Da kann Abwehrrecke Ertan Turan noch so sehr für die Veilchen rennen. Am Ende kann nur Tennis Borussias "Flutlicht-Heimstärke" am Freitagabend gegen die vermeintlich schwachen Bezirksnachbarn aus Gatow helfen...      Foto:BAFPics Lehner


Der Spitzenreiter: Hertha 03 in Rudow +++ Die Verfolger: Stern und Sparta zu Gast bei Abstiegskandidaten +++ Freitagsspiel: Tennis Borussia – SC Gatow +++
Die vergangene Spielrunde kannte in der Spitzengruppe eigentlich nur einen wirklichen Gewinner: den FC Hertha 03. Mit dem letztlich klaren 3:0 über Tennis Borussia vor mehr als 600 zahlenden Zuschauern  konnte der Spitzenreiter einerseits einen der drei Verfolger selbst auf neun Punkte Abstand distanzieren. Andererseits kam auch der  SV Sparta zuhause nicht über ein Unentschieden hinaus und sieht bei nun acht Zählern Rückstand den Zug Richtung Oberliga mit den Zehlendorfern davon fahren. Lediglich der SFC Stern konnte die 6-Punkte-Differenz wahren, darf sich aber vorerst auch keinen Ausrutscher erlauben.


Unter diesen Vorzeichen geht die Berlin-Liga in ihre 20. Runde. Hertha 03 erwartet dabei mit dem Spiel beim TSV Rudow aber eine echte Bewährungsprobe. Mit der Bilanz von neun Siegen aus den letzten zehn Partien muss der Tabellenerste derzeit natürlich niemanden fürchten. Die Rudower sind aber...

mit vier Punkten aus zwei Auswärtsspielen zumindest in der Liga gut ins Jahr gekommen und wollen diesen Trend daheim natürlich fortsetzen. Die Tatsache, dass die Mannschaft von Trainer Thorsten Beck bislang an der Stubenrauchstraße genau so viele Punkte wie bei ihren Gastspielen gesammelt hat, spricht aber für ein kleines Heimproblem. Gegen den Primus der Liga dürfte der TSV aber bis in die Haarspitzen motiviert sein. Sollten dann durch diese Konstellation Standards entscheidend werden, haben beide Mannschaften einen ausgemachten Spezialisten zur Verfügung. Bei der „kleinen Hertha“ war Arber Shuleta an zwei von drei Toren gegen TeBe per Freistoß maßgeblich beteiligt. Bei den Rudowern wäre der Experte Timo Kzionzek, der beim SV Empor zwei Treffer per Standards vorbereitete, vergangenes Wochenende aber fehlte.

Dank Oldie Andreas Thurau konnte der SFC Stern 1900  am vergangenen Spieltag den Rückstand auf  Hertha 03 wenigstens wahren. Der beinahe 36-Jährige steuerte gleich zwei Treffer zum 3:1 über den SV Empor bei. Allerdings war die Differenz zu Platz 1 auch schon mal geringer und der erwähnte Sieg der erste bei drei Heimspielen in Folge.  Da trifft es sich für die Steglitzer noch ganz gut, dass sie ihre bisherige Auswärtsschwäche zuletzt mit zwei Siegen hintereinander bekämpfen konnten. Denn auch am Sonntag geht es wieder auf des Gegners Platz – und der gehört einem momentan sehr unangenehmen Widersacher, nämlich SF Johannisthal. Der eigentlich schon abgeschriebene Aufsteiger konnte zuletzt mit zwei Siegen den Rückstand auf Platz 15 verkürzen – auf allerdings immer noch acht Zähler. Bemerkenswert auch, dass die Elf von Trainer Dirk Bastian offenbar doch noch den Weg ins gegnerische Tor gefunden hat: sieben Treffer aus den letzten beiden Partien sind genau eins mehr als den Kleeblättern in 18 vorhergehenden Saisonauftritten gelangen. Hoch interessant also, ob die Johannisthaler ihren Aufwärtstrend auch am heimischen Segelfliegerdamm gegen klar favorisierte Sterne fortsetzen können. Dort fuhr SFJ bislang nämlich nur ein mageres Pünktchen ein.

Auch der im Saisonverlauf so heimstarke SV Sparta  konnte – Stern 1900 lässt grüßen – von drei Heimspielen hintereinander nur eins gewinnen. Als Tabellendritter darf der Aufsteiger natürlich sehr zufrieden mit dem Verlauf der Spielzeit sein. Der Start ins Jahr 2014 hätte trotzdem wohl besser verlaufen dürfen – gerade, wenn man schon mal so nah an der Tabellenspitze war. Auch die Lichtenberger müssen am Wochenende zu einem Sorgenkind der Berlin-Liga: die Füchse Berlin belegen zur Zeit Platz 16. Das Heimrecht könnte diese Saison vielleicht das große Faustpfand der Reinickendorfer im Abstiegskampf werden, mehr als zwei Drittel ihrer 18 Punkte erkämpften sie am Freiheitsweg. Zuletzt verlor die Mannschaft von Trainer Markus Zschiesche aber viermal am Stück.

