Drucken

Fußball in Berlin? Ritter Keule und Herthino zeigen wie das geht!                  Fotos: Obuchoff


Es gab einst tatsächlich Winter, die Hallen-Fußballzauber zwingend begründen konnten. Am vergangenen Sonnabend indes hätte man das Berliner Turnier der Traditionsmannschaften durchaus außerhalb der Max-Schmeling-Halle austragen können. Schöner Sonnenschein und frühlingshafte Temperaturen sowie frische Luft hätten wohl auch zur Philosophie  der AOK gepasst. Die große Gesundheitskasse fungiert nämlich  seit dem Bankrott von Flexstrom, des letzten Investors für das Alt-Kicker-Treffen, nun als Namengeber.
Aller Frühlingsgefühle zum Trotz kamen 8032 Zuschauer in den Schatten des Hallendachs, um eine Reihe von Fußball-Stars aus älteren Zeiten wiederzusehen, zum Beispiel Bernd „Schnix“ Schneider, der Jenenser in Diensten von Leverkusen, Jörg Albertz, Recke aus Gladbach, Holger Gaißmeyer, in Köln trotz des Titels „Stolperkönig“ (Bernd Schuster) als Torkanone bekannt, Steffen Baumgart, Kampfschwein von Union oder Herthas Liebling Andreas „Zecke“ Neuendorf. Ausländischer Stargast war diesmal...

der FC Barcelona. Ein Gigant vergleichbar mit Messi oder Iniesta waren zwar nicht im Aufgebot, aber Roberto Fernandez spielte immerhin in den Jahren 1986 bis 1990 unter Trainer Johann Cruyff 144 mal für Barca und schoss dabei 35 Tore. Auch in Spaniens Auswahl war er 29 mal aktiv, schoss ein Tor. Victor Munoz lief sogar in 224 Spielen für den legendären katalanischen Verein auf und schoss dabei 14 Tore. In der Nationalelf traf er in 60 Spielen dreimal.
In Berlin trafen die blau-rot-gestreiften Katalanen in ihrem ersten Spiel gleich auf die Eisernen vom 1. FC Union Berlin. Die in einem rasanten Spiel bis zum 4:3 stets in Führung gingen. Dann jedoch sogar nach dem Ausgleich der Katalanen in letzter Minute durch ein unglückliches Missverständnis zwischen Torhüter Oskar Kosche und Daniel Göhlert mit 4:5 verloren.
Ähnlich unglücklich für die Eisernen dann auch das eigentliche Lokalfinale und für Union entscheidende Spiel um den Einzug ins Halbfinale gegen Hertha BSC. Die frühe Führung durch Sebastian Bönig versetzte die in der Halle am zahlreichsten vertretene Fangruppe in helle Begeisterung. Hertha schien kein Mittel zu finden, die sicher stehende Union-Abwehr zu gefährden. Die Köpenicker indes fanden trotz einiger guter Chancen in Herthas zweitem Torhüter Norbert Henkel immer wieder ihren Meister. Marco Sejna, der im ersten Spiel der Hertha die Spieler von Barca bei 5:1-Sieg hat verzweifeln lassen, war wohl diesmal auf der „Bank“ geblieben. Vielleicht, weil er in seiner Laufbahn auch schon bei den Unionern gespielt hatte. Und so kam es dann wie so oft, zwei Minuten vor Spielende schoss Oliver Schmidt für Hertha den Ausgleich. Der eine Punkt reichte nicht, zum Weiterkommen. Die blau-weiße Tribüne feierte den einen Punkt dann auch wie einen Sieg.
Hertha brachte der Einzug ins Halbfinale dann nicht nur Glück, sondern auch Erfolg. In einem dramatischen Duell gegen den Vorjahressieger Bayer Leverkusen sah es anfangs gar nicht danach aus. Die Gäste aus der Pillenmetropole führten schnell mit 3:0. Aber eine rasante Aufholjagt brachte den Berlinern noch den Ausgleich. Im entscheidenden Neunmeter-Schießen war Sejna der glückliche und Schnix Schneider der tragische Held. Der später zum besten Torhüter ausgezeichnete Sejna hielt den Ball des einstigen Nationalspielers.
Im Finale gegen Borussia Mönchengladbach begann die Hertha wie die Feuerwehr. Nach wenigen Sekunden hieß es 1:0 und bald sogar 5:0. Erst dann besannen sich die Männer um Chiquinho, der die Chance hatte, den Leverkusener Marco Feinbier noch die Torschützenkanone streitig zu machen. Das führte tatsächlich zu einer regelrechten Aufholjagd. Die Charlottenburger schossen in der zweiten Spielhälfte kein einziges Tor mehr und ließen die Gladbacher auf 4:5 herankommen. Es reichte der Hertha dann aber für den erstmaligen Gewinn des Hallen-Pokals in diesem Turnier. Auch Chiquinho war glücklich, neben der Auszeichnung zum besten Spieler nahm er auch noch die kleine Kanone für den besten Torschützen mit nach Hause.

Die Sportbilanz-Mega-Bilderschau zum Turnier von Hajo Obuchoff:
Zum Blättern und Vergrößeren bitte auf die Bilder klicken!

Warnung: Keine Bilder im angegeben Ordner vorhanden. Bitte Pfad kontrollieren!

Debug: angegebener Pfad - http://berlinreporter.eu/images/tradi14