Skeptisch: Sparta-Trainer Dragan Kostic scheint dem dritten Platz und dem überraschenden Erfolg seiner Truppe noch nicht recht zu trauen. Foto: BAFPics Lehner


Rückrundenstart ohne Spitzenreiter Hertha 03 +++ Verfolger Stern und Sparta mit lösbaren Heimaufgaben +++ Derby in Spandau: Gatow-Staaken

Mit acht Partien geht die Berlin-Liga am kommenden Wochenende – so Petrus bzw. die zuständigen Bezirksämter es zulassen – in ihre Rückserie. Ausgerechnet Spitzenreiter Hertha 03 pausiert dabei: die Zehlendorfer tragen ihr Heimspiel gegen Hermsdorf erst am folgenden Pokal-Wochenende aus. Gelegenheit also für die Verfolger, diesen Samstag und Sonntag schon mal die Muskeln spielen zu lassen.

Allerdings legte die „kleine Hertha“ trotz des Pokal-Aus beim BAK in dieser Hinsicht schon mal vor: gegen die zwei Klassen höher spielenden Athleten bot man am Sonntag eine Partie auf Augenhöhe und musste sich erst im Elfmeterschießen geschlagen geben. Die Konkurrenz in der Liga sollte sich zum Auftakt also keine Blöße geben, wenn sie weiter mitreden will.

Für die beiden unmittelbaren Verfolger der 03er spricht dabei am Wochenende ihre Heimstärke: der SFC Stern 1900 und der SV Sparta treten jeweils auf eigenem Platz an. Die Steglitzer empfangen...

am Samstag den Köpenicker SC. An der Kreuznacher Straße sind die Sterne diese Saison noch ungeschlagen. Gast KSC ist zwar als Aufsteiger respektabler Tabellensechster, verdankt diese Tatsache wiederum aber vor allem der eigenen Heimstärke. Auf des Gegners Platz gelang den Köpenickern dagegen erst ein Sieg Für den SFC dürfte die Aussicht, zumindest für eine Woche mit dem Tabellenführer punktemäßig gleich  ziehen zu können, zusätzliche Motavition bedeuten.

Die vermeintlich leichtere Aufgabe haben die Lichtenberger: Sparta erwartet am Sonntag Schlusslicht SF Johannisthal an der heimischen Fischerstraße. Klar, dass die Mannschaft von Trainer Dragan Kostic da an ihre Mini-Serie von drei Siegen in Serie vor der Winterpause anknüpfen will. Die bis dato beste Heimbilanz der Berlin-Liga (9 Spiele, 21 Punkte, 22:11 Tore) soll dabei ausgebaut werden. Die Johannisthaler – wie Sparta ja Neuling – erleben ihr sportliches Dasein in der höchsten Berliner Spielklasse dagegen weiterhin als fortlaufende Pannenserie. Auch im Nachholspiel beim Berliner SC ging das Unheil weiter, verloren die Kleeblätter doch trotz ordentlicher Leistung in der Schlussphase noch 0:2.

Mit derzeit sechs Punkten Rückstand auf die Tabellenspitze gehört auch Tennis Borussia sicherlich noch zum Kreis der Aufstiegsanwärter. Mit Ibrahim Keser und Ertan Turan von Oberligist BSV Hürtürkel haben sich die Veilchen in der Winterpause obendrein namhaft verstärkt. Um ganz vorne angreifen zu können, bedarf allerdings die bislang durchwachsene Auswärtsbilanz der Charlottenburger einer Aufbesserung. Am Sonntag besteht dazu Gelegenheit beim Nordberliner SC. Der Aufsteiger ist am heimischen Elchdamm aber bisher erst einmal in dieser Saison bezwungen worden. Sollte der unverkennbare Abwärtstrend beim NoSC (zuletzt nur ein Sieg aus 7 Spielen) mit dem offenbar gestörten Verhältnis zwischen Trainer und Mannschaft zusammenhängen, so ist den Spielern in der Winterpause diese Last – oder Ausrede – genommen worden: die Nordberliner trennten sich nämlich vom bisherigen Coach Hans-Joachim Gehrmann.

