auf die Julius-HIrsch-Sportanlage. Der galt als einer der Klubs in der Abstiegszone, an denen es sich zu orientieren galt, wenn es um den ominösen Platz über dem Strich geht. Am vergangenen Spieltag gelang der Elf von Trainer Miroslav Jagatic aber ein echter Befreiungsschlag gegen den NoSC, der sie nun auf Platz 12 führte. Kein Wunder, da Empor der einzige Klub ab Platz 8 abwärts war, der in der letzten Runde siegreich blieb. Mit einem weiteren Erfolgserlebnis könnte der SVE den Abstand zu Rang 16  auf bis zu acht Punkte ausbauen - fürwahr ein großer Anreiz, auch bei Makkabi voll auf Sieg zu spielen.

Licht am Ende des Tunnels sieht man dagegen wieder bei SF Johannisthal: 13 Punkte lag man zur Saisonhälfte auf den ersten Nichtabstiegsplatz zurück, nun sind es nur noch sieben. Zuletzt gab es drei Spiele ohne Niederlage für die Kleeblätter, ein absolutes Novum in dieser Spielzeit. Zuhause am Segelfliegerdamm sind die Johannisthaler  aber immer noch ohne Sieg und bleiben damit schlechtestes Heimteam der Liga. Der erste Erfolg soll nun am Sonntag gegen den SV Tasmania gelingen, der allerdings im Moment die Mannschaft der Stunde in der Berlin-Liga ist. Die Neuköllner haben nämlich mit sechs Erfolgen hintereinander die aktuell längste Siegesserie vorzuweisen. Trotzdem klebt man seit Wochen auf Platz 5, nicht zuletzt, weil man noch ein Nachholspiel zu absolvieren hat. Würde man dem ehemaligen Bundesligisten dabei in der Tabelle einen "Dreier im  Sinn" zugestehen, wäre Tasmania im Moment Tabellenzweiter. In dieser Konstellation dürfte den Besuchern also ein interessantes Spiel der Kategorie "mutiges Kellerkind gegen selbstbewusstes Spitzenteam" winken.

Des Weiteren bietet der Spieltag das Bezirksderby zwischen dem Berliner SC und dem 1. FC Wilmersdorf. Die Gäste dürften dabei auf Revanche brennen für die Heimpleite aus der Hinrunde. Außerdem hat der 1. FC mit vier Siegen am Stück gerade einen Lauf. Beim BSC muss man sich derzeit mit Mittelmaß zufrieden geben, das aber mit einem Derbysieg hübsch aufpoliert werden könnte. Und das wieder an der heimischen Hubertusallee, nachdem man zuletzt dreimal auf die Anlage von Makkabi ausweichen musste.

Dringend ein Erfolgserlebnis braucht man auch wieder beim VfB Hermsdorf. Vier Niederlagen hintereinander, darunter ein 3:4 zuhause gegen Johannisthal, haben den Abstand auf die Abstiegsplätze gefährlich schmilzen lassen. Gegner Eintracht Mahlsdorf hat nach drei Siegen aus vier Spielen wieder so etwas wie die Leichtigkeit des Seins entdeckt und den bösen Abwärtstrend zum Ende des letzten Jahres erst einmal gebannt.

Den erlebt nun der SC Gatow mit sieben sieglosen Spielen in Folge - davon nur ein Unentschieden! Nun muss der Tabellen-11. daheim gegen den TSV Rudow ran - 'muss' ist dabei geradezu wörtlich zu verstehen. Denn bei den Gatowern ist die Diskrepanz zwischen Heimschwäche und Auswärtsstärke so groß wie bei keinem anderen Berlin-Ligisten. Der letzte Erfolg am Weiten Blick datiert vom September 2013. Keine schlechten Aussichten für den Tabellen-Neunten aus Rudow also, der die Hälfte seiner 30 Punkte bislang auf des Gegners Platz einfuhr.


Die Partien des 21. Spieltags im Überblick:

Samstag:
SFC Stern (2.) - Nordberliner SC (13.)    14.30 Uhr, Kreuznacher Str.

Sonntag:
TuS Makkabi (18.) - SV Empor (12.)   12 Uhr, Julius-Hirsch-Sportanlage
SV Sparta (3.) - Köpenicker SC (8.)  14 Uhr, Fischerstr.
VfB Hermsdorf (14.) - Eintracht Mahlsdorf (7.)  14 Uhr, Seebadstr.
SC Staaken (15.) - Tennis Borussia (4.)  14 Uhr, Sportpark Staaken
SC Gatow (11.) - TSV Rudow (9.)  14 Uhr, Sportplatz Gatow
Berliner SC (10.) - 1. FC Wilmersdorf (6.)  14 Uhr, Hubertusallee
SF Johannisthal (17.) - SV Tasmania (5.)  14.30 Uhr, Segelfliegerdamm
Hertha 03 (1.) - Füchse Berlin (16.)  15 Uhr, Ernst-Reuter-Sportfeld

 

   
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