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Strategien, die sich die beiden Aspiranten auf den "Wintertitel" ausbaldovern, zeigen sich am Samstag...  Foto: BAFPics Lehner


"Herbstmeister" - Entscheidung am Samstag +++ Die "Top 2": Hertha 03 in Staaken, Stern vs Gatow +++ Sparta und TeBe wollen dranbleiben +++ Mahlsdorf: Hält die Negativserie auch beim NoSC?

Bereits am Sonnabend fällt in der höchsten Berliner Spielklasse die Entscheidung, wer auf dem 1. Platz überwintert. Tabellenführer Hertha 03 will dabei seinen knappen Vorsprung beim SC Staaken ins Ziel bringen, während der Zweite SFC Stern gegen den SC Gatow selbst seine Hausaufgaben machen  und zusätzlich auf einen Ausrutscher des Konkurrenten hoffen muss.

Aber im Grunde können sich die Zehlendorfer bei ihrer Aufgabe nur selbst ein Bein stellen. Unwahrscheinlich, dass sie zuhause gegen den Tabellen-16. Federn lassen. Auch wenn die 03er im letzten Heimspiel ihre erste Niederlage auf eigenem Platz hinnehmen mussten und den Staakenern umgekehrt der erste Dreier in der Fremde gelang. Nimmt man die Formkurve beider Teams, dürfte beides eher eine Ausnahme bleiben. Die kleine Hertha zeigte sich im Übrigen beim Sieg in Gatow schon wieder erholt von der Pleite gegen Stern 1900. Bester Mann war dabei übrigens ein Ex-Staakener: der 19 Jahre alte Hassan Sinan, vor der Saison vom SCS gekommen, bereitete beide Zehlendorfer Treffer vor.

Der SFC Stern dagegen will sich nicht nachsagen lassen müssen, dass man - falls der Spitzenreiter sich einen Ausrutscher erlaubt - nicht das passende Ergebnis erzielt hat. Zuhause an der Kreuznacher Straße sind die Steglitzer nicht nur unbesiegt, mit einem...

Erfolg am Samstag hätten sie obendrein zumindest in der Heimbilanz aller Berlin-Ligisten die Topplatzierung sicher. Mit Dennis Freyer konnte obendrein der treffsicherste Schütze bei den Sternen am vergangenen Wochenende seine länger währende Flaute beenden. Die Gäste aus Gatow haben bislang allerdings wenig Geschenke auf des Gegners Platz verteilt und sind die zweitbeste Auswärtself der Spielklasse.

Auch am Samstag spielt bereits Tennis Borussia beim SV Empor. Der Tabellen-4. hat zwar mit der Herbstmeisterschaft nichts mehr zu tun, will aber mit einem weiteren Erfolgserlebnis - zuletzt gab es drei Siege bei 13:1 Toren - zumindest auf Tuchfühlung mit der Konkurrenz bleiben. Mal sehen, ob dabei auch Mittelfeldakteur Robert Scholl  wieder trifft - der 26-Jährige war in den letzten beiden Spielen dreimal erfolgreich und konnte damit - zumindest in der Kurzzeitstatistik - sogar den Kollegen und Liga-Topschützen Michael Fuß übertrumpfen. Gegner SV Empor kann als Tabellen-14. immerhin drei Siege aus den letzten fünf Spielen vorweisen, allerdings alle auswärts - zuletzt gelang ein 4:2-Sieg bei Eintracht Mahlsdorf. Interessant könnte auch mal wieder der "Faktor Kunstrasen" werden: TeBe bezog seine letzten drei Niederlagen auf dem ungewohnten Geläuf, das die Veilchen nun auch wieder auf dem Platz des SV Empor im Prenzlauer Berg erwartet.

