Erst Skepsis, dann Enttäuschung: Kein Geschenk für die eisernen Mädchen am Frauentag...    Fotos: Obuchoff


Statt Blumen schenkten Unions eiserne Kicker dem FC Ingolstadt erst einmal ein Tor. Dabei spielte selbst an diesem 8. März – auch als Internationaler Frauentag bekannt – keine einzige Frau im gegnerischen Team. Jedenfalls kaum war die Luft, die der Schiedsrichter Martin Petersen für den Anpfiff der Partie benötigte, verhaucht, da stibitzte sich Pascal Groß den Ball, ließ mit einem kleinen Schlenker die Union-Abwehr ins Leere laufen und beförderte das Spielgerät geschickt unter Daniel Haas hindurch ins Tornetz. Die Uhr auf der elektronischen Anzeigetafel zeigte die 32. Sekunde an.
Bereits zum dritten Mal in dieser Saison durften die Fans des 1. FC Union einen ähnlichen Auftakt bewundern. Mit Masochismus sind solche Schockprozeduren wohl nicht zu erklären. Immerhin kamen die Gastgeber mit einem Veilchen davon: Das Spiel endete 1:1.

So richtig kann bislang niemand beim 1. FC Union diese Fehlstarts erklären. Weder Spieler noch der Trainer hatten eine plausible Antwort parat. Vielleicht sollte man einmal prüfen, welche...

Ingredienzien die Getränke der eisernen Balltreter aufweisen. Ein Zuschauer indes meinte während des zähen Beginns: „ Haben die etwa alle an `nem Joint gezogen?“ Dass der Begriff „Gras fressen“ mal anders interpretiert wurde, hallte ich indes für nahezu ausgeschlossen. Irgendwelche verdächtigen Gerüche konnte ich in den Gängen unter der Haupttribüne jedenfalls nicht feststellen.

Schreit er nun den Frust raus oder gibt er das Letzte für bessere Chancenverwertung?


„Immerhin hatten wir 90 Minuten Zeit, den Fehler zu korrigieren“, meinte nach dem Spiel Kapitän Torsten Mattuschka, als er nach seinen Gefühlen in jener Situation gefragt wurde. Diese Zeit benötigten die Kollegen dann auch tatsächlich, um den Schiedsrichter in der 90. Minute zu überzeugen, vor dem Schlusspfiff noch einmal einen Pfiff mit entsprechender Geste Richtung Punkt zu begleiten.

Aber der Reihe nach. Den Ingolstädter Torschützen kam nach seinem Treffer die nicht gerade intelligente Idee, mit geballter Faust auf die Stadionecke zu laufen, in der die eisernsten der eisernen Fans ihren Stammplatz haben. Diese Provokation hätte er sich sparen können.

Es dauerte dann bis die Unioner halbwegs zu ihrem Spiel fanden. Mit ein wenig mehr Pech aber hätte es nach zwei beinahe 100-prozentigen Konterchancen der Gäste sogar zwei  oder drei Gegentore geben können. Mit frühen Angriffen auf den Ball störten die Schanzer, wie sich die Oberbayern nennen, erfolgreich das Aufbauspiel der Unioner. Erst gegen Ende der ersten Halbzeit kam verstärkter Druck auf das Tor von Ramazan Özcan. Nach der Pause mühten sich die Unioner zunächst ziemlich erfolglos, ein Tor zu erzielen. Zwar weist die Statistik insgesamt für Union 62% Aktionen am Ball aus. Aber dass die Ingolstädter dafür 53% der Zweikämpfe gewannen, spricht für wenig Effektivität. Erst in der letzten Viertelstunde – inzwischen wurden Björn Jopek und Sören Brandy, dann auch Adam Nemec eingewechselt – gerieten die Gäste in einen eisernen Sturmwirbel. Ein Angriff nach dem anderen lief auf Özcans Tor zu. Flanken und ein Eckbälle segelten fast im Minutentakt in den 16-Meter-Raum. Als Brandy kurz vor Ende der regulären Spielzeit verzweifelt mit dem Ball in den Strafraum eindrang, war es Danilo Soares der ihn stoppen wollte. Beide gingen zu Boden. Petersen pfiff Strafstoß. „Brandy sah das so: “Soares geht runter und trifft mein Bein.“ Ingolstadts Trainer Ralph Hasenhüttel hatte später Zweifel an der Berechtigung. Vor allem, dass das Spiel so kurz vor dem Ende mit einem Strafstoß entschieden, eigentlich ja unentschieden, wurde, betrübte ihn. Auch, dass erst der Linienrichter, der ja hätte gegen die Sonne blicken müssen, das so sah. Aber Hasenhüttel saß natürlich noch weiter weg vom Geschehen – wenn auch im Schatten.

Auf jeden Fall ließ sich „Tusche“ den Elfer nicht entgehen. Noch einmal beide Stutzen zurechtgezogen, sich nicht durch den drei Meter vor ihm rumlungernden Özcan stören zu lassen und konzentriert. „Ich habe nur auf den Ball geschaut, mich für eine Ecke entschieden und den Ball reingehauen“, schilderte Unions Spielführer diese Sekunden. Auf den Tribünen tobte der Mob. Und in der Nachspielzeit wäre beinahe noch der Siegtreffer gelungen. Aber irgendein bayrisches Bein stand noch im Weg. Das wäre dann wohl doch nicht ganz verdient gewesen.

Vom Aufstieg mag man nun an der Alten Försterei erst recht nichts mehr reden. Vielleicht gut so.

Die eiserne Bilderschau zum Spiel - von Hajo Obuchoff
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