Vor fast 110 Jahren (1903) wurde der TW 10 gebaut, der einer seiner alten Linien in Köpenick die Ehre gab. Der Denkmalverein Nahverkehr hatte seine historische Tram am Sonntag zu einer Themenfahrt auf der Stammstrecke in Marsch gesetzt - auch wenn eine der Endhaltestellen diesmal in Adlershof lag.
Und natürlich waren die Sonderfahrten nahezu ausgebucht. Als der Zug das Schloss passierte, konnte man sich fast in die Zeit zu Anfang des vorigen Jahrhunderts  versetzt fühlen - wären da nicht all' die moderenen Autos gewesen, die den geneigten Betrachter jäh aus seinen Träumen rissen. Es waren diese Wagen, die...


den elektrischen Tram-Verkehr zwischen Mahlsdorf und Wendenschloss eröffneten, der
heute noch als Linie 62 fortgeführt wird.
Und so war der Zug der "Städtische Straßenbahn Cöpenick" dann auch entsprechend mit Zielschild und Laufschild ausgerüstet. Nur die Endhaltestellen heißen heute nicht mehr "Bahnhof Kolonie Mahlsdorf" und "Villenkolonie Wendenschloß".

Und immer wieder dürfen sich die Köpenicker und ihre Gäste über Besuch historischer Straßenbahnen des Denkmalvereins freuen. Hier ein so genannter T24 am Rathaus Köpenick. Dieser Typ fuhr auch noch in den 60-er Jahren auf Strecken in Neukölln und Tempelhof - bis zum unrühmlichen Ende der Westberliner Straßenbahnen.
Die Linie 95 verkehrte übrigens bis 1953 zwischen Köpenick und Tempelhof, als die Weiterfahrt von Bediensteten der West-BVG an Baumschulenweg unterbrochen wurde, weil die Züge aus dem Ostteil auch von Frauen gefahren wurden.
Danach wurde die Linie geteilt und von den Verkehrsbetrieben der Stadtteile getrennt bedient. Die West-Linie endete am Schulenburgpark, der Ostteil am Baumschulenweg.
Fotos: SirPress Haehnel

Link: Denkmalverein Nahverkehr Berlin

   
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