Hertha-Coach Timo Szumnarski: Könnte das schon der Blick in Richtung Oberliga sein?           Fotos: Hasso Nickelé


War's das? Nach dem 3:0-Sieg im Spitzenspiel der Berlin-Liga gegen Tennis Borussia ist Hertha 03 Zehlendorf kaum noch einzuholen...
Über 600 Zuschauer waren zum Ernst-Reuter-Sportfeld geeilt, um das Spitzenspiel der Berlin-Liga zwischen Hertha 03 Zehlendorf und TeBe zu sehen. Und sie mussten erstmal warten, denn wie es sich für ein echtes Spitzenspiel gehört, ertönte der Anpfiff verspätet. Der Grund dafür war allerdings nicht ersichtlich. Spieler, Trainer, Zuschauer...alle waren rechtzeitig da. Nur die Schiedsrichter eben nicht. Warum das Trio mit fast zehn Minuten Verspätung eintrudelte, sollte eines der wenigen Rätsel dieser Partie bleiben.
Die erste halbe Stunde entsprach dann auch einem...

typischen Spitzenspiel. Soll heißen: beide Teams standen derartig kompakt, dass sie sich gegenseitig lahmlegten. Der Hertha konnte es recht sein, sie fühlte sich wenig bemüßigt, etwas für das Spiel zu tun. In der 30. Minute endlich die erste Torchance: Fuß tauchte gefährlich vor dem Tor der 03er auf, Torwart Zwick war aber auf der Hut.
Irgendwie war es nur logisch, dass ein Tor nur aus einem ruhenden Ball fallen konnte. Und so war es dann auch. Freistoß für Hertha vom rechten Strafraumeck und Shuleta probierte mal etwas – nämlich einen Kaltz-Freistoß (so genannt nach dem berühmten Freistoßtor von Manni Kaltz im Pokalfinale 1987). Er spielte den Ball rechts an der Mauer vorbei. Es war kein strammer Schuss, aber Torwart Pruschke sah den Ball so spät und war so überrascht, dass er mit der Kugel ins eigene Tor rutschte.
TeBe mehr verärgert als geschockt, legte einen Zahn zu und hatte noch vor der Pause die Chance zum Ausgleich, doch Kapitän Bongartz drosch den Ball aus knapp zehn Metern über das Tor.

Kurz nach Wiederanpfiff lag erneut der Ausgleich in der Luft: nach einer Fuß-Ecke mussten gleich drei Herthaner auf der Linie klären. Doch wie es so kommt: Praktisch im Gegenzug musste Warwel im Fünfmeterraum nur den Fuß hinhalten: 2:0 für die Gastgeber (50.). Das war schon die Entscheidung. TeBe wirkte demoralisiert, Hertha dagegen spielte jetzt, wo es nicht mehr drauf ankam, richtig guten Fußball. Beim 3:0 wurde die Gäste-Abwehr ganz schön vorgeführt. Und in der Folge hätte der Tabellenführer sogar noch ein, zwei Tore drauflegen können.
TeBe entnervt, verlor noch Raychouni durch Platzverweis. Das ging vielleicht in Ordnung, insgesamt aber kann man Schiedsrichter Paffrath keinen guten Tag attestieren. Als Anhänger der „Lieber-laufen-lassen-Schule“ übertrieb er es doch ein wenig und war deshalb nicht ganz unschuldig daran, dass sich die Partie nach der Pause so hitzig entwickelte.


Ja, wie geht es jetzt weiter? Hertha liegt nun neun Punkte vor der Konkurrenz. Sind die Zehlendorfer überhaupt noch einmal einzuholen? Wenn sie diese Abgeklärtheit behalten (und warum sollten sie sie verlieren?), ist die Antwort eindeutig: Nein!

Ziemlich selten: Dicke Luft am Hertha-Kasten...

   
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