Titelverteidiger BFC Dynamo bei Außenseiter SCC +++ SC Gatow will Revanche im Derby gegen Staaken +++ Freitagsspiel: TeBe empfängt Hürtürkel.

Die Topfavoriten Berliner AK und FC Viktoria 89 haben sich bereits für’s Viertelfinale im Berliner-Pilsner-Pokal qualifiziert. An diesem Wochenende werden nun die sechs weiteren Kandidaten ermittelt, die am 27. Februar neben den beiden Regionalligisten aus dem Lostopf gezogen werden.

Schwer taten sich der BAK und Viktoria vor 14 Tagen: die Athleten bezwangen Berlin-Ligist Hertha 03 zuhause erst im Elfmeterschießen, während sich die 89er beim vier Klassen tiefer spielenden SSC Südwest zu einem 1:0-Sieg quälten. Allein: am Ende setzten sie sich doch durch – und so bleibt der Berliner Pilsner-Pokal eine Veranstaltung für die hochklassigen Teilnehmer aus der Hauptstadt. Von den fünf Teams aus Regional- und Oberliga hat allein Vorjahresfinalist Lichtenberg 47 bereits die Segel streichen müssen, mit dem SSC Südwest schied dagegen der letzte Bezirksligist im Wettbewerb aus.
Ein ähnliches Schicksal...

könnte nun auch die drei verbliebenen Landesligisten erwarten, müssen sie doch jeweils gegen klassenhöhere Vereine antreten. Immerhin genießen sie dabei aber allesamt Heimrecht.

So bekommt es der SC Charlottenburg mit dem BFC Dynamo zu tun. Der unangefochtene Tabellenführer der Oberliga geht natürlich als klarer Favorit in diese Paarung. Dabei bewies der BFC am vergangenen Wochenende beim klaren 3:0-Erfolg im Testspiel gegen Regionalliga-Primus Neustrelitz, dass die Winterpause die Hohenschönhauser nicht aus dem Tritt gebracht hat. Mit der gebotenen Vorsicht wird die Elf von Trainer Volkan Uluc aber schon am Sonntag im Mommsenstadion zu Werke gehen – schließlich fegte der SCC in der Runde zuvor den Berlin-Ligisten SV Sparta mit 5:0 vom Platz. Traditionell bereits um 11 Uhr am Sonntagmorgen empfängt Landesligist BFC Preußen den Berliner SC. Bereits in der 1. Runde des Wettbewerbs lehrte der BFC dabei an der heimischen Malteserstraße einen Berlin-Ligisten das Fürchten: die Füchse Berlin zogen damals mit 2:5 den Kürzeren.  Gegner BSC wiederum hatte sein Pokal-Highlight in der vergangenen Runde,  als man den klassenhöheren SV Lichtenberg 47 in der Verlängerung bezwang. Dazu sind die Mannen aus dem Grunewald mit bereits zwei absolvierten Punktspielen schon wieder voll in der Wettkampfpraxis. Die Preußen dagegen starten erst Anfang März in die Rückrunde der Landesliga.

Der dritte im Pokal verbliebene Landesligist, CFC Hertha 06, konnte dagegen mit einem Nachholspiel Praxis vor dem K.O.-Spiel gegen den TSV Rudow sammeln. Und wie – bei Spitzenreiter FC Internationale gewann der mit hohen Ambitionen in die Saison gestartete CFC mit 4:0.  Matchwinner war dabei Winter-Neuzugang Mehmet Aydin, der gleich dreimal traf. Mit seinem vorherigen Klub Lichtenberg 47 war der Torjäger ja bereits aus dem Pokal ausgeschieden, nun könnte er bei den zwei Klassen tiefer spielenden 06ern am Sonntag zum Zünglein an der Waage werden. Die Rudower wiederum haben ihre bisherigen Pokalaufgaben gegen unterklassige Gegner souverän gelöst. Auch der Rückrundenauftakt beim SV Empor gelang mit einem 4:0-Erfolg – dabei traf mit Anton Feiler ebenfalls ein Neuzugang aus der Winterpause für den TSV.

Bei zwei Achtelfinalspielen bleiben Berlin-Ligisten unter sich. Eine Woche nach dem Punktspiel kann der SC Gatow dabei bereits – wiederum zuhause - gegen den SC Staaken für die 1:3-Niederlage Revanche nehmen. Diese schnelle Gelegenheit zur Wiedergutmachung wollen sich die Gatower im Spandauer Derby sicher nicht entgehen lassen. Die Staakener wiederum werden nach der gezeigten Leistung nicht erneut als Außenseiter an den Weiten Blick anreisen – auch, wenn sie bislang ausschließlich Heimrecht im Wettbewerb genossen. Somit dürften die Voraussetzungen für einen heißen Pokalfight gegeben sein. Nach den drei Feldverweisen vom vergangenen Wochenende sollten die Derby-Akteure jedoch bei aller Hektik kühlen Kopf bewahren.