Der schöne Aufwärtstrend des Berliner SC  ist zuletzt ins Stocken geraten: nach drei Pleiten aus vier Spielen sind die Grunewalder wieder im grauen Mittelmaß angekommen. Am 17. Spieltag bietet sich der Mannschaft von Trainer Martin Krüger im Heimspiel gegen SF Johannisthal zumindest die Gelegenheit für einen versöhnlichen Jahresabschluss. Sollte das Bezirksamt den Rasenplatz an der Hubertusallee weiterhin sperren, müsste allerdings wohl wieder auf den Kunstrasen auf dem Nebenplatz ausgewichen werden. Dort machte der BSC vor 14 Tagen beim 1:2 gegen Staaken keine guten Erfahrungen. Die Johannisthaler wiederum haben nach menschlichem Ermessen eigentlich ihre letzte Chance auf den Klassenerhalt am vergangenen Wochenende verspielt. Vor allem die chronische Flaute im Angriff der Kleeblätter (bislang nur 6 Saisontore) dürfte sich auch bei diesem Gastspiel wieder negativ für den Aufsteiger auswirken.

Am Sonntag will dann auch der SV Sparta mit einem Heimsieg über den VfB Hermsdorf ganz vorne dran bleiben. Damit würde der Aufsteiger aus  Lichtenberg eine beachtliche Hinrunde krönen. Gerade an der heimischen Fischerstraße, wo sechs Siege gelangen, ist der SVS eine Macht. Die Hermsdorfer verbreiteten auf des Gegners Platz bislang zwar nicht Angst und Schrecken, sind aber jederzeit für ein Spiel mit offenem Visier zu haben - das Torverhältnis von 37:39 spricht Bände. Torjäger Marc Zellner, letztes Jahr zweitbester Schütze der Liga, konnte obendrein zuletzt sein Konto auf neun Einschüsse erhöhen.

Nach drei Spieltagen war der SV Tasmania noch ohne jeden Punkt Letzter, schwer kam der Motor der Neuköllner in Gang. Lange Zeit versteckte man sich im Mittelfeld der Berlin-Liga, doch der unverkennbare Aufwärtstrend der Mannen des Trainergespanns Krznaric / Njie hat diese nun bis auf den 5. Platz voran gebracht. Wohl der größte Aufwärtstrend der Hinrunde. Das ganze Gegenteil davon ist TuS Makkabi,der Tasmania am Sonntag zum Heimspiel empfängt. Von Anfang bis Ende hingen die Charlottenburger im Tabellenkeller fest. Immerhin gelang mit dem 1:0 bei den "Leidensgenossen" aus Johannisthal der erste Saisonsieg, de facto hat der Verein von Trainer Claudio Offenburg aber jede Chance auf den Ligaerhalt bereits verspielt. Doch der Motivator setzt auf die Moral seiner Mannschaft und will mit einem weiteren Erfolgserlebnis das Fünkchen Hoffnung über die Winterpause am Leben erhalten.

Auf dem Boden der Tatsachen ist auch der Köpenicker SC angekommen. Der Aufsteiger, nach sieben Spieltagen noch auf Platz 2, verließ in der Folge in neun Partien nur noch zweimal als Sieger den Platz und rutschte auf den 9. Rang. Der ist natürlich für einen Neuling ebenso wie die 24 erreichten Zähler  weiterhin sehr respektabel. Der Abstand zur Abstiegszone ist aber mittlerweile geringer als der auf die Tabellenspitze. Auch der Nimbus der Unbesiegbarkeit ist dem KSC an der Wendenschloßstraße abhanden gekommen. Gegen die Füchse Berlinsoll aber mit einem Heimsieg nach drei Partien mal wieder dreifach gepunktet werden. Auf Seiten der Reinickendorfer wird man erst mal zufrieden damit sein, die Feiertage wahrscheinlich über dem Strich zu verbringen. Auswärts konnte man allerdings bislang wenig zur Konsolidierung beitragen, der einzige Sieg auf des Gegners Platz datiert vom 2. Spieltag. Am Freiheitsweg wird man aber registriert haben, dass die Köpenicker im letzten Spiel drei Treffer nach Ecken hinnehmen mussten - das könnte ein Fall für den an dieser Stelle des öfteren erwähnten "Mr. Standard" bei den Füchsen, Ozan Pekdemir, werden…

