DER 16. SPIELTAG: Tabellenführer Hertha 03 in Gatow +++ Verfolger SFC Stern bei heimstarken Füchsen +++ Freitagabend: TeBe – 1. FCW +++ Ganz unten: Johannisthal vs Makkabi

Die Spannung in der Berlin-Liga bleibt ihren Fans erhalten. Stern sei Dank, wird man außerhalb Zehlendorfs denken, nachdem der Tabellenzweite vergangenes Wochenende drei Punkte bei Spitzenreiter Hertha 03 entführen konnte. Ein Profiteur dieses Ergebnisses war auch Tennis Borussia. Die Lila-Weißen empfangen in der 16. Runde der höchsten Hauptstadtspielklasse bereits am Freitagabend den 1. FC Wilmersdorf.


TeBe drohte zwischenzeitlich ja schon, den Anschluss an die Spitze zu verlieren. Nach vier sieglosen Auftritten auswärts platzte dann aber am letzten Spieltag in Köpenick endlich der Knoten. Dadurch konnten die Charlottenburger den Rückstand auf Platz 1 auf vier Zähler verkürzen. Unter Flutlicht will der Tabellenvierte.  nun auch am Freitag wieder seine Heimstärke – im Mommsenstadion ist man noch unbesiegt - zur Geltung bringen und zumindest den Anschluss halten. Gegner Wilmersdorf aber konnte nach drei Niederlagen am Stück beim 3:1 gegen Mahlsdorf auch den Hebel wieder umlegen. Die Rückkehr von Stürmer Efrain Gakpeto (7 Saisontore) machte sich dabei gleich mit einem Treffer bezahlt. Der letzte Auswärtssieg der Rot-Schwarzen liegt zwar auch schon vier Gastspiele zurück, damals aber fügte der 1. FCW dem SV Sparta die erste Heimniederlage zu.

Da diesmal der Samstag in der Berlin-Liga spielfrei ist, wird der 16. Spieltag erst am Sonntag fortgesetzt. Bereits um...

13.30 Uhr darf dabei der SFC Stern 1900 seine Verfolgungsjagd fortsetzen und könnte im Fall eines Sieges bei den Füchsen Berlin zumindest für eine halbe Stunde schon mal den Ausblick von ganz oben genießen. Trotz des Erfolgs bei Hertha 03 ist die Bilanz der Steglitzer in der Fremde aber bislang auch „nur“ ausgeglichen. Die Füchse haben sich derweil nach zwischenzeitlicher Talfahrt gerade zuhause ein wenig Luft in der Liga verschaffen können: am heimischen Freiheitsweg gelangen zuletzt vier Siege in Folge, dabei gelangen der Elf um Top-Scorer Ozan Pekdemir jeweils mindestens drei Tore. Besonderes Augenmerk wird Trainer Markus Zschiesche in der Vorbereitung sicherlich den Einwürfen von Andreas Thurau widmen: der Routinier bei den Sternen bereitete beim 2:0 in Zehlendorf ja beide Treffer gewissermaßen mit seinen Händen vor.

Hertha 03 muss dann beim SC Gatow quasi nachlegen, um das Projekt Herbstmeisterschaft nicht zu gefährden. Die Zehlendorfer sind immer noch die beste Auswärtself der Spielklasse und wollen diese Tatsache auch am Weiten Blick in die Waagschale werfen. Nur in einem von sieben Auswärtsspielen blieben René Robben&Co ohne Torerfolg. Auswärtsstark sind auch die Gatower, was ihnen an diesem Spieltag selbstredend nichts nützt: nur acht der bislang erzielten 24 Punkte konnte der SC daheim ergattern. Wenn die Grün-Weißen noch ganz vorne angreifen wollen, muss sich das schnell ändern. Immerhin: Torjäger Nurdin Pitarevic traf in Pokal und Liga zuletzt jeweils einmal.

Ein weiterer Gewinner des vergangenen Wochenendes ist der SV Sparta. Nicht nur, dass Trainer Dragan Kostic beim 3:2 gegen Gatow „Tiki-Taka-Fußball“ seiner Elf gesehen haben wollte – der Sieg spülte den Aufsteiger auf Platz 3 im Klassement, nur drei Punkte hinter Hertha 03.  Beim kommenden Gegner SC Staaken konnte man derweil durchatmen: der Tabellen-15. holte zuletzt einen sicherlich nicht unbedingt eingeplanten Dreier beim Berliner SC. Das vom Bezirksamt dabei angeordnete Ausweichen auf den Kunstrasenplatz an der Hubertusallee mag dem SC dabei entgegen gekommen sein, sind die Spandauer den Untergrund doch von ihren Heimspielen gewohnt. Und so muss sich auch der SV Sparta auf das zu dieser Jahreszeit gerne mal rutschige Geläuf einstellen, wenn man im Sportpark Staaken wieder seinen Fußball im „Barca-Stil“ zelebrieren will.

Auch beim VfB Hermsdorf könnte der Kunstrasenplatz wieder ein Thema werden. Zuletzt machte der Tabellen-12. zuhause ergebnismäßig gute Erfahrungen auf dem „Nebenplatz“. Auch gegen den Berliner SC soll dort gespielt werden. Die Grunewalder – siehe oben - werden’s nicht gerne hören. Trainer Martin Krüger war sich jedenfalls sicher, dass das Heimspiel gegen Staaken auf  dem Naturrasenplatz nicht verloren gegangen wäre. In jedem Fall will der BSC in Hermsdorf den Abstand zur Spitze nicht noch größer werden lassen. Spektakel dürfte mal wieder garantiert sein: Gastgeber VfB führt zur Zeit sowohl die Statistik der meisten Treffer (35) als auch die der meisten Gegentore (38) in der Berlin-Liga an.