Spannung verspricht auch die Paarung  SV Tasmania – 1. FC Wilmersdorf. Beim Ligaspiel in der Hinrunde hatten die Tasmanen an der heimischen Oderstraße knapp die Nase vorn. Und das 5:4 über Hermsdorf aus der vergangenen Pokalrunde– nach regulärer Spielzeit, wohl gemerkt – dürfte den Besuchern noch in guter Erinnerung sein. Die Wilmersdorfer haben ihrerseits dieses Jahr schon einen Sieg im Berliner Pilsner-Pokal gefeiert. Vor 14 Tagen setzte man quasi den sportlichen Schlussstrich unter den quälend langen Disput um die Zweitrundenpartie Spandau 06 – SV Empor, die letztlich am Grünen Tisch für den Berlin-Ligisten gewertet wurde. Mit 6:1 fertigte der 1. FC dabei die Emporianer am Ende ab. Nun allerdings muss die Elf von Trainer Michels erstmals auswärts im Wettbewerb ran.

Eröffnet wird das Pokal-Wochenende am Freitagabend mit einem echten Leckerbissen: Tennis Borussia empfängt den klassenhöheren BSV Hürtürkel. Viel spricht aber für eine „enge Kiste“. Nicht nur, dass TeBe in der Berlin-Liga vergangenes Wochenende auf Platz 2 stürmte – mit Keser und Turan kamen in der Winterpause zwei wichtige Spieler ausgerechnet von Hürtürkel an die Waldschulallee. Der Oberliga-Aufsteiger hingegen steht zwar auf einem guten 8. Platz, ein Abwärtstrend war zuletzt jedoch unverkennbar. Dazu vollzog man über den Jahreswechsel eine Art Umbruch auf Spielerebene. Trainer Vedat Beyazit muss nun sein Team mit zahlreichen Neuzugängen – unter ihnen auch Cüneyt Gündogdu von TeBe – gleich zum Wettkampfauftakt 2014 ins kalte Wasser werfen.

Die Partien des Achtelfinals im Berliner Pilsner-Pokal am Wochenende:
Tennis Borussia – BSV Hürtürkel     Freitag, 19 Uhr; Mommsenstadion
BFC Preußen – Berliner SC     Sonntag, 11 Uhr; Malteserstraße
SC Gatow – SC Staaken     Sonntag, 13 Uhr; Sportplatz Gatow
SV Tasmania – 1. FC Wilmersdorf     Sonntag, 13 Uhr; Werner-Seelenbinder-Sportpark
SC Charlottenburg – BFC Dynamo     Sonntag, 14 Uhr; Mommsenstadion
CFC Hertha 06 – TSV Rudow     Sonntag, 14 Uhr; Brahestraße

(Bereits qualifiziert für das Viertelfinale: Berliner AK; FC Viktoria 89)

Berlin-Liga: Zwei Nachholspiele
Gespannt schaut die Konkurrenz in der Berlin-Liga am Sonntag aber auch nach Zehlendorf. Dort trifft Spitzenreiter Hertha 03 im Nachholspiel des 18. Spieltags auf den VfB Hermsdorf. Da die unmittelbaren Verfolger SFC Stern und SV Sparta am vergangenen Wochenende patzten, könnten die Zehlendorfer im Fall eines Sieges einen 6-Punkte-Vorsprung auf Platz 2 herstellen. Die Hermsdorfer haben zwar nur eines ihrer letzten sechs Spiele verloren, konnten auf des Gegners Platz aber zuletzt im August 2013 gewinnen. Bleibt abzuwarten, wie Hertha 03 den verletzungsbedingten Ausfall des Toptorjägers Rene Robben verkraftet. Vielleicht, wird der Rest der Liga hoffen, bleibt sich die 18. Runde aber auch in ihrem Nachholspiel treu: als Spieltag, an dem sich die Spitzenteams zuhause einen Ausrutscher erlauben (Sonntag, 14 Uhr, Ernst-Reuter-Sportfeld).

In einem Nachholspiel vom 17. Spieltag treffen am Sonntag außerdem noch der Nordberliner SC und Eintracht Mahlsdorf aufeinander (Sonntag, 14 Uhr, Elchdamm).

Foto: Obuchoff

   
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