Nur ein Sieg aus den letzten sieben Spielen steht für den Nordberliner SC zu Buche. Seit sechs Spieltagen pendelt der Aufsteiger zwischen Platz 12 und 13 hin und her, der Abstand auf den ersten Abstiegsrang ist dabei aber auf vier Punkte geschmolzen. Zuhause am Elchdamm allerdings, wo die Heiligenseer am 17. Spieltag Eintracht Mahlsdorfempfangen, hat man drei Viertel seiner Punkte eingefahren. Allerdings muss der NoSC bei seinem Vorhaben, den fünften Heimsieg unter Dach und Fach zu bringen, auf die gesperrten von der Aue und Weise verzichten. Die Mahlsdorfer bleiben die personifizierte Krise auf (noch) hohem Niveau. Nach acht Spielen ohne Niederlage zu Saisonbeginn folgten nun weitere acht ohne Sieg. Dabei ging man auch zuletzt gegen Wilmersdorf und zuhause gegen Empor - Duelle, in denen sich das Trainergespann Bienert/Boer dringend nötige Erfolgserlebnisse ausgerechnet hatte - leer aus. "Letzte Chance Heiligensee" also für Torjäger Christoph Zorn (vergangenen Spieltag mit Doppelpack) und Kollegen, den psychologisch wichtigen Dreier am 2. Advent einzufahren.

Beim 1. FC Wilmersdorf wird dann gewissermaßen die Kerze für dieses Jahr in der Berlin-Liga  ausgepustet. Ab 15 Uhr am Sonntag treten die Gastgeber gegen den TSV Rudowan. Die Wilmersdorfer sind nach vier Niederlagen aus fünf Spielen nur noch Tabellen-11., eine Tatsache, die der Mannschaft von Trainer Michael Michels nicht schmecken dürfte. Immerhin: mit einem Sieg am Sonntag im Volkspark könnte der 1. FC noch vor der Winterpause im dicht gedrängten Tabellenmittelfeld der Berlin-Liga Boden gut machen und sogar an Gegner Rudow vorbeiziehen. Der derzeitige Tabellen-6. hat sich in der Hinrunde mehrfach, wenn es um den Sprung auf die ganz vorderen Plätze ging, Aussetzer erlaubt. So zuletzt, als man zweimal in Folge auswärts unterlag. Immerhin gelang danach ein 4:1 gegen den KSC. Am Sonntag im Volkspark möchten Trainer Thorsten Beck & Co aber auch nochmal die bis dato ausgeglichene Auswärtsbilanz des TSV zu festlichem Glanz aufpolieren. Der Anschluss an die Spitzenplätze wäre damit über den Winter gewährleistet.

Alle Partien des 17. Spieltags in der Berlin-Liga im Überblick
Sonnabend:

SV Empor (14.) - Tennis Borussia (4.)  14 Uhr,  Jahn-Sportspark
Berliner SC (10.) - SF Johannisthal (18.)  14 Uhr, Hubertusallee
Hertha 03 (1.) - SC Staaken (16.)  14 Uhr, Ernst-Reuter-Sportfeld
Stern 1900 (2.) - SC Gatow (8.)  14.30 Uhr, Kreuznacher Straße

Sonntag:
Köpenicker SC (9.) - Füchse Berlin (15.)  12 Uhr, Wendenschloßstraße

TuS Makkabi (17.) - SV Tasmania (5.)  12 Uhr, J.-Hirsch-Sportanlage
Nordberliner SC (13.) - Eintr. Mahlsdorf (7.)  14 Uhr, Elchdamm
SV Sparta (3.) - VfB Hermsdorf (12.)  14 Uhr, Fischerstraße
1. FC Wilmersdorf (11.) - TSV Rudow (6.)  15 Uhr, Volkspark