Ein großer Sprung – von Platz 10 auf 6 – gelang dem SV Tasmania. Der goldene Treffer bei Empor gelang – siehe oben – nach einem Einwurf, Waled Enani brachte die Kugel im Anschluss per Kopf irgendwie im Gehäuse unter. Vier der letzten fünf Partien gewannen die Neuköllner. Auffällig: dabei ließ Tas nur zwei Gegentreffer zu - für die bis dato anfällige Defensive des Trainerduos Njie/Krznaric ein beachtlicher Wert. Am Sonntag bekommt Tasmania es nun mit dem Nordberliner SC  zu tun. Nach fünf Spielen ohne Sieg gelang den Heiligenseern zuletzt gegen Mitaufsteiger SF Johannisthal mit einem deutlichen 4:0-Erfolg ein Befreiungsschlag. Und das, obwohl der Tabellendreizehnte unter dem Schock der Nachricht vom Tod des langjährigen Vorsitzenden Wilfried Both antreten musste.

Nun sind es schon sieben Spiele ohne Sieg, die Eintracht Mahlsdorf  von der Tabellenspitze bis auf Rang 5 abrutschen ließen. In Wilmersdorf wollten die Lilanen eigentlich die Trendwende schaffen und gingen doch leer aus. Nach dem Gesetz der Serie müsste nun daheim gegen den SV Empor wieder ein Remis folgen, doch die Eintracht will den Teufelskreis endlich durchbrechen. Die Gäste aus dem Prenzlauer Berg – gerade auf Abstiegsrang 16 abgerutscht – scheinen da gerade recht zu kommen. Doch ihre letzten beiden Siege gelangen der Mannschaft von Trainer Miroslav Jagatic auf des Gegners Platz.

Auch nur einen Sieg aus den letzten fünf Spielen gab’s für den TSV Rudow. Nach zwei Auswärtspleiten in Folge liegen die Neuköllner sogar nur noch auf Platz 11 – zu wenig für die eigenen Ansprüche. So will der TSV an der heimischen Stubenrauchstraße unbedingt wieder in die Spur finden. Zu Gast ist der Köpenicker SC, der als Aufsteiger mit dem derzeitigen 8. Rang sehr zufrieden sein kann. Dennoch stand die Elf von Trainer Heiko Schickgram schon besser da, zeigte vor dem jeweils möglichen Sprung nach ganz vorne in der Tabelle aber Nerven. So auch zuletzt, als der Rückstand auf Platz 1 im Heimspiel gegen TeBe auf vier Zähler hätte reduziert werden können. Stattdessen setzte es ein 1:4, und so muss der KSC sich die Punkte nun auf des Gegners Platz zurückholen – dort, wo bisher erst ein Sieg gelang.

Zum Abschluss unserer Vorschau das passende Spiel: bei SF Johannisthal – TuS Makkabi treffen der Vorletzte und das Schlusslicht aufeinander. Von der Grundkonstellation vielleicht sogar das interessanteste Spiel dieser 16. Runde. Doch der Rückstand beider Klubs ist zu diesem Zeitpunkt der Saison schon immens. Selbst die vergangene Saison klar abgestiegenen Adlershofer BC und Club Italia hatten zu diesem Zeitpunkt mehr Punkte auf dem Konto bzw. weniger Rückstand zum rettenden Ufer als ihr jeweiliges Pendant auf Platz 17 bzw. 18 in dieser Spielzeit. Von Mut kann da auf beiden Seiten wenig die Rede sein, eher von intakter Moral. So konnte Makkabi zuletzt den Hermsdorfern zuhause einen Punkt (den insgesamt zweiten des TuS...) abringen. Die Johannisthaler zeigten sich nach zartem Aufwärtstrend beim 0:4 gegen den NoSC jedoch wieder in absoluter Abstiegsform. Ein Trainerwechsel – wie bei Makkabi, dort jedoch ohne zählbare Auswirkung – kommt für die Kleeblätter nicht in Frage, Aufstiegstrainer Dirk Bastian dürfte sich wohl nur selbst entlassen können. Und auch Neuzugänge in der Winterpause, wie sie beim Charlottenburger Konkurrenten offenbare in Betracht gezogen werden, scheinen im Südosten Berlins nicht geplant. So scheint unabhängig vom Ergebnis am Sonntag der gemeinsame Gang in die Landesliga unausweichlich. Für die Gäste kann im direkten Duell ohnehin nur ein Sieg zählen – der die Johannisthaler wohl vorzeitig endgültig in den Abgrund ziehen dürfte...

Alle Partien des 16. Spieltags im Überblick

Freitag, 19 Uhr
Tennis Borussia (4.) – 1. FC Wilmersdorf (10.)  Mommsenstadion

Sonntag, 14 Uhr
Füchse Berlin (14.) – SFC Stern (2.)  13.30 Uhr, Freiheitsweg

SC Gatow (7.) – Hertha 03 (1.)  Sportplatz Gatow
SC Staaken (15.) – SV Sparta (3.)  Sportpark Staaken
VfB Hermsdorf (13.) – Berliner SC (9.)  Seebadstraße
SV Tasmania (6.) – Nordberliner SC (12.)  Werner-Seelenbinder-Sportpark
Eintracht Mahlsdorf (5.) – SV Empor (16.)  Am Rosenhag
SF Johannisthal (17.) – TuS Makkabi (18.)  14.30 Uhr, Segelfliegerdamm
TSV Rudow (11.) – Köpenicker SC (8.)  14.30 Uhr, Stubenrauchstraße

Foto: berlinreporter.Haehnel

 

   
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