Bei Schlusslicht TuS Makkabi ist die Hoffnung noch intakt: Zwei Siege aus den letzten drei Spielen machen es möglich. Elf Punkte Rückstand auf Platz 15 sind aber immer noch gewaltig. Nur wenn andere Vereine im Keller – wie die Füchse, Staaken oder Empor -ergebnismäßig weiter stagnieren, kann das Wunder Klassenerhalt in Charlottenburg doch noch Formen annehmen. Dazu wartet mit dem Auswärtsspiel beim Bezirksnachbarn 1. FC Wilmersdorf ein dicker Brocken auf Makkabi. Drei Siege in Serie haben die Rot-Schwarzen bis auf Rang 6 vorrücken lassen. Eine Platzierung, die den Vorstellungen der Wilmersdorfer schon eher entsprechen dürfte – und die Appetit auf mehr macht. Stark ist der 1. FC besonders im heimischen Volkspark, wo fünf der letzten sechs Liga-Auftritte siegreich endeten.  Dabei fügte man u. a. Hertha 03 die erste Saisonniederlage zu – lediglich das zwischenzeitliche 0:1 gegen Johannisthal (der erste Saisondreier für den Neuling) schmälert da die Heimbilanz ein wenig.

Bereits am Freitagabend hat der Tabellenvierte Tennis Borussia zuhause gegen den SC Gatow Gelegenheit, den Frust aus der Niederlage im Spitzenspiel bei Hertha 03 wenigstens ein bisschen vergessen zu machen. Dass Mommsenstadion ist – vor allem bei Flutlichtspielen – eine echte Bastion. Als einziger Verein in Berlins höchster Spielklasse sind die Lila-Weißen zuhause noch unbesiegt. Nach dem Dämpfer in Zehlendorf müssen die Spieler nun aber nachweisen, dass ihnen die Ambitionen nicht abhanden gekommen sind. Ein Negativbeispiel dafür bietet im Moment der Gegner aus Gatow: nur einen Punkt aus den letzten sechs Ligapartien kann der Tabellen-11. vorweisen, dazu das Pokal-Aus  sowie die Entlassung von Trainer und Sportlichem Leiter. Auch der neue SC-Coach, der bisherige Assistent Christoph Herrmann, musste bei seinem Debüt (0:2 gegen Mahlsdorf) am vergangenen Wochenende in die Röhre gucken.  Mut, die heiß ersehnte Kehrtwende ausgerechnet im Mommsenstadion zu bewerkstelligen, macht den Grün-Weißen immerhin ihre Stärke auf des Gegners Platz. In der Auswärtstabelle der Berlin-Liga liegen die Gatower immer noch auf Rang 3.

Am Samstag kann sich der Sieger der Partie SV Empor – Nordberliner SC Luft in der erweiterten Abstiegszone verschaffen. Zeitgleich treffen mit dem Köpenicker SC und dem Berliner SC zwei Klubs aus dem Tabellenmittelfeld aufeinander, die mit einem Erfolg wieder Anschluss an die Komfortzone der Berlin-Liga bekämen.

Außerdem steht am 20. Spieltag noch das „Fernduell“ zwischen Eintracht Mahlsdorf, das das Siegen wieder gelernt hat, und dem abstiegsbedrohten SC Staaken an. Von Stadtrand zu Stadtrand und wieder zurück dürften die Spandauer dabei locker auf 70 Kilometer kommen. Reichlich Tore verspricht zu guter Letzt noch das Duell SV Tasmania – VfB Hermsdorf. Bei Spielen der Neuköllner fielen insgesamt 72 Tore, die Hermsdorfer bringen es in dieser Hinsicht sogar auf den Liga-Spitzenwert von 90 Treffern! Beide Teams begegneten sich in dieser Spielzeit schon zweimal, dabei blieb Tasmania jeweils erfolgreich. In Hermsdorf gab’s mit 3:2 am 6. Spieltag den ersten Saisonsieg für Tas, danach wurde der VfB in der 2. Pokalrunde an der Oderstraße aus dem Wettbewerb geworfen. Das Ergebnis damals: 5:4 – „standesgemäß“ ohne Verlängerung oder Elfmeterschießen, versteht sich...

Die Spiele des 20. Spieltags der Berlin-Liga im Überblick

Freitag, 19 Uhrr:
Tennis Borussia (4.) – SC Gatow (11.) Mommsenstadion

Samstag, 14 Uhr:
SV Empor (14.) – Nordberliner SC (12.) Jahn-Sportpark
Köpenicker SC  (9.) – Berliner SC (10.) Wendenschloßstraße

Sonntag:
Füchse Berlin (16.) – SV Sparta (3.) Freiheitsweg, 14 Uhr

Eintracht Mahlsdorf  (7.) – SC Staaken (15.) Am Rosenhag, 14 Uhr
SV Tasmania (5.) – VfB Hermsdorf (13.) W.-Seelenbinder-Sportpark, 14.30 Uhr
TSV Rudow  (8.) – Hertha 03 (1.) Stubenrauchstraße, 14.30 Uhr
SF Johannisthal (17.) – SFC Stern (2.) Segelfliegerdamm, 14.30 Uhr
1. FC Wilmersdorf  (6.) – TuS Makkabi (18.) Volkspark Wilmersdorf, 15 Uhr

   
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