Als Geheimtipp für die Rückrunde gilt Vielen auch der SV Tasmania. Als Tabellenfünfte liegen die Neuköllner zwar schon zehn Punkte hinter Platz 1, haben aber ein Spiel weniger als die Konkurrenz bestritten. Dazu wurden mit Salvatore Rogoli (von Regionalligist Neustrelitz) und Safa Sentürk (zuletzt Hürtürkel) in der Winterpause zwei absolute Hochkaräter für die Berlin-Liga verpflichtet. Eine interessante Partie dürfte deshalb am Sonntag beim Berliner SC zu erwarten sein, der nach erfolgreichem Jahresauftakt gegen Johannisthal (s. oben) auf Platz 7 vorgerückt ist. Wegen der widrigen Platzbedingungen an der Hubertusallee findet das Spiel auf dem Kunstrasenplatz der Julius-Hirsch-Sportanlage statt.

Ganz vom Fußball entwöhnte Fans können sich dabei auf dem Gelände von TuS Makkabi gleich einen Doppelpack Berlin-Liga geben: um 12 Uhr bereits treten nämlich die Hausherren auf  dem Naturrasenplatz gegen Eintracht Mahlsdorf an. Auch hinter dieser Paarung steckt eine viel versprechende Konstellation.  Schließlich gelang dem Tabellen-17. Makkabi im letzten Spiel 2013 der erste Saisonsieg. So blieb die Hoffnung auf den Klassenerhalt unter dem Motto „Makkabi lebt!“ zum Jahreswechsel erhalten. Immer noch dreizehn Punkte Rückstand zum rettenden Ufer verlangen aber nach weiteren, schnellen Punktgewinnen. In dieser Situation kommt mit den Mahlsdorfern ein schwer auszurechnender Gegner. Die Spielpause dürfte der Eintracht nach acht sieglosen Partien gerade recht gekommen sein – kein anderer Verein der Berlin-Liga ist länger ohne Erfolgserlebnis. So hofft man im „Fernen Osten“ nun, sich in der Pause wieder auf den sensationellen Saisonstart besonnen zu haben. Zur Erinnerung: bis zum 8. Spieltag war man zeitweise unangefochtener Tabellenführer. Dabei helfen soll der „neue, alte“ Trainer Sven Orbanke, der gemeinsam mit Torsten Boer die Übungsleitung beim BSV fortsetzt.

Ein weiteres Highlight des 18. Spieltags stellt das Spandauer Derby dar. Der SC Gatow genießt dabei Heimrecht gegen den SC Staaken. Zusätzliche Brisanz erhält die Paarung durch die Tatsache, dass vor der Saison sieben Spieler des SCS sowie Trainer Jürgen Beyer quasi die Seiten wechselten und sich den Gatowern anschlossen. Für die läuft die Saison als derzeitiger Tabellen-11. enttäuschend, vor allem zuhause blieben die Grün-Weißen vieles schuldig. Bei keinem Berlin-Ligisten ist die Diskrepanz zwischen Heim- und Auswärtsbilanz (Platz 16 bzw. Platz 2) größer. Eine Tatsache, die den Staakenern Hoffnung machen dürfte. Die Blau-Weißen mussten nach dem Aderlass mit einer schweren Saison rechnen und haben nur den Klassenerhalt als Ziel. Das Aufeinandertreffen am 5. Spieltag der Hinrunde endete übrigens nicht nur 0:0, sondern verlief sportlich fair und mit etwa 170 Besuchern in einem würdigen Rahmen.

Die Partien des 18. Spieltags im Überblick

Samstag
SV Empor (13.) – TSV Rudow (9.), Jahn-Sportpark, 14 Uhr
SFC Stern (2.) – Köpenicker SC (6.), Kreuznacher Straße, 14 Uhr

Sonntag
TuS Makkabi (17.) – Eintracht Mahlsdorf (10.), Julius-Hirsch-Sportanlage, 12 Uhr

Berliner SC (7.) – SV Tasmania (5.), Julius-Hirsch-Sportanlage, 14 Uhr
SV Sparta (3.) – SF Johannisthal (18.), Fischerstraße, 14 Uhr
Nordberliner SC (14.) – Tennis Borussia (4.), Elchdamm, 14 Uhr
SC Gatow (11.) – SC Staaken (16.), Sportplatz Gatow, 14 Uhr
1. FC Wilmersdorf (8.) – Füchse Berlin (15.), Volkspark Wilmersdorf, 15 Uhr

Sonntag, 23. Februar
Hertha 03 (1.) – VfB Hermsdorf (12.)                    Ernst-Reuter-Sportfeld, 14 Uhr

(Nachholspiel: Nordberliner SC - Eintr. Mahlsdorf / Elchdamm, 14 Uhr)

   
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