Das neue Einkaufszentrum am Bahnhof Köpenick hat eröffnet.
Ein Zwischenruf.


Eeeeendlich! Endlich ist es soweit! Wieder ein neuer Einkaufstempel. Wieder ein Ort, an dem man endlich Freiheit kaufen kann. Das war doch so? Frei ist nur, wer kaufen kann. Geht aber nicht. Jedenfalls nicht so richtig. Trotz großer Töne: „Alles ist vermietet“ gähnender Leeeeerstand! Nur fünf Läden in Betrieb habe ich gezählt: Die gefühlt 97-igste Boutique in Köpenicks Innenstadt, ein Discounter, eine Bank, ein Drogeriemarkt und einer dieser unvermeidlichen „Blöd“-Märkte. Sie wissen schon, diese Dinger in denen man alle diese „Muss-haben-Geräte“ kaufen kann, die man für die finale Freiheit und grenzenloses Digitalglück braucht.

Ein dickes Fell braucht’s dann aber schon, wenn man...


in der zur Eröffnung doch eher slumartigen Gegend Shopping-Spaß erleben will. Unfertige Bürgersteige mit fiesen Stolperfallen, Müll allenthalben, Bauzaun-Romantik, illegale Drogen- ääääh Zigarettendeals und noch mehr rücksichtslos rempelnde Vollpfosten auf der hektischen Suche nach dem finalen Shopping-Kick und dem Oberschnäppchen. Und natürlich ungelöste Verkehrsprobleme am Nadelöhr Bahnhofsbrücke. Ach ja, neuer Leerstand auf der Bahnhofsstraße und viele ungenutzte Läden im „Forum“ gegenüber sind auch noch dabei.


Leerstand, Bauatmosphäre, Dreck und Stolperfallen prägen das Umfeld der neuen Ladenzeile am Bahnhof Köpenick. Fotos: SirPress Haehnel

Das hat Köpenick nicht verdient – dieser herrliche Stadtteil an Dahme und Spree mit hohem Freizeit- und Erholungswert. Da hat mir die Brache vorher mit dem indisch-vietnamesischen Basar besser gefallen – viel besser.